Was die Haut von Menschen mit Diabetes im Winter braucht

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Was die Haut von Menschen mit Diabetes im Winter braucht | Foto: Darya Shuyskova – stock.adobe.com
Foto: Darya Shuyskova – stock.adobe.com
Was die Haut von Menschen mit Diabetes im Winter braucht

Kälte, Frost und Nässe sind nicht nur ungemütlich, sondern auch eine anstrengende Last für die Haut – vor allem bei Diabetes, denn dann ist die Haut meist ohnehin schon sensibel und trocken. Mit welchen einfachen Mitteln man seine Haut für die kalten Tage im Winter wappnen kann, verrät Kirsten Metternich von Wolff.

Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit im Freien und in beheizten Innenräumen deutlich geringer als im Sommer. Plötzlich ist das Gefühl von Trockenheit und Spannung noch stärker als sonst. Erschwerend kommt hinzu, dass Talgdrüsen der Haut bei niedrigerer Außentemperatur weniger aktiv sind.

Deshalb ist es jetzt so wichtig, mit passender Pflege nachzuhelfen. Ist der Blutzucker nicht in der Balance, zeigt sich das auch am Hautbild: Neben extremer Trockenheit tritt meist starker Juckreiz an Armen und Beinen auf. Zusätzlich entsteht an den Füßen mehr Hornhaut. Es entwickeln sich Druckstellen und Schrunden oder Fußpilz.

Lange heiß duschen – Gift für die Haut

So schön die Vorstellung auch sein mag: Heißes Duschen ist weder für gesunde noch diabetische Haut sinnvoll. Das stresst sie.Juckreiz und Sensibilität nehmen zu. Ebenso tun aggressive Waschprodukte ihr nicht gut. Empfehlenswert sind Gels oder Lotionen mit einem pH-Wert von 5,5 – am besten unparfümiert, beispielsweise mit Harnstoff (Urea), Glycerin, Hyaluronsäure oder rückfettenden Ölen. Denn neben Feuchtigkeit braucht die Haut jetzt unbedingt genügend Fett.

Ein Tropfen Öl zur Tagescreme

Das Multitalent Öl kann Gutes tun: schützen, nähren und pflegen. Schöner Nebeneffekt: Pflegende Öle werden auch bei Diabetes meist gut vertragen, beispielsweise bei Produkten aus dem Apotheken- oder Naturkosmetiksegment. Täglich ein bis zwei Tropfen mit der Tagescreme mischen, fertig. Auch wenn sie im Winter weniger scheint: Tagescreme sollte einen Lichtschutzfaktor gegen die Sonnenstrahlen enthalten. Hautärzte empfehlen dies zum Schutz vor vorzeitiger Hautalterung.

Nach jeder wohltemperierten Dusche gilt es, Körper und Füße gründlich abzutrocknen und einzucremen. Ein paar Tropfen Öl ergänzen eine Lotion perfekt. Zur Fußpflege eignet sich Creme oder Schaum für besonders trockene Haut. Hier gibt es eine Fülle an Produkten, die speziell für Diabetiker in Apotheken und Drogerien im Angebot sind.

Das gehört zur winterlichen Pflege …

Ganz gleich, ob Gesicht, Körper oder Füße: Produkte am besten vor der ersten Anwendung auf einer kleinen Stelle des Unterarms auf ihre Verträglichkeit testen. In Apotheken besteht meist die Möglichkeit, Proben zu erhalten. Sollte die Haut darauf allergisch reagieren, zeigt sich das binnen kurzer Zeit. Zum winterlichen Standardprogramm gehört eine reichhaltige Körperlotion – zum Auftragen nach Dusche oder Bad.

Besonders wichtig ist eine speziell für Diabetiker konzipierte Fußcreme. Weder Melkfett noch Vaseline bieten einen Kälteschutz. Vor allem die Hände sind jetzt besonders trocken. Am besten mehrfach täglich mit urea- oder glycerinhaltiger Handcreme pflegen und auch in Nägel, Nagelhaut und Fingerkuppen einmassieren: Durchs Blutzuckermessen bildet sich auf den Spitzen gerne Hornhaut, was das Messen auf Dauer erschwert. Dank Pflege bleiben sie weich und die Haut elastisch.

Vitamine für gesunde Haut

Neben regelmäßiger Pflege von außen ist es jetzt besonders wichtig, ausreichend Vitamine und Mineralien über Lebensmittel zu essen. Bestehen Defizite, schwächt das die Abwehrkräfte und damit auch die Haut. Trinken Sie genügend – auch wenn das Durstgefühl im Winter weit weniger stark ist als bei 25 Grad plus. Der Körper braucht Flüssigkeit, damit die Haut prall, rosig und gut durchblutet wird.

Wie wäre es öfter mit einer heißen Zitrone? Dazu Wasser aufkochen, kurz stehenlassen und frisch gepressten Saft dazugeben. Nach Geschmack mit Süßstoff würzen. Die Extra­portion Vitamin C tut Haut und Immunsystem gut. Wohltuend und wärmend sind auch Roibusch-, Kräuter- und Früchtetee. Das streichelt Seele und Haut.


von Kirsten Metternich von Wolff

zuerst erschienen am 01.12.2019; überarbeitet und aktualisiert am 20. Januar 2025

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Tagen, 11 Stunden

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

  • sayuri postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden

    Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
    Liebe Grüße
    Sayuri

  • cina_polada postete ein Update vor 1 Woche

    Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂

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