Spezielles Krafttraining mit geringeren Gewichten stärkt Muskelgesundheit und Stoffwechsel bei Typ‑2‑Diabetes

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Spezielles Krafttraining mit geringeren Gewichten stärkt Muskelgesundheit und Stoffwechsel bei Typ‑2‑Diabetes | Foto: Deutsches Diabetes‑Zentrum (DDZ)
Foto: Deutsches Diabetes‑Zentrum (DDZ)
Spezielles Krafttraining mit geringeren Gewichten stärkt Muskelgesundheit und Stoffwechsel bei Typ‑2‑Diabetes

Ein spezielles Krafttraining mit reduzierter Gewichtsbelastung zeigt bei Typ‑2‑Diabetes bemerkenswerte Effekte. Eine Studie des Deutschen Diabetes‑Zentrums weist nach, dass Blutflussrestriktionstraining (BFRT) Muskelkraft, Stoffwechsel und Körperfettverteilung wirksam beeinflusst.

Krafttraining gehört zu den etablierten Maßnahmen in der Behandlung des Typ‑2‑Diabetes. Eine neue Untersuchung des Deutschen Diabetes‑Zentrums (DDZ) legt nahe, dass das Blutflussrestriktionstraining (BFRT) dabei besondere Vorteile bieten kann. Die Methode erzielt trotz deutlich geringerer Gewichte ähnliche Effekte auf die Muskelkraft wie klassisches Krafttraining und wirkt sich zusätzlich auf die Durchblutung und das Bauchfett aus. Damit rückt BFRT als mögliche Alternative für Menschen in den Blick, für die hohe Lasten schwer umsetzbar sind.

BFRT nutzt einen Ansatz, der Menschen mit eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit entgegenkommt. Bei dieser Trainingsform werden Manschetten an den Oberschenkeln angelegt, die den venösen Rückfluss vollständig und den arteriellen Zufluss teilweise drosseln. Trainiert wird anschließend mit rund 30 Prozent der individuellen Maximalkraft. Der verringerte Blutfluss setzt Prozesse in Gang, die normalerweise erst bei hohen Gewichtsbelastungen auftreten. Während BFRT bereits im Reha‑ und Leistungssport angewendet wird, war seine Wirkung bei Typ‑2‑Diabetes bislang kaum untersucht.

BFRT setzt am viszeralen Fett an

Für die aktuelle Studie trainierten 20 Menschen mit Typ‑2‑Diabetes zwölf Wochen lang dreimal pro Woche – entweder mit BFRT oder im klassischen Krafttraining. Beide Gruppen steigerten ihre Muskelkraft und verbesserten Blutdruck, Ruhepuls und Körpergewicht. Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Fettverteilung: Während klassisches Training vor allem das Unterhautfett reduzierte, verringerte BFRT gezielt das viszerale Fettgewebe im Bauchraum.

Professor Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Direktor und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, erklärt: „Viszerales Fett gibt nicht nur Fettsäuren, sondern auch entzündungsfördernde Botenstoffe ins Blut ab.“ Dies fördere Insulinresistenz und erhöhe das Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen. Roden betont, dass die gezielte Reduktion dieses Fettgewebes besonders positive Effekte auf Prävention und Therapie erwarten lasse – vor allem, weil sie bei einer Trainingsform mit niedriger Belastung erreicht wurde.

Ist Blutflussrestriktionstraining (BFRT) besser als klassisches Krafttraining mit hohen Gewichten?

Was für klassisches Krafttraining spricht:
Krafttraining mit höheren Gewichten ist weit verbreitet und gut in den Alltag integrierbar. Wird mit ausreichend hoher Last trainiert, steigert es Muskelkraft und Muskelmasse, unterstützt die Herz‑Kreislauf‑Gesundheit und kann beim Abnehmen helfen.

Die Grenzen des Blutflussrestriktionstrainings:
BFRT aktiviert durch den gedrosselten Blutfluss Stoffwechselprozesse, die sonst erst bei hohen Lasten eintreten. Allerdings ist die Methode bislang nur eingeschränkt verfügbar und erfordert spezielles Equipment sowie fachkundige Anleitung. Vor dem Start sollte grundsätzlich eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Fazit der Studienautorinnen und -autoren:
Durch die geringe mechanische Belastung bietet BFRT eine Option für Menschen mit Typ‑2‑Diabetes, die körperlich weniger belastbar sind. Beide Trainingsformen besitzen eigene Stärken und lassen sich sinnvoll kombinieren.

Mehr Mitochondrien, bessere Durchblutung

Die Analyse zeigte zudem, dass BFRT die Mitochondrien – die Kraftwerke der Zellen – zahlreicher und leistungsfähiger werden lässt. Professor Dr. Dominik Pesta vom Deutschen Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt (DLR) erläutert: „Mitochondrien entscheiden darüber, wie gut Muskel‑ und Fettzellen Glukose und Fette verstoffwechseln können. Je leistungsfähiger sie sind, desto besser ist der Stoffwechsel.“

Darüber hinaus fördert BFRT die Bildung neuer kleiner Blutgefäße im Muskel. Eine verbesserte Durchblutung unterstützt die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen und erleichtert die Glukoseaufnahme sowie die Energieproduktion in den Zellen.

Dr. Nina Trinks, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klinische Diabetologie am DDZ, hebt den praktischen Nutzen hervor. Viele Teilnehmende hätten berichtet, dass sie sich im Alltag kräftiger und belastbarer fühlten. Mehr als die Hälfte habe sich nach Studienende in einem Fitnessstudio angemeldet, um – je nach eigener Fitness – weiter zu trainieren. Die Ergebnisse der Studie wurden vor Kurzem im Fachjournal Journal Cell Metabolism veröffentlicht.


von Gregor Hess

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mit Materialien des Deutschen Diabetes‑Zentrums (DDZ)

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    @calvin240
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  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
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  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

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