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Was Sie wissen müssen: Informationen und Tipps zum Thema Diabetes und Hitze
4 Minuten

Wenn die Temperaturen steigen, stellt das Menschen mit Diabetes vor besondere Herausforderungen. Nicht nur der Körper und das Wohlbefinden werden von der Hitze stark beansprucht, sondern auch Insulin, Medikamente und medizinische Geräte brauchen dann besonderen Schutz. In diesem Beitrag haben wir wichtige Informationen und Tipps zusammengetragen, wie Menschen mit Diabetes sicher durch die heißen Tage kommen.
Extreme Temperaturen treten zunehmend häufiger auf und halten länger an. Deutschland gehört zu den Regionen, die sich in den kommenden Jahren besonders stark erhitzen werden, prognostizieren Klimaforscherinnen und -forscher.
Bei hohen Temperaturen funktioniert der menschliche Körper anders. Vor allem Menschen mit Diabetes sollten dies berücksichtigen. Die Blutgefäße in der Haut erweitern sich, um Wärme abzugeben. Das führt auch dazu, dass gespritztes oder über eine Insulinpumpe abgegebenes Insulin schneller in den Blutkreislauf gelangt und schneller wirkt. Gleichzeitig können Hitzewellen den Blutzuckerspiegel beeinflussen und das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen.
Die Glukosewerte bei Hitze besonders im Auge behalten
An heißen Tagen ist es daher wichtig, die Blut- oder Gewebezuckerwerte intensiver als sonst zu überwachen. Weil Insulin bei hohen Temperaturen schneller wirkt, können Unterzuckerungen auftreten, die leicht mit typischen Hitzesymptomen wie Schwitzen verwechselt werden. Daher sollten Sie Ihre Werte häufiger kontrollieren, besonders wenn Sie körperlich aktiv sind.
Beim Schwimmen ist besondere Vorsicht geboten. Zitternde Hände und Schwindel sind Anzeichen von Unterzuckerung, können im Wasser aber leicht übersehen oder falsch interpretiert werden. Überprüfen Sie Ihren Glukosespiegel vor, während und nach dem Schwimmen. Bei leichten Unterzuckerungen hilft Traubenzucker schnell, bei schweren Fällen gibt es Glukagon-Nasenspray.
Auch bei Temperaturschwankungen ist Aufmerksamkeit geboten. Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes und gleichzeitiger Herz-Kreislauf-Erkrankung haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Bei starken Temperaturschwankungen sollten Sie körperliche Belastung reduzieren.
Wichtig: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, aber verschieben Sie diese in die kühleren Abend- oder frühen Morgenstunden.
Auch Insulin und andere Medikamente werden von Hitze beeinflusst
Insulin ist ein Protein, das durch Hitze zerstört werden kann. Wenn es zu heiß wird, kann es seine Wirksamkeit verlieren. Deshalb müssen Sie Ihr Insulin besonders schützen:
- Insulin in Verwendung darf bis zu 30 Grad Celsius ausgesetzt sein, sollte aber nicht in direkter Sonne liegen.
- Insulin in Lagerung muss zwischen 2 und 8 Grad Celsius aufbewahrt werden. Nutzen Sie spezielle Kühlboxen oder Taschen, die die Temperatur stabil halten.
- Das Insulin darf aber keinen unmittelbaren Kontakt mit Kühlelementen haben.
Auch andere Diabetes-Medikamente können bei Hitze anders wirken. Einige Medikamente beeinträchtigen das Schwitzen oder das Durstgefühl. Das können Wirkstoffe gegen Harnblasen-Probleme sein, aber auch Antidepressiva, Schmerzmittel vom Opioid-Typ oder bestimmte Antihistaminika.
Wichtig: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wie Ihre Medikamente bei Hitze angepasst werden sollten. Metformin und SGLT-2-Hemmer sollten beispielsweise bei starkem Flüssigkeitsmangel möglicherweise zeitweilig pausiert werden.
Was bei CGM-Systemen, Insulinpumpen und anderen Hilfsmitteln zu beachten ist
Blutzucker-Messgeräte arbeiten mit Enzymen, die durch hohe Temperaturen geschädigt werden können. Das führt zu ungenauen Messungen oder verhindert sie ganz. Lagern Sie Ihr Messgerät an einem kühlen, vor Sonnenlicht geschützten Ort. Setzen Sie das Gerät auch nicht schnellen Temperaturwechseln aus.
CGM-Systeme (Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung) messen zwar unter der Haut, doch die Elektronik des auf der Haut liegenden Transmitters kann durch Hitze beeinträchtigt werden. Der Sensor kann aus Sicherheitsgründen unter Umständen keinen Messwert anzeigen. Um das zu vermeiden, schützen Sie den Sensor mit atmungsaktiver Kleidung oder speziellen Armbändern.
Befeuchten Sie die Kleidung vor dem Anziehen nicht, sondern nur hinterher für zusätzliche Kühlung. Vor dem Anziehen sollte die Haut von Schweiß und Sonnencreme befreit sein. Bei vermehrtem Schwitzen können Sie den Sensor zusätzlich mit atmungsaktivem Material wie speziellen Overpatches oder Kinesiotape fixieren.
Spezielle Situationen: Schwimmen und Insulinpumpe
Insulinpumpen müssen ebenfalls vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden und sollten sauber und trocken gelagert werden. Wenn Sie eine Insulinpumpe tragen und schwimmen möchten, können Sie diese ablegen. Die Kanüle unter der Haut wird durch ein wasserdichtes Katheterpflaster geschützt.
Allerdings sollte die Pumpe nur abgekoppelt werden, wenn der Glukosespiegel zwischen 120 und 180 mg/dl bzw. 6,7 und 10,0 mmol/l liegt. Bei niedrigeren Werten hilft ein kohlenhydratreicher Snack vor dem Sprung ins Wasser. Ist der Wert zu hoch, benötigen Sie eine zusätzliche Insulindosis.
Zeichen für eine Überhitzung – und was dann zu tun ist
Wenn der Körper überhitzt, können bestimmte Symptome auftreten: trockene und heiße Haut, Verwirrtheit, schnellerer Puls oder beschleunigte Atmung. Dann sollten Sie sofort handeln:
Unterarme und Unterschenkel in mäßig kühles oder lauwarmes Wasser eintauchen. Den Körper mehrmals täglich mit feuchten Tüchern abreiben oder diese auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken legen. Die Haut mit Wasser aus einer Sprühflasche benetzen. Wadenwickel mit nicht zu kaltem Wasser anwenden. Nasse Handtücher im Raum aufhängen oder Ventilatoren nutzen, aber nicht direkt auf sich selbst richten, da dies zu Austrocknung führen kann.
Wichtig: Bei schweren Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notfalldienst rufen.
Trinken, trinken, trinken: Ausreichend Flüssigkeit ist entscheidend
An heißen Tagen ist genug zu trinken essentiell für Menschen mit Diabetes. Wenn Sie zu wenig trinken, können die Blutzuckerwerte steigen. Dehydrierung ändert auch die Blutkomposition, was Messergebnisse verfälschen kann.
Ideal sind Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen im Verhältnis 1 Teil Saft zu 3 Teilen Wasser. Alkoholische Getränke sollten vermieden werden, da sie den Flüssigkeitshaushalt stören. Erwachsene sollten mindestens 1,5 Liter täglich trinken, bei starkem Schwitzen deutlich mehr. Ein Trick: Eine Scheibe Zitrone, etwas frischer Ingwer oder frische Pfefferminze geben Wasser geschmacklich einen Kick.
Wichtig: Besonders ältere Menschen mit Diabetes sollten aufpassen, denn das Durstempfinden lässt im Alter nach.
Was Menschen mit Diabetes vor heißen Perioden tun können
Fragen Sie frühzeitig Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob und wie Ihre Medikamente bei Hitze angepasst werden müssen. Das gilt besonders, wenn Sie Blutdrucksenker nehmen. Beobachten Sie, wie Ihr Körper auf die veränderten Bedingungen reagiert, und nutzen Sie ärztliche Kontrolltermine, um Fragen zu klären.
Praktische Tipps für die Hitze:
- Leichte, helle Kleidung tragen, die Schweiß aufnimmt
- Sonnenschutz nutzen
- Überanstrengungen vermeiden
- Direkte Sonneneinstrahlung auf Insulin, Pumpe und Messgeräte verhindern
- Ins Haus oder in klimatisierte Räume gehen, wenn es zu heiß wird
- Räume kühl halten durch Ventilatoren oder offene Fenster in den frühen Morgen- und späten Abendstunden
- Mit dem Diabetesteam kommunizieren, wenn Sie sich unsicher sind
Fazit: Mit Vorbereitung und Achtsamkeit gut durch die Hitze kommen
Hitze ist auch für Menschen mit Diabetes kein Grund zur Sorge, wenn Sie richtig vorbereitet und achtsam sind. Aufmerksamkeit, Planung und regelmäßige Blut- oder Gewebezuckerkontrollen sind die Schlüssel. Ihr Diabetes-Management kann sich bei Hitze verändern, aber mit den richtigen Maßnahmen kommen Sie gut durch die heißen Tage.
Wichtig: Zögern Sie nicht, Ihr Diabetesteam zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder sich unsicher fühlen.
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 4 Tagen, 1 Stunde
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen
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In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



