Macht Insulin dick?

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Macht Insulin dick?

Ist das Insulin schuld daran, wenn man zu Beginn der Insulintherapie zunimmt? Nein – wer genau hinsieht, dem wird klar, dass das so nicht stimmt. Aber was steckt wirklich hinter dieser Behauptung, die sich so hartnäckig hält?

Die Informationen in diesem Newsletter-Beitrag stammen aus einem Diabetes-Journal-Artikel von Professor. Dr. Matthias Weber. Professor Weber ist Diabetologe und leitet die Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten an der Universitätsklinik Mainz.

Insulin hat auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes viele Vorteile. Trotzdem haben viele Angst davor, mit Insulin zu beginnen. Da ist die Angst vor Unterzuckerungen, vor dem Blutzuckermessen, vor den Blicken der Leute, wenn man sich spritzt … Und da ist natürlich die Angst, dass Insulin dick macht. All dies führt dazu, dass die Insulintherapie manchmal jahrelang herausgezögert wird. Der Preis dafür ist oft eine schlechte Einstellung des Diabetes.

Insulin allein macht nicht dick …

Die Frage, ob Insulin dick macht, ist nicht so einfach zu beantworten. Hier die Fakten:

  • Wer auf eine Insulintherapie umstellt, nimmt häufig durchschnittlich 2 bis 4 kg zu. Aber: Insulin als Hormon selbst macht nicht dick, was man ja auch an den vielen schlanken Typ-1-Diabetikern sehen kann. Eine Gewichtszunahme kann Insulin allein also nicht bewirken. Hierfür muss immer ein Zuviel an Kalorien in Form von Fetten, Eiweiß und Kohlenhydraten mit der Nahrung aufgenommen werden.
  • Völlig verkehrt wäre jedoch, bei Typ-2-Diabetes auf Insulin zu verzichten! Denn eine gute Stoffwechsellage kann oft nur mit Insulin erreicht werden – und diese ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Folgeerkrankungen eher zu vermeiden. Die Vorteile der besseren Blutzuckerwerte überwiegen die Nachteile der dazugekommenen Pfunde bei weitem!
  • Insulin führt dazu, dass sich das Körperwasser, das bei einem entgleisten Diabetes durch häufiges Wasserlassen vermindert ist, wieder normalisiert. Einige der Pfunde sind nicht auf eine Zunahme an Körperfett zurückzuführen, sondern auf eine Normalisierung des Wasserhaushaltes.
  • Bei einem entgleisten Diabetes wird Zucker über den Urin ausgeschieden, sobald die Blutzuckerwerte die Nierenschwelle von etwa 180 mg/dl (10 mmol/l) überschreiten. So gehen viele Kalorien über die Niere und den Urin verloren. Dieser Mechanismus fällt natürlich weg, wenn mit Insulin eine bessere Blutzuckerstoffwechsellage erreicht wird. Die zuvor ausgeschiedenen Kohlenhydrate stehen jetzt dem Körper zur Verfügung. Die Folge: Man nimmt zu. Jetzt heißt es, Kalorien zu sparen.
  • Wer zu viel Insulin spritzt, bekommt öfter Unterzuckerungen. Auf leicht erniedrigte Blutzuckerwerte reagieren viele, indem sie häufiger und mehr essen als nötig – und so die niedrigen Blutzuckerwerte vermeiden. Auch hier die Folge: Man nimmt zu.
  • Leichte Unterzuckerungen können aber auch direkt den Appetit steigern. Dies zeigen auch neuere Untersuchungen, die belegen, dass auch bei Patienten mit einer neu begonnenen Insulinbehandlung eine überhöhte Kalorienzufuhr der Hauptfaktor für ein zunehmendes Körpergewicht ist.
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Was ist zu tun, um bei einer Insulintherapie nicht zuzunehmen?

  • Wichtig ist, schon bei Beginn der Insulinbehandlung das Gewicht im Auge zu behalten: Denn wenn erst einmal einige Pfunde dazugekommen sind, ist es sehr schwer, diese wieder loszuwerden. Also: schon von Beginn der Insulintherapie an die Kalorienzufuhr leicht reduzieren – und sich am besten körperlich betätigen. Dadurch kann auch die Insulindosis möglichst niedrig gehalten werden, was ebenfalls ein wichtiger Faktor für ein konstantes Körpergewicht unter einer Insulintherapie ist.
  • Den Effekt einer Insulintherapie auf das Gewicht abschwächen oder aufheben kann vor allem die Kombination des Insulins mit dem bewährten Diabetes-Wirkstoff Metformin oder mit anderen modernen Diabetes-Medikamenten. Umgekehrt sollte unbedingt vermieden werden, gleichzeitig Insulin und Wirkstoffe der Sulfonylharnstoff-Gruppe zu nehmen (wie Glimepirid): Denn diese selbst können schon das Gewicht erhöhen – und auch kombiniert mit Insulin zu gefährlichen Unterzuckerungen führen.
  • Auch die Wahl des Insulins und des Spritzschemas kann den Gewichtsverlauf beeinflussen: Für den Einstieg in die Insulintherapie ist eine ein- oder zweimaligen Basalinsulingabe in Kombination mit Tabletten (BOT: basalunterstützte orale Therapie) günstiger als die Gabe von Insulin nur zu den Malzeiten (SIT: supplementäre Insulintherapie).

Quelle: Diabetes-Journal 1/2014

Lesen Sie zu diesem Thema auch den ausführlichen Beitrag
” Immer wieder diskutiert – Insulin: kein Dickmacher!”
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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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