Faszination Faszien

3 Minuten

© sabine hürdler - fotolia.com
Faszination Faszien

Faszien – lange standen sie wissenschaftlich im Schatten ihres vermeintlich großen Bruders Muskulatur. Erst vor einigen Jahren hat die Forschung ihre besondere Bedeutung entdeckt. Bereits heute ist ein Faszientraining weder aus dem Leistungs- und Freizeitsport noch aus dem Rehabilitationssport wegzudenken.

Sie durchziehen den menschlichen Körper wie ein dreidimensionales Netzwerk – umhüllen dabei Organe, Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen. Faszien bestehen aus Strukturproteinen: Das Kollagen sichert die formgebende Struktur, Elastin die erforderliche Elastizität. Bindegewebszellen sorgen für den Aufbau der Faserstrukturen je nach individueller Beanspruchung. Eine wässrige Grundsubstanz umgibt die Zellen und Fasern. Faszien unterliegen dabei einem ständigen Umbau – etwa alle 2 Jahre erneuert sich das Fasziengewebe vollständig.

Schutz und Gerüst, das Form und Halt gibt

Die Faszienhülle dient Muskeln wie Organen als Schutz und Gerüst, gibt letztlich dem ganzen Körper Form und Halt. Kommunikation wird im Fasziennetzwerk großgeschrieben. Man vermutet, dass die eng verbundenen Bindegewebszellen als eine Art Kommunikationsnetz der verschiedenen Zellen untereinander arbeiten.

Zudem lassen die zahlreichen Nervenendigungen in den Faszien diese praktisch zu einem weiteren Sinnesor­gan werden, das hochsensibel Körperbewegungen und -positionen, Erkrankungen der inneren Organe sowie vor allem auch den Schmerz wahrnimmt und vermittelt.

Plagt uns eigentlich ein Faszien- statt ein Muskelkater?

Mit dem Älterwerden und vor allem bei Bewegungsarmut verändert sich die Struktur der kollagenen Fasern – Faszien werden spröde, hart und verfilzen. Benachbarte Gewebeschichten gleiten nicht mehr sanft aneinander. Zerrungen, Muskelfaserrisse, Sehnen- und Knochenhaut­reizungen oder gar Bänderrisse treten auf.

Banale Alltagsbelastungen führen bei Untrainierten zu hartnäckigen Verletzungen. Aber auch bei Leistungssportlern treten mit den Jahren gehäuft Verletzungen der Faszien auf. Selbst beim Muskelkater dürfte es sich nach aktuellen Erkenntnissen mehr um einen Faszienkater handeln.

Erkrankungen unter Beteiligung der Faszien wie Gelenkkapselentzündungen, Sehnenreizungen oder Einengungen von Nerven durch Bindegewebe finden sich bei Diabetikern häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Unterschwellige Entzündungsreaktionen und die Anbindung von Zuckermolekülen an bindegewebige Strukturen sind mögliche Erklärungen hierfür.

Faszientraining: Zweimal 10 Minuten pro Woche reichen

Mit einem gezielten Faszientraining bleiben Faszien reißfest und elastisch – die Beweglichkeit wird optimiert, und Verletzungen wird aktiv vorgebeugt. Das Faszientraining ist allerdings als Ergänzung, nicht als Ersatz zum Muskel- oder Ausdauertraining zu sehen. Die gute Nachricht: Zweimal 10 Minuten pro Woche sind ausreichend.

Wer kennt sie nicht? Die Faszienrolle, eine zylinderförmige Hartschaumrolle, ist sicherlich der Star der Faszienfitness (Übungsvarianten siehe Info-Kasten). Wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Faszientrainings sind die passive Eigenmassage mit der Faszienrolle und vor allem aktive Übungen aus dem Bereich der Gymnastik wie Faszienstretching, sanft federnde Dehnübungen, Seilspringen und ein Training der Körperwahrnehmung.

Faszientraining liegt voll im Trend und das zu Recht: wissenschaftlich gut belegt und praktisch für jeden geeignet.

5 Trainingsvarianten mit Faszienrolle und DuoBall

Vorgestellt vom Personal Trainer Florian Franke:


von Dr. Meinolf Behrens
Diabeteszentrum Minden
Bismackstraße 43, 32427 Minden
Tel.: 0571/840999
Email: mb@diabetes-minden.de

Internet: www.diabetes-minden.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (1) Seite 58-59

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Weltweit erster dualer Glukose-Keton-Sensor: „Libre Duo“-Systeme von Abbott erhalten CE-Kennzeichnung
Abbott hat die CE-Kennzeichnung für die weltweit erste duale Glukose-Keton-Sensor-Technologie erhalten. Die „Libre Duo“-Systeme messen kontinuierlich die Glukose- und Keton-Werte in einem Sensor – zur Früherkennung einer diabetischen Ketoazidose, die potentiell lebensbedrohlich ist.
Weltweit erster dualer Glukose-Keton-Sensor: „Libre Duo“-Systeme von Abbott erhalten CE-Kennzeichnung | Foto: Abbott

4 Minuten

Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 6/2026
Die neue Magazin-Ausgabe ist ab dieser Woche erhältlich: Dr. Katrin Kraatz aus der Chefredaktion stellt die Themen des Diabetes-Anker-Magazins 6/2025 vor. Unter anderem geht es darum, wie Abnehmen mit Diabetes und in den Wechseljahren gelingt, wie der sommerliche Grill-Genuss blutzuckerfreundlich gestaltet wird und wie die Füße bei Diabetes dauerhaft gesund erhalten bleiben.
Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 6/2026 | Foto: Jennifer Sanchez / MedTriX

4 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • stephanie-haack postete ein Update vor 5 Tagen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 1 Stunde

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

Verbände