- Behandlung
Risiko kennen und Schlaganfall verhindern
4 Minuten

Wenn es in den hals- und hirnversorgenden Arterien Engstellen gibt, drohen Gefäßverschlüsse und damit ein Schlaganfall, weil das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Das Risiko ist bei Diabetes 2- bis 4-mal so hoch wie ohne Diabetes, bei Bluthochdruck verzehnfacht sich die Gefahr. Das Schlaganfallrisiko steigt u. a. auch, wenn Vorhofflimmern vorliegt: Von dieser Herzrhythmusstörung sind Menschen mit Diabetes häufig betroffen. Durch Flimmern oder Flattern der Vorhöfe staut sich darin das Blut und verklumpt. Gerinnsel können entstehen, die mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen, Arterien verstopfen und einen Schlaganfall auslösen.
Gut die Hälfte aller Patienten mit Schlaganfall hat Störungen im Zuckerstoffwechsel. Bei bis zu einem Viertel der Schlaganfall-Patienten ist Diabetes feststellbar. Studien zeigen auch, dass Diabetes-Patientinnen im Vergleich zu Frauen ohne Diabetes ein um etwa 50 Prozent höheres Schlaganfallrisiko haben.
Diabetes kann den Hirninfarkt auf direktem und indirektem Weg fördern, u. a. durch Funktionsstörungen in Zellwänden und Struktur der Blutgefäße (endotheliale Dysfunktion), Einreißen von Ablagerungen (Plaque-Ruptur), Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) und erhöhte Gerinnungsneigung (Thrombophilie). Diabetes verändert die Eigenschaften in Blutzellen, Blutplasma und Blutströmung.
Kleiner und großer Hirninfarkt
Während am Herzen primär Durchblutungsstörungen in großen Arterien (Makroangiopathie), den Herzkranzgefäßen, für den Infarkt verantwortlich sind, kann ein Schlaganfall durch Minderdurchblutung in großen und kleinen Blutgefäßen (Mikroangiopathie) verursacht werden. Die plötzlich fehlende Sauerstoffversorgung im Gehirn ist Grund für den ischämischen Schlaganfall. Je länger das Gehirn ohne Versorgung bleibt, desto gravierender sind die Folgen: von halbseitiger Lähmung über Ausfälle beim Denken bis zur bleibenden Behinderung.
- Sehstörung (Einschränkung des Gesichtsfeldes, Doppelbilder)
- Störung von Sprache und Sprachverständnis (stockende Sprache, Verdrehen von Silben/Buchstaben, Aussetzen der Sprache)
- Lähmung und Taubheitsgefühl (plötzlich eintretende Lähmung, gestörtes Berührungsempfinden, pelziges Gefühl einer Körperseite, herunterhängender Mundwinkel)
- Schwindel mit Gangunsicherheit (Dreh- oder Schwankschwindel, Verlust von Gleichgewicht und Koordination)
- sehr starker Kopfschmerz (nicht bekannter heftiger Kopfschmerz, auch verbunden mit Übelkeit/Erbrechen, zeitverzögert mit Bewusstseinsverlust oder Verwirrtheit)
Mikroangiopathisch führt der Gefäßverschluss auch zu kleineren Hirninfarkten. Tritt dieser kleine Infarkt an einer zentralen Stelle im Gehirn auf, kann er einen größeren Infarkt auslösen. Kleinere Hirninfarkte schädigen die Struktur der weißen Substanz, das heißt, die Verbindungsstränge im Gehirn. So können Einschränkungen entstehen: von gestörtem Gangbild und Gleichgewicht über psychische Probleme bis zu Antriebslosigkeit und reduzierter Hirnleistung.
Einstellung im Zielbereich
Der beste Schutz, das Risiko für einen Schlaganfall niedrig zu halten, ist die Einstellung von Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerten im Zielbereich, idealerweise kombiniert mit gesunder Lebensweise: Bewegung, Verzicht auf Alkohol sowie Rauchen und das Vermeiden von Übergewicht gehören dazu. Schon die Blutdrucksenkung um 10 mmHg hat eine große Wirkung: Mit ihr kann das Schlaganfallrisiko fast halbiert werden.
Bei Vorhofflimmern ist wichtig, dass die Herzrhythmusstörung rechtzeitig entdeckt und behandelt wird. Hören die Muskelzellen der Vorhöfe nicht mehr auf den Taktgeber im Herzen, verfünffacht sich das Schlaganfallrisiko. Eine Unregelmäßigkeit im Herzschlag an sich ist noch nicht gefährlich, die daraus resultierenden Folgen können es aber sein. Das Flimmern reduziert auch die Pumpkraft des Herzens, was zu Leistungseinbußen führt.
Viele Patienten mit Vorhofflimmern merken aber die Symptome nicht. Manchmal tritt Herzstolpern über längere Zeit auf. Auch schneller Puls, Schwäche und Luftnot können Hinweise darauf sein.
Mit Gerinnungshemmern vorbeugen
In der Behandlung reichen Betablocker oder andere Medikamente, die den Herzrhythmus stabilisieren (Antiarrhythmika) oft aus, um die Herzfrequenz wieder ins Lot zu bringen. Die Katheter-Ablation ist eine Möglichkeit, um riskanten Herzrhythmusstörungen dauerhaft vorzubeugen: Dabei werden krankhafte Bereiche im Herzgewebe, die Erregungsherde sind, verödet.
Als effektivste Maßnahme, um einem Schlaganfall vorzubeugen, gilt die Gerinnungshemmung (Antikoagulation). Die Therapie mit Antikoagulanzien bei Vorhofflimmern ist unerlässlich. Sie ist auch Baustein der Behandlung nach Schlaganfall, um künftigen Ereignissen vorzubeugen. Neben Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Marcumar, Falithrom) werden neue bzw. direkte orale Antikoagulanzien (NOAK bzw. DOAK) eingesetzt.
Bei Gerinnungshemmern muss auf das Blutungsrisiko geachtet werden. Das kann ein Grund sein, warum Patienten vor einer Operation, z. B. einem Zahnarzteingriff, mit der Therapie pausieren müssen. Die Medikamente sollten aber nicht eigenmächtig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden. Blutungen sind meist gut in den Griff zu bekommen, und der Schutz vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt überwiegt.
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- Diabetes bleibt selten allein
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (3) Seite 30-31
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thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Tag, 22 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]








Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße