- Behandlung
Welche Insuline man wie einsetzt
3 Minuten
Diabetes-Journal-Chefredakteur Prof. Thomas Haak gibt hier einen Überblick über Insulingeschichte, Insulinarten sowie Therapiestrategien. Die kurze Zusammenstellung bietet außerdem eine Tabelle mit den gängigen Insulinsorten – interessant sicher für erfahrene wie für ganz neue Leser!
Man unterscheidet zwischen humanen und tierischen Insulinen: Tierische Insuline werden nur noch sehr selten eingesetzt und sind daher schwer erhältlich; es gibt aber immer noch Menschen, die mit Humaninsulin nicht zurechtkommen, wenn sie früher einmal tierische Insuline benutzt hatten. Die meisten humanen Insuline werden heute gentechnisch hergestellt; so kann man Insulin sicher und in nahezu unbegrenzter Menge herstellen, die Produktqualität in Bezug auf Reinheit ist nahezu perfekt.
Humaninsuline werden als schnellwirksames Insulin oder als Verzögerungsinsulin in Form des NPH-Insulins angeboten. NPH steht für Neutral Protamin Hagedorn. Das von Dr. Hans Christian Hagedorn entwickelte Eiweißmolekül führt dazu, dass Insulin langsam in den Blutkreislauf aufgenommen wird. NPH-Insuline erkennt man an ihrer Trübung, diese Insuline müssen daher sorgfältig durch Schwenken der Ampulle oder des Insulinpens vermischt werden, um eine gleichmäßige Verteilung von Verzögerungsstoff und Insulin zu erhalten.
Noch schneller, noch langsamer
Vor über 20 Jahren begann die Industrie, die Wirkeigenschaften der Insuline zu verändern: Schnelle Insuline sollten schneller gemacht werden, und Verzögerungsinsuline sollten gleichmäßiger wirken. Daraus entstanden die Insulinanaloga: Sie wirken wie Insulin, jedoch ist der Wirkeintritt bei den schnellen Insulinanaloga ca. 15 Minuten früher als bei Humaninsulinen. Dies führt dazu, dass man oft keinen Spritz-Ess-Abstand mehr braucht bzw. Insulin oft sogar nach dem Essen spritzen kann, wenn der Ausgangsblutzuckerspiegel nicht hoch war.
Bei den Verzögerungsinsulinen wurde das Insulinmolekül so verändert, dass die Aufnahme in den Körper sehr langsam erfolgt. Dies führt zu einem gleichmäßigeren Anfluten und konstanteren Insulinspiegeln. Daher schwankt die Wirkung von Tag zu Tag bei den modernen Insulinanaloga deutlich weniger, und der Blutzucker lässt sich bei vielen Patienten stabiler einstellen als mit dem herkömmlichen NPH-Insulin.

Durch das Verwenden von Verzögerungsinsulinanaloga kann es je nach Insulintyp sein, dass seltener injiziert werden muss als unter NPH-Insulin. In vielen Fällen reicht eine einzige Injektion pro Tag aus. Ein großer Vorteil ist auch, dass die Verzögerungsinsulinanaloga nicht mehr trüb sind und dadurch auch nicht mehr durchmischt werden müssen. Die Tabelle auf der folgenden Seite gibt eine Übersicht über die gängigen Insuline auf dem deutschen Markt.
Erfolg mit der richtigen Insulinstrategie
Es gibt verschiedene Insulinstrategien. Unter der konventionellen Therapie (CT) werden Mischungen aus schnellwirksamem und Verzögerungsinsulin verwendet. Injiziert werden die Mischinsuline normalerweise morgens und abends in einem Verhältnis von 2 : 1. Der schnellwirksame Insulinanteil der Mischungen wirkt zum Frühstück, der Verzögerungsanteil wirkt am stärksten zum Zeitpunkt der Mittagsmahlzeit. Am Abend wirkt der schnellwirksame Anteil des Mischinsulins zum Abendessen, der Verzögerungsanteil stabilisiert den Blutzucker während der Nacht.
Diese einfache Insulinstrategie erlaubt oft nur eine mäßig gute Einstellung. Blutzuckerschwankungen im Tagesverlauf können mit dieser Insulinstrategie nicht korrigiert werden. Man hat nur die Möglichkeit, mehr oder weniger zu essen bzw. sich mehr oder weniger zu bewegen. In diesem Fall ist man wirklich gezwungen, den Tagesverlauf an die Insulinwirkung anzupassen.
ICT: die neue Freiheit
In den 1980er-Jahren wurde die intensivierte Insulintherapie (ICT) die Therapie der Wahl. Sie wird oft auch als funktionelle Insulintherapie bezeichnet. Bei dieser Strategie wird für den Zucker, den der Körper unabhängig von Mahlzeiten selbst bildet, ein Basalinsulin gespritzt. Abhängig von dem Zeitpunkt der Mahlzeit und der Mahlzeitenmenge sowie dem Blutzucker wird zu den Hauptmahlzeiten, je nach Insulintyp auch zu den Zwischenmahlzeiten, schnellwirksames Insulin gegeben – für die Kohlenhydrate und zur Korrektur eines vom Zielwert abweichenden Blutzuckers.
In dieser Therapieform richtet sich das Insulin nach dem Leben. Mit einer intensivierten Insulintherapie ist eine viel präzisere und erfolgreichere Therapie möglich.
BOT, SIT … oder sonst noch was?
Die genannten Strategien werden benötigt, wenn am Tag noch körpereigenes Insulin vorhanden ist. Bei Typ-2-Diabetes ist daher oft nur eine nächtliche Insulingabe vor dem Zubettgehen notwendig, um sicherzustellen, dass der Blutzucker am Morgen normal ist; tagsüber werden weiterhin blutzuckersenkende Tabletten eingenommen. Diese Therapie, bezeichnet als basalunterstützte orale Therapie (BOT), ist eine gute Möglichkeit, um eine Insulintherapie zu beginnen. Unter SIT versteht man die supplementäre Insulintherapie.
Auch diese ist eine Therapieform für Typ-2-Diabetiker, die eine zusätzliche Insulingabe benötigen. Hier wird durch Zugabe von schnellwirksamem Insulin zu den Hauptmahlzeiten die noch vorhandene körpereigene Insulinproduktion ergänzt. Besonders geeignet ist diese Therapie, wenn es nach den Hauptmahlzeiten zu einem ungewollten Blutzuckeranstieg kommt. Für Kinder ist die Insulinpumpentherapie die Therapie der Wahl! Auch viele Erwachsene profitieren davon. Mehr dazu und auch über deren Grenzen finden Sie im folgenden Artikel.
Schwerpunkt XXX
- Welche Insuline man wie einsetzt
- Wenn Menschen mit Insulinpumpe altern
- Bessere Insulintherapie durch CGM: Zahlen, Daten, Fakten
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (9) Seite 14-16
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
