- Behandlung
Vertrauen ist die Basis der Therapie
2 Minuten

Ihre Erfahrungen zu den Themen Arzt-Patienten-Verhältnis und gegenseitiges Vertrauen schildert Jana Einser in der Kolumne Zum guten Schluss.
Als ich neulich bei meinem Diabetologen zur vierteljährlichen Kontrolle war und er mir Blut abnahm zum Messen des HbA1c-Werts, habe ich ihm gleich gesagt: “Der ist diesmal schlechter als sonst – ich habe im Moment keine Lust, mich intensiv um meinen Diabetes zu kümmern!”
Wissen Sie, wie er reagiert hat? Das war für ihn kein Problem. Er kennt mich nun schon einige Jahre und weiß, dass ich normalerweise versuche, die Blutzuckerwerte so gut wie möglich in den Zielbereich zu bekommen. Er weiß auch, dass ich gut über Diabetes allgemein und meinen eigenen im Besonderen Bescheid weiß. Und so meinte er nur: “Tipps zur Dosisänderung gebe ich Ihnen nicht, das machen Sie sowieso selbst.”
Arzt-Patienten-Verhältnis basiert auf gegenseitigem Vertrauen
Ich fand seine Reaktion klasse – auch wenn ich nichts anderes erwartet hatte. Unser Arzt-Patienten-Verhältnis basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Und dass bei mir nach über 40-jähriger Diabetesdauer mal eine Phase kommt, in der ich weniger Lust habe, mich um meinen Diabetes zu kümmern, ist eigentlich klar. Maschinen sind wir Diabetiker nun einmal nicht.
So, wie ich es erlebt habe, so stelle ich mir eine ideale Arzt-Patienten-Beziehung vor. Aus meinen Blutzuckerwerten mache ich kein Geheimnis, sie sind so, wie sie eben sind – mit allen Schwankungen, Unter- und Überzuckerungen. “Gute” Blutzuckerwerte erfinden – wie ich es immer wieder höre –, damit mein Arzt mich nicht kritisiert: Auf diese Idee käme ich nicht. Wem nützt das schon?
Bei den Werten mogeln? Wenig vertrauensvoll!
Traurig finde ich, dass manche Diabetiker aber das Gefühl haben, bessere Werte in ihr Blutzuckertagebuch eintragen zu müssen – aus Angst vor ihrem Arzt. Wo ist da das gegenseitige Vertrauen?
Vertrauen ist auch nötig, damit ich meinem Arzt sagen kann, wie es mir wirklich geht. Auf die meist zu Beginn gestellte Frage “Wie geht es Ihnen?” wird wahrscheinlich oft rein rhetorisch geantwortet: “Gut.” Aber ist das immer so? Nein!
Also sage ich meinem Diabetologen, wenn es mir schlecht geht, warum auch immer. Das können Schmerzen sein, das kann psychische Gründe haben oder einfach das aktuelle soziale Umfeld betreffen – denn alles hat Einfluss auf meinen Diabetes. Und wenn wieder alles in Ordnung ist, sage ich es auch – und kümmere mich wieder um meinen Diabetes.
von Jana Einser

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (10) Seite 90
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lena-schmidt postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße