Mein Wechsel vom Insulin-Pen zur Insulin-Pumpe

3 Minuten

Community-Beitrag
Mein Wechsel vom Insulin-Pen zur Insulin-Pumpe

Nach 18 Jahren hat Conny den Wechsel vom Insulin-Pen hin zur Insulin-Pumpe gewagt. Was hat sie zu dem Schritt geführt? Conny erzählt Euch, warum.

Erstmal zur Ausgangssituation. Ich war mit meinen Insulinpens echt zufrieden. Ich habe Lantus und NovoRapid gespritzt und auch mein HbA1c war verbesserungsfähig, aber vollkommen in Ordnung. Warum also habe ich den Schritt von Insulinpens zur Insulinpumpe gewagt?

Austausch mit anderen

Begonnen hat mein Umdenken während meiner Zeit in der Rehaklinik in Passau. Ich lernte Sandra kennen, die eine Patch-Pumpe benutzte. Ich wurde neugierig und wollte mehr wissen. Sandra zeigte mir alles und ließ mich auch teilhaben an ihren Gedanken – mit der Pumpe. Das war für mich sehr hilfreich und ließ mich aufhorchen.

Ich entschied mich dazu, es auszuprobieren. Meine Krankenkasse informierte mich darüber, dass ich sechs Monate Zeit hätte, um meine Entscheidung rückgängig zu machen.

Probleme mit dem Gutachten

Nun begann der Prozess. Meine Diabetologin erstellte ein Gutachten. Hierzu musste ich drei Wochen ein Blutzuckertagebuch inkl. gespritzter Einheiten, gegessener Kohlenhydrate und Sporteinheiten usw. eintrage. Dieses wurde dem Gutachten beigelegt.

Aufgrund eines internen Fehlers lag das Gutachten gute zwei Monate beim Medizinischen Dienst, welcher auch ein Gutachten erstellt. Nachdem ich immer wieder nachgefragt hatte, wurde der Fehler behoben und mein Antrag erstmal abgelehnt. Wow, welch ein Rückschlag. Meine Diabetologin hatte mich aber bereits vorgewarnt und legte sofort mit mir einen Widerspruch ein. Dieser Widerspruch wurde anerkannt und ich konnte die Genehmigung der Insulinpumpe feiern!

Welche Pumpe ist die „richtige“?

Anschließend vereinbarte ich mit meiner Diabetesberaterin einen Termin mit dem Diabetes-Versandhändler Diashop zur Vorstellung der Insulinpumpen. Der Termin dauerte gut zwei Stunden und mir wurden sämtliche Insulinpumpen vorgestellt. Ich entschied mich für die YpsoPump. Die Loop-Funktion dieses Systems überzeugte mich.

Den Loop kann ich – Stand damals – jedoch nur mit dem Glukosesensor von Dexcom nutzen, somit beantragte ich auch die Umstellung vom FreeStyle Libre zum Dexcom G6.

Für diese Umstellung kam nach der Genehmigung eine Dame von Diashop bei mir zuhause vorbei. Der Termin dauerte gut zwei Stunden. Wir brachten den Dexcom zusammen an und testeten das Lesegerät (damals noch ohne Handy-App).

Foto: Conny Doll

2 Wochen Testen der Hilfsmittel

Nach gut zwei Wochen Testphase entschied ich mich jedoch, den Dexcom-Sensor zurückzugeben. Meine Gründe teilte ich Dexcom und meiner Diabetologin schriftlich mit. Mir war der Sensor einfach zu groß und ich hatte Hautreizungen durch das Pflaster. Meine Krankenkasse akzeptierte die Rückgabe und ich konnte wieder zurück auf den FreeStyle Libre wechseln.

Neuer Loop trotz Wechsel

Zwischenzeitlich kam der Bescheid der Krankenkasse mit dem Beginn der Pumpenschulung. Meine Diabetologin hatte mich für die Schulung in Bad Heilbrunn vormerken lassen. Die Schulung dauerte insgesamt neun Tage.

Foto: Conny Doll

Für mich war diese Schulung extrem wertvoll und wichtig, da ich die Umstellung alleine zuhause während meines Alltags nicht geschafft hätte. Mein betreuender Diabetologe vor Ort hatte selbst Diabetes und eine Insulinpumpe – das war für mich der Jackpot!

Das erste Kathetersetzen werde ich nie vergessen und wie vorsichtig ich damals auch noch war. Ich hatte großes Glück, denn Anfang Dezember war der Loop nun auch mit FreeStyle Libre und YpsoPump möglich und ich war ab 05.12. in der Klinik. Somit konnte ich den Loop trotz FreeStyle-Libre-Sensor nutzen! Manchmal lohnt sich das Warten halt doch.

Naja, aber zurück zur Ursprungsfrage: „Warum der Wechsel?“

Ganz ehrlich, ich wollte testen, ob ich mit einer Pumpe klarkomme. Ich wollte nie, dass man mir meine Krankheit ansieht, keine Sensoren, keine Katheter, kein Schlauch, keine Pumpe in der Hosentasche… und jetzt? Ich habe genau das alles und es stört mich nicht im Geringsten :). Ich bin froh, dass dank dieser Hilfsmittel mein Leben leichter läuft, ich schneller reagieren kann und flexibler bin.

Aktuell würde ich die Pumpe nicht mehr hergeben wollen. Jedoch plane ich für den Sommer, mal eine Pumpenpause einzulegen.

Ich hoffe, ich konnte Euch etwas mitnehmen auf meiner Reise zur Insulinpumpe.


von Conny Doll

Cornelia Doll hat Typ-1-Diabetes. Sie lebt und arbeitet in München. Aktuell nutzt Sie den Loop mit der YpsoPump und dem FreeStyle Libre 3. Connys absolutes Laster ist Kaffee. Conny reist gerne um die Welt und sieht sich neue Orte an. Immer dabei ist natürlich ihr Diabetes-Equipment. Auf Ihrem „Zuckerschock Blog“ könnt ihr mit ihr und ihrem Diabetes Typ 1 um die Welt reisen. Conny möchte mehr über Diabetes Typ 1 aufklären und Tabus brechen. Ihr Motto ist von der wunderbaren Pippi Langstrumpf: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar!“ Und genau dieses Motto möchte Conny in die Welt tragen und alle Newbies in der Diabetes-Welt mitnehmen frech, wild und wunderbar zu sein.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Gute Vorbereitung und Planung: Mit Diabetes und Nanni auf dem Bayerischen Jakobsweg
Kati Hoefer aus Gauting bei Starnberg lebt mit Typ-1-Diabetes seit 1980. Mit ihm, ihrer Insulinpumpe, ihrem CGM-System und Hündin Nanni machte sich die im Bereich Finanzbuchhaltung Selbstständige auf den Jakobsweg-Teilabschnitt in Bayern. Dank guter Vorbereitung und Planung waren ihren Erfahrungen rundum positiv, wie sie hier berichtet.
Gute Vorbereitung und Planung: Mit Diabetes und Nanni auf dem Bayerischen Jakobsweg | Foto: privat

7 Minuten

Community-Beitrag
Auch ältere Menschen mit Diabetes profitieren im Alltag von Technologie
Moderne Technologie spielt in der Diabetes-Therapie eine immer wichtigere Rolle. Auch Menschen, die mit Typ-1-Diabetes älter werden, profitieren stark von den Möglichkeiten, die CGM, Insulinpens und -pumpen sowie viele weitere technische Angebote auch außerhalb des Diabetes-Managements bieten.

6 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

Verbände