„Videoschulungen müssen dauerhaft Kassenleistung werden“

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© Andrey Popov - Fotolia
„Videoschulungen müssen dauerhaft Kassenleistung werden“

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in einigen Regionen Ausnahmeregelungen, um Videoschulungen statt der üblichen Präsenzgruppenschulungen durchzuführen. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, hat sich dieses Format bewährt. Diabetesverbände fordern daher, Videoschulung auf unbegrenzte Zeit als ergänzende Option neben Präsenzschulungen erstattungsfähig zu machen.

Um Patienten mit Diabetes vor einer COVID-19-Infektion zu schützen, hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit Wirkung vom 8. April 2020 einen Eilbeschluss zu Schulungen und Dokumentationen im Rahmen von Disease-Management-Programmen (DMP) erlassen.

Danach können strukturierte Schulungen bis Ende 2020 ausgesetzt werden, um ein mögliches Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zu minimieren und Arztpraxen zu entlasten. Eine Reihe von Bezirken der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) ermöglichten daraufhin befristet, Schulungen auch online durchzuführen.

Befragung zur Online-Diabetesschulung unter 356 Diabetologen

Um die Einstellungen und Erfahrungen von Ärzte/innen sowie Diabetesberatern/innen und Diabetesassistenten/innen zu erfassen, initiierten verschiedene Diabetesverbände gemeinsam eine Befragung zur Online-Schulung bei Diabetes, deren Ergebnisse jetzt vorliegen (siehe folgenden Kasten).

Die wichtigsten Ergebnisse der Online-Befragung


Insgesamt 356 in der Diabetologie Tätige aus allen 17 KV-Bezirken nahmen an der Online-Befragung teil:
  • 75 Prozent erachten die Internetstruktur in ihrer Praxis für die Online-Schulung als ausreichend,
  • 61 Prozent der Praxen sehen sich für die Online-Gruppenschulung technisch gut ausgestattet,
  • 55 Prozent schätzen die Schulungskräfte als angemessen technisch kompetent ein, um Videoschulungen durchzuführen,
  • für 51 Prozent der Befragten war die Corona-Pandemie ein Anlass, um sich näher mit der Online-Schulung zu befassen und
  • 48 Prozent empfand die Möglichkeit der Videoschulung während dieser Zeit als eine gute Alternative zur Präsenzschulung.

Die Online-Umfrage wurde durchgeführt vom wissenschaftlichen Institut der niedergelassenen Diabetologen (winDiab) sowie dem Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM) in Kooperation mit dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), dem Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Insgesamt bewerteten Praxen, die bereits Erfahrungen mit der Online-Schulung gesammelt haben, diese in allen Bereichen signifikant positiver als solche, die bislang noch keine Online-Schulungen durchgeführt hatten. „Dies zeigt, dass praktische Erfahrungen mit diesem für die Diabetesschulung neuen Medium notwendig sind“, sagt Dr. med. Matthias Kaltheuner, Diabetologe und Geschäftsführer von winDiab.

Ein Drittel würde Online-Schulungen dauerhaft anbieten

Ausgehend von den positiven Erfahrungen wünschen sich etwa ein Drittel aller Befragten, dass die Online-Schulung einen festen Platz im Praxisangebot für strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramme erhält. „Dies begrüßen wir sehr, da wir so weitestgehend auch technikaffine Patienten und Berufstätige schulen können oder Personen mit langen Anfahrtswegen zur Praxis“, sagt Dr. rer. medic. Nicola Haller, Vorsitzende des VDBD.

„Allerdings müssen die Präsenzschulungen weiterhin Goldstandard der Diabetesschulung bleiben“, so Haller, denn für ältere Menschen oder Personen ohne technische Voraussetzungen und Technikaffinität halten die meisten Befragten eine Online-Schulung für weniger gut geeignet. Besonders die Interaktionen zwischen dem Kursleiter und den Patienten, aber auch zwischen den Patienten, schätzten 82 Prozent der Befragten bei der Präsenzschulungen als deutlich besser ein.

„Die Mehrheit der Befragten war zuversichtlich, Patientinnen und Patienten ihrer Praxis zu einer Videoschulung motivieren zu können. Ein Technik-Check vor der Schulung erscheint jedoch unbedingt notwendig, um einen störungsfreien Ablauf zu ermöglichen“, erläutert Dr. med. Nikolaus Scheper, niedergelassener Diabetologe und Vorsitzender des BVND.

Praktikable, umsetzbare Lösung und ergänzende Option

Für VDBD, BVND, FIDAM, DDG, diabetesDE und winDiab haben sich Diabetesschulungen per Video als eine praktikable, umsetzbare Lösung und ergänzende Option herausgestellt: „Wir fordern daher dauerhaft ein gemeinsam erarbeitetes Parallelangebot von Präsenz- und Videoschulungen in der Diabetologie“, so die Sprecher der Diabetes-Organisationen, die sämtliche Diabetologen/innen und Diabetesberater/innen in Deutschland repräsentieren.

„Voraussetzung ist, dass Videoschulungen nur mit den DMP-Diabetes zertifizierten strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen durchgeführt werden. Und natürlich müssen die von der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gesetzten Datenschutzstandards eingehalten werden und nur zertifizierte Videoanbieter mit End-to-Endverschlüsselung genutzt werden“, fordert Professor Dr. med. Monika Kellerer, Präsidentin der DDG.

„Zudem ist für Trainerinnen und Trainer, die Videoschulungen durchführen, eine entsprechende Qualifikation – eine Weiterbildung zur Diabetesberater/in DDG beziehungsweise Diabetesassistent/in DDG – unabdingbar“, betont die DDG-Präsidentin. Auch ein abrechnungsfähiges Modul zur Technikeinweisung bei Gruppenschulungen im Videomodus sei notwendig.


Quelle: Pressemitteilung des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) | Redaktion

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 19 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 12 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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