- Behandlung
Lernen per Live-Video
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In Zukunft wird die Schulung noch digitaler werden und auf Ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick in die nahe und fernere Zukunft wagen.
Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen die Digitalisierung und neue Anwendungen von Technologien beschleunigt. Dies gilt auch für die Diabetesschulung. Bei einer Umfrage im Jahr 2019 für den Digitalisierungs- und Technologie-Report Diabetes 2020 schätzte fast ein Drittel aller Menschen mit Diabetes digitale Formen der Patientenschulung als bedeutsam ein; auch viele Leser des Diabetes-Journals hatten daran teilgenommen.
Abb. 1: Im Jahr 2019 fanden nur rund 30 Prozent der Befragten die digitale Diabetes-Schulung bedeutsam – aber rechneten mit einer stark steigenden Wichtigkeit.
Gefragt nach der Schulungspräferenz, hätten die meisten der Befragten eine traditionelle Präsenzschulung einer Videoschulung vorgezogen. Allerdings gab schon damals ca. ein Drittel der Befragten an, eine Onlineschulung zu bevorzugen (siehe Abb. 2). Das Problem: Kaum eine Praxis hatte vor 2020 eine Videoschulung angeboten.
Abb. 2: Große Umfrage: Schon im Jahr 2019 interessierten sich bis zu ⅓ der Befragten für Video-/Online-Schulung, obwohl es diese quasi noch gar nicht gab.
Videoschulung als Alternative
Mit der Corona-Pandemie änderte sich dies: Gruppenschulungen waren aufgrund des Ansteckungsrisikos in zu kleinen Schulungsräumen oder durch nicht ausreichenden Lüftungsmöglichkeiten, nicht möglich. Im Zuge dessen haben immer mehr diabetologische Praxen Videoschulungen angeboten. Die ersten Erfahrungen sind so positiv, dass Experten davon ausgehen, dass die Schulung per Video auch nach der Pandemie – wann immer das sein mag – ein fester Bestandteil der Diabetes-Schulung sein wird.
So einfach ist Videoschulung
Für die Schulung per Video sind nur eine stabile Internetverbindung und ein Endgerät notwendig (z. B. Computer, Tablet, Smartphone). Für eine Schulung per Video muss Ihr behandelnder Arzt ein Programm für die Videosprechstunden bzw. -schulung für seine Praxis bereitstellen. Dies muss von der Kassenärztlichen Vereinigung genehmigt sein, um allen Aspekten des Datenschutzes zu entsprechen (die Programme müssen eine End-zu-End-Verschlüsselung gewährleisten). Über diese Web-Plattform findet die Videoschulung statt.
Wenn Sie Ihr Diabetesteam zu einer Videoschulung einlädt, wird Ihnen per Mail, SMS oder postalisch einen Link zur Videoschulung geschickt. Auf diesen müssen Sie nur klicken bzw. ihn in Ihren Browser eingeben – und schon sind Sie im virtuellen Schulungsraum zusammen mit den anderen Schulungsteilnehmern.
Was ist an Ausstattung notwendig?
Wenn Sie mit Ihrem Laptop, Tablet oder Smartphone an der Schulung teilnehmen, benutzen Sie die integrierte Kamera und den Lautsprecher. Am Computer müssen entweder schon eine Kamera oder ein Lautsprecher vorinstalliert sein oder Sie besorgen sich externe Geräte. Diese sind preisgünstig im Fachhandel vor Ort oder im Internethandel zu kaufen. Für die Videosprechstunde müssen Sie kein Programm herunterladen, somit besteht auch keine Computervirus-Gefahr. Sie gehen einfach mit dem Zugangscode in die Webanwendung und verlassen mit einem Klick den virtuellen Raum nach der Schulung wieder.
Dieselben Schulungsinhalte!
Bevor Sie mit der Videoschulung starten, müssen Sie in der Regel den Datenschutzbestimmungen zustimmen und einwilligen, dass Sie keine Inhalte der Schulung aufzeichnen und damit die Persönlichkeitsrechte anderer verletzen. Um störende Hintergrundgeräusche zu vermeiden, werden Sie im Video zumeist aufgefordert, Ihr Mikrofon nur anzustellen, wenn Sie etwas sagen wollen.
Auf dem Bildschirm sehen Sie in der Regel die Schulungsfolien der Kursleitenden und in kleinen Bildausschnitten auch die anderen Teilnehmenden. Sie können sowohl mit der Schulungskraft als auch mit den anderen Teilnehmenden sprechen oder mit ihnen eine Datei teilen. Wenn die Schulungskraft Ihnen Schulungsfolien zeigt, teilt sie ihren Bildschirm mit Ihnen, sodass Sie dieselben Folien wie bei einer Präsenzschulung sehen können. Ausgefüllte Arbeitsblätter oder Ihre Glukoseauswertungen können Sie in die Kamera halten oder praktische Übungen (z. B. Wechseln einer Pen-Patrone) vor der Kamera ausführen.
Vor- und Nachteile der Videoschulung
Der größte Vorteil der Videoschulung besteht darin, dass Sie sich von jedem Ort mit einem einfachen Klick in die Schulung einwählen können und Sie nicht in die Praxis müssen. Damit sparen Sie sich Zeit und den Aufwand des Fahrens, zudem können Sie die Schulung besser in Ihren Zeitplan integrieren. Allerdings funktioniert eine Videoschulung nur, wenn Sie eine stabile Internetverbindung haben, die Verbindung nicht abreißt und es nicht zu störenden Bild- oder Tonproblemen kommt.
Besonders zu Beginn berichten Teilnehmer öfter, dass die virtuelle Umgebung für sie ungewohnt ist und sie die persönliche Begegnung mit den anderen Gruppenteilnehmern vermissen. Auf der anderen Seite bietet die Online-Schulung auch die Möglichkeit, digitale Möglichkeiten zu nutzen, indem z. B. Videos oder Situationen aus der häuslichen Umgebung in die Schulung integriert werden.
Digitale Patientenmaterialien
Nachdem Smartphones, Tablets und Computer mittlerweile in der Regel genügend Speicherplatz haben, eröffnet sich auch die Möglichkeit, die Patientenbücher als E-Books zur Verfügung zu stellen. Diese können Sie dann auf verschiedenen Endgeräten abspeichern und haben so die wichtigsten Informationen zu Ihrer Therapie immer griffbereit. Auch Arbeitsblätter lassen sich digital bearbeiten und dann abspeichern oder versenden.
Ab Mitte 2021 möchten wir Ihnen die Materialien der MEDIAS-2-, PRIMAS- und INPUT-Schulungen auch als E-Book bzw. beschreibbare Arbeitsblätter zur Verfügung stellen. Diese eignen sich dann gut für den Einsatz in einer Videoschulung, aber auch als eine zusätzliche Option bei einer klassischen Präsenzschulung.
Alexa, Diabetes?
In Zukunft kann man sich auch vorstellen, dass Sie wichtige Informationen zu Ihrer Therapie „on demand“ bekommen: Immer, wenn Sie eine Frage zum Diabetes haben, senden Sie diese an ein Gerät mit Spracherkennung – und dieses antwortet Ihnen. Sie können sich das etwa so vorstellen, wie wenn Sie Alexa, Google Home, Amazon Echo oder einem anderen Dienst eine Frage stellen und prompt eine Antwort bekommen. Allerdings benötigen Sie hierfür aktuell eine ständige Verbindung zum Internet.
Hilfe bei Therapie-Entscheidungen
Mit Hochdruck arbeiten viele Unternehmen daran, wichtige Schulungsinhalte in digitaler Form Patienten zur Verfügung zu stellen – als Unterstützung für Therapieentscheidungen oder zur Analyse von Glukoseprofilen. „Patienten-Entscheidungshilfe-Systeme“ nennt man solche Technologien. So erkennen solche Programme z. B. Muster in Ihren Glukoseverläufen und schlagen Ihnen vor, wie Sie darauf reagieren können. Mit einem Klick können Sie auch mehr darüber erfahren, wie das System zu dieser Empfehlung gekommen ist, und nach weiteren Informationen suchen.
Mittlerweile gibt es auch einige Bestrebungen, Diabetes-Schulungen in der virtuellen Realität durchzuführen: Schulungsteilnehmer setzen sich hierzu Virtual-Reality-Brillen auf und tauchen damit in eine virtuelle Welt ein. Damit können Sie sich z. B. die Funktionsweise einer Insulinpumpe anschauen, dem Weg von Nahrungsmitteln in Ihrem Körper folgen, wenn sie verstoffwechselt werden, oder sich die Wirkweise eines Systems zur automatischen Insulindosierung (AID-System) zeigen lassen.
„Hallo, hier ist Pepper“: Roboter schult
Schulung per Roboter – das können Sie sich nicht vorstellen? Gibt es mittlerweile, sogar in Deutschland! In zwei EU-Projekten, an denen das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken beteiligt war, wurde mit Pepper ein ca. 60 cm großer Roboter entwickelt, der Kindern mit Typ-1-Diabetes Wissen über ihre Erkrankung vermittelt, die Schulung auflockert und die Motivation zur Diabetestherapie erhöhen soll.
Außerdem regt der Roboter die Kinder dazu an, über ihre Krankheit zu sprechen, und stellt ihnen Aufgaben, die sich an alltäglichen Lebenssituationen mit Diabetes orientieren. Für Kinder ist Pepper schon allein ein Grund, mit Freude in die Diabetes-Ambulanz zu kommen.
Die Zukunft ist schon da
Eine digitale Diabetes-Schulung erhöht Ihre Wahlmöglichkeiten, welche Form der Schulung Sie für sich passend finden. Denn Sie entscheiden, wie Sie geschult werden möchten. Ob im persönlichen Gespräch, bei einem Gruppentreffen mit anderen Menschen mit Diabetes, per Videoschulung oder im virtuellen Raum: Hauptsache ist, dass Sie geschult werden! Nutzen Sie die Chance – um durch gute Diabetes-Schulungen mit Ihrem Diabetes gut zurechtzukommen und Ihre Gesundheit zu erhalten.
- Diabetes-Schulung – ein Blick zurück
- Schulung: modern, geprüft, individuell
- Lernen per Live-Video
Autor:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (6) Seite 28-30
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 2 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

