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Kampagne „K1DS ARE HEROES“: Typ-1-Diabetes bei Kindern früher erkennen und behandeln
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Mehr als 2.000 Plakate und 750 Info-Screens machen in den kommenden Wochen auf die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen aufmerksam: Typ-1-Diabetes. Die crossmediale Kampagne „K1DS ARE HEROES“ wurde von der Globalen Plattform für die Prävention des Autoimmunen Diabetes (GPPAD) und dem Helmholtz Munich Institut für Diabetesforschung (IDF) initiiert. Am Montag ist sie in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Die schwere Erkrankung ihrer Tochter Sarah-Léonie traf Maren Sturny aus Planegg bei München völlig unvorbereitet. Als das damals 6-jährige Mädchen im Jahr 2019 ins Krankenhaus gebracht wurde, bestand akute Lebensgefahr. Sarah-Léonie war nach starkem Erbrechen dehydriert und kaum noch ansprechbar. Ihr Blutzuckerwert lag bei mehr als 900 mg/dl (50 mmol/l), wie Maren Sturny in der Klinik erfuhr. Das Kind landete mit einer Ketoazidose auf der Intensivstation. Sie musste mehrere Tage künstlich ernährt werden, um den Stoffwechsel zu stabilisieren. Nur wenige Stunden später hätte man medizinisch nichts mehr für ihre Tochter tun können, musste die geschockte Mutter erfahren.
Dass Sarah-Léonies Typ-1-Diabetes so spät erkannt und behandelt wurde, führt Maren Sturny auch auf ihre eigene Ahnungslosigkeit zurück. „Bis 2019 war Typ-1-Diabetes nach meiner Überzeugung vor allem eine erbliche Erkrankung, die mich und meine Familie niemals treffen könnte“, berichtete die dreifache Mutter anlässlich des Starts der Kampagne K1DS ARE HEROES in Berlin. Vor Sarah-Léonies Diagnose hatte sie sich nach eigenem Bekunden keine Gedanken über Symptome von Typ-1-Diabetes und die Möglichkeiten einer Früherkennung gemacht. Dass die Erkrankung jeden treffen kann, war Maren Sturny nicht bewusst.
Symptome sind vielen Menschen nicht bekannt
Derart traumatische Erlebnisse bei Auftreten der Erkrankung sind leider kein Einzelfall. Etwa jedes vierte Kind mit Diabetes erleidet vor der Diagnose eine schwere Stoffwechselentgleisung mit Ketoazidose. Die oftmals erst späten Arztbesuche infolge der Corona-Pandemie haben diesen Trend zuletzt noch verschärft, so Prof. Dr. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der TU Dresden. Es gibt also gute Gründe, die Öffentlichkeit besser über Typ-1-Diabetes bei Kindern zu informieren. Mit der K1DS ARE HEROES-Kampagne möchten Forschende und Mediziner in den kommenden Wochen über die Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention aufklären.
Aktuell erkranken vier von 1.000 Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens an Typ-1-Diabetes. Und etwa zehn von 1.000 Kindern in Deutschland haben ein erhöhtes genetisches Risiko hierfür. Auch bei jungen Erwachsenen kann die Erkrankung auftreten. Betroffene haben meist keine Verwandten, die ebenfalls daran erkrankt sind, und die Symptome sind vielen Menschen nicht bekannt.
Darum wird die Diagnose häufig erst gestellt, wenn die Erkrankten bereits in einem kritischen Zustand sind. Auch in Deutschland ist die Anzahl schwerer diabetischer Ketoazidosen bei der Diagnosestellung insbesondere in der ersten Pandemie-Welle signifikant angestiegen, berichtete Berner. „Die Krankheit beginnt für die meisten Familien plötzlich, und die Diagnose kommt aus dem Nichts heraus“, so der Mediziner.
Es gibt bereits Tests zur Früherkennung
Bei der Pressekonferenz zum Kampagnenstart wurde deutlich, dass die Diagnose häufig nicht unter solch dramatischen Umständen gestellt werden müsste. Durch die Teilnahme an Früherkennungsprogrammen wie der Fr1da-Studie kann die Erkrankung erkannt werden, bevor überhaupt schwerwiegende Symptome entstehen. So können Eltern im Falle eines Krankheitsausbruchs entsprechend reagieren und die betroffenen Kinder frühzeitig medizinisch versorgt werden. Die Kampagne soll auch Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher sensibilisieren, da ihnen entsprechende Symptome bei Kindern ebenfalls auffallen können.
Mit der kürzlichen Zulassung von Teplizumab in den USA ist nun das erste Medikament verfügbar, das den Ausbruch von Typ-1-Diabetes um durchschnittlich drei Jahre verzögern kann, berichtete Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung (IDF) von Helmholtz Munich, Professorin für Diabetes und Gestationsdiabetes an der Technischen Universität München (TUM) und Leiterin der Forschungsplattform GPPAD.
„Teplizumab schenkt den Kindern und ihren Familien kostbare Zeit, in der sie einen unbeschwerten Alltag ohne Blutzuckermanagement haben können. Wir hoffen sehr, dass mit der Zulassung von Teplizumab in Europa auch bald zu rechnen ist“, so Ziegler. Damit das Medikament bei allen Kindern mit erhöhtem Erkrankungsrisiko eingesetzt werden kann, müsste allerdings auch der Früherkennungstest der Fr1da-Studie flächendeckend in die Regelversorgung aufgenommen werden, ergänzte die Expertin. Derzeit haben Eltern nur in wenigen Bundesländern die Möglichkeit, ihre Kinder entsprechend testen zu lassen.
Welt ohne Typ-1-Diabetes ist das Ziel
Der Vizepräsident für den Forschungsbereich Gesundheit der Helmholtz Gemeinschaft und Helmholtz Munich CEO, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias Tschöp, plädierte in diesem Zusammenhang für eine schnellere Überführung der Forschungsergebnisse in die Anwendung für die Menschen. „Aktuell spürt man in Deutschland eine Aufbruchstimmung, den Transfer zu beschleunigen“, sagte Tschöp. “Wir müssen weg von der reinen Reparaturmedizin”, ergänzte er. „Mit unserer Arbeit und dem internationalen Netzwerk, für das Helmholtz Health und GPPAD stehen, haben wir die Grundlagen geschaffen für einen Weg hin zu einer Welt ohne Typ-1-Diabetes.“
Moderiert wurde die Pressekonferenz von der Musikproduzentin und Moderatorin Shirin Valentine. Sie hat selbst Typ-1-Diabetes und setzt sich öffentlich für ein Bewusstsein für die Erkrankung ein. „Den Typ-1-Diabetes zu managen und allem voran erst einmal zu verstehen, ist eine Mammutaufgabe“, sagte sie, während sie die modernen Methoden zur Früherkennung lobte. „Ich hätte mich gefreut, wenn es damals zu meiner Diagnose schon so etwas gegeben hätte. Darum möchte ich Menschen mit einer frischen Diagnose Mut zusprechen und ihnen aufzeigen, dass es heute zwar eine tückische Krankheit ist, man aber damit auch sehr gut leben kann.“
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (4) Seite 10-11
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123novesia postete ein Update vor 1 Tag, 7 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 9 Stunden, 9 Minuten
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
lena-schmidt postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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