- Bewegung
Nach der Diagnose Typ-1-Diabetes: Mit dem Rad in Schwung
3 Minuten
Erfahrungsbericht: „Radfahren gehört seit meiner Kindheit für mich zum Alltag“, berichtet Karin Brandt. „Mit dem Autoführerschein ist es dann allerdings deutlich weniger geworden.“ Erst als vor 17 Jahren ein Typ-1-Diabetes bei ihr festgestellt wurde, entdeckte Karin Brandt die Faszination des Radfahrens wieder.
Mit der Diagnose Typ-1-Diabetes stand fest: Eine Insulintherapie wird Karin Brandt ein Leben lang begleiten. Schnell war ihr aber auch klar, dass sie jetzt erst recht etwas für ihre Fitness unternehmen sollte …
Wind und Regen halten sie nicht vom Radfahren ab
Karin Brandt lebt in Warmsen, einem ländlichen Ort im südwestlichen Teil des Norddeutschen Tieflandes; was lag da näher, als das Radfahren auf den unendlich erscheinenden Wegen zwischen Feldern und Wäldern wieder zu intensivieren? Und genau das macht Karin Brandt mit zunehmender Begeisterung die letzten 15 Jahre. Viel benötigt sie dazu nicht: ein Fahrrad mit 7-Gang-Schaltung und natürlich Kleidung für jede Witterung. Wind und Regen halten sie schließlich nicht vom Radfahren ab.
„20 Kilometer täglich kommen eigentlich immer zusammen – an guten Tagen auch 50 Kilometer“, ist Karin Brandt stolz auf ihre Radkilometer. Morgens begleitet sie ihren Ehemann mit dem Fahrrad zur Arbeit. Damit sind schon die ersten 7 Kilometer geschafft. Später nach vollbrachter Arbeit in ihrem Heißmangelbetrieb geht es mit dem Fahrrad zum Einkaufen ins Dorf oder auch zu den Eltern.
Kaffee und Kuchen verdienen
Kaffee und Kuchen muss man sich verdienen, daher nutzt sie auch bei Einladungen immer ihr Fahrrad. Ihr Diabetologe ist beeindruckt, wenn sie bei Wind und Wetter die fast 25 Kilometer zum Arztbesuch über den Weserradweg nach Minden fährt. Abends folgt oft noch eine Radtour mit dem Ehemann. Eigentlich halten sie nur Glatteis und deutliche Minusgrade vom Radfahren ab; wenn es richtig kalt ist, geht sie lieber zu Fuß.
5 bis 8 Kilometer Spaziergang gehören zum Standardprogramm im Winter: „Mir fehlt einfach was, wenn ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs bin.“ Bei dem Satz strahlt sie über das ganze Gesicht – Lebensfreude durch Bewegung! Und natürlich stimmen Fitness und auch die Körperzusammensetzung – wenig Fett und eine gute Muskulatur hat die Bio-Impedanz-Analyse bei ihrem Diabetologen ergeben.
Im Hinblick auf ihre Gesundheit ist die gute Fitness wichtiger als die Frage, ob die Körperwaage ein paar Kilo mehr oder weniger anzeigt. Das weiß Karin Brandt genau – aber die Fitness hilft ihr natürlich erst recht, ihren Alltag im doch manchmal komplexen Spannungsfeld Familie, Beruf und Diabetes richtig gut zu meistern.
Was macht der Blutzucker?
Was macht eigentlich die Insulineinstellung bei der ganzen Bewegung? „Eigentlich kein richtiges Problem, wenn man gut plant“, sagt Karin Brandt. Vor geplanter Aktivität wird das kurzwirksame Insulinanalogon deutlich reduziert, mitunter sind dann trotzdem noch ein paar zusätzliche Kohlenhydrate unterwegs erforderlich. Bei längeren Touren wird auch das Basalinsulin reduziert.
Fitness für die Gesundheit und fürs Leben lautet das Motto von Karin Brandt. Man braucht eigentlich nicht viel dazu – ein Fahrrad und Freude an Bewegung und Natur. Dass es funktioniert, kann man fühlen und sehen, wenn man Karin Brandt trifft.
Elektro-Räder voll im Trend
Beim „Pedelec“ (Pedal Electric Cycle) unterstützt der Motor den Fahrer beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. E-Bikes im engeren Sinn lassen sich mit Hilfe des Motors auch ohne körpereigenen Antrieb fahren und sind mit einem Elektromofa zu vergleichen, so der Allgemeine Deutsche Fahrad-Club (ADFC).
Lange Strecken, hügelige Landschaften, zu schnelle Partner oder auch gesundheitliche Probleme können gute Gründe sein, sich für ein Elektrorad zu entscheiden – auch wenn die Fitness dann etwas kürzer kommt. Tipps dazu gibt es auch unter: www.adfc.de/pedelecs.
Der Tipp – mit dem Rad ins Wasser
Übergewicht und Gelenkbeschwerden sind häufige Probleme, die auch beim Radfahren hinderlich sein können. Versuchen Sie doch einfach einmal eine gelenkschonende Alternative: Ganzkörpertraining mit dem Wasserfahrrad bei Musik – Aquacycling heißt das Zauberwort.
Treten Sie im Wasser in die Pedale, und trainieren Sie so effektiv Ausdauer und Kraft. Straffen Sie Ihr Bindegewebe durch die massierende Wirkung des Wassers – Bewegung, die allen Spaß bereitet. Aquacycling-Angebote gibt es sicherlich auch in Ihrer Nähe.
Wissenschaft interessant
Dänische Forscher haben kürzlich gezeigt, dass Kinder, die täglich mit dem Fahrrad zur Schule fahren – jeweils eine Wegstrecke von etwas mehr als 2 Kilometern -, nach 8 Wochen eine deutliche Verbesserung ihrer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
Die Autoren der Studie folgern, dass das tägliche Radfahren zur Schule eine effektive Maßnahme zur Vorbeugung eines Typ-2-Diabetes darstellt. Worauf warten wir noch? Lassen wir die Kinder wieder mit dem Fahrrad zur Schule fahren.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (5) Seite 78-79
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
