Surf-Urlaub – „Salty and Sweet“

2 Minuten

© Susanne Löw
Surf-Urlaub – „Salty and Sweet“

Susanne Löw war auf Madeira mit dem Anbieter “Salty” im Surf-Urlaub. Noch bevor sie den Neopren-Anzug angezogen hatte, fragte sie der Surflehrer, ob ihr Diabetes gut eingestellt wäre … Ein schönes Beispiel dafür, wie man mit Typ-1-Diabetes unkomplizierte Urlaubsfreuden erleben kann.

Die erste Reise seit Langem: Madeira – eine wunderschöne, portugiesische Insel im Atlantik! An einem Abend wollte ich dort mit dem Anbieter “Salty” surfen gehen – zwei Stunden lang, Material und Surflehrer inklusive. Das klang alles gut. Über WhatsApp verabredete ich mich mit dem portugiesischen Surflehrer Belmiro und ich war natürlich schon vor Ort, als er am Treffpunkt eintraf (typisch deutsch, ich weiß).

Nach ein wenig Smalltalk bei einem Espresso gingen wir zu seinem Auto, um Neopren-Anzüge und Boards zu holen. Trotz abendlicher Uhrzeit war es noch warm, ich trug ein T-Shirt. Und noch bevor ich ihm sagen konnte, dass ich Typ-1-Diabetes habe – schließlich muss er ja Bescheid wissen, falls irgendetwas sein sollte –, fragte er mich plötzlich, ob denn mein Diabetes derzeit gut eingestellt sei …

What? Ich war wirklich überrascht, aber er sagte, das habe er an dem CGM-Sensor an meinem Oberarm sofort erkannt. Er scanne immer alle Surfschüler ab, weil seiner Erfahrung nach nicht alle so offen und ehrlich mit Einschränkungen oder Vorerkrankungen umgehen, die er aber als Surflehrer kennen muss. Und den Sensor habe er schon mal bei einem anderen Surfer gesehen und deswegen einordnen können.

Zuckerwerte surften problemlos mit

Also erzählte ich ihm, dass in meiner Diabetes-Karriere noch nie etwas passiert ist, dass ich alles ganz gewissenhaft angehe, meine Basalrate abgesenkt habe, dass ich auch noch eine Banane essen werde, bevor wir uns in die Wellen stürzen, und natürlich sofort an Land gehen würde, falls ich mich zwischen Paddeln, Surfen, Ein- und Auftauchen irgendwie komisch fühlen würde. Musste ich aber nicht. Alles funktionierte perfekt und die Zuckerwerte surften auf einer schönen, unkritischen Welle einfach mit.

Es war großartig! Nicht jede Welle erwischte ich und das eine oder andere Mal war die Welle auch stärker als ich. Völlig egal, ich hatte schon ganz vergessen, wie glücklich es mich macht, mit dem Brett im Wasser zu sein! Und ein-, zweimal signalisierte mir Belmiro zwischen zwei Wellen mit einem fragenden Blick und einem “Daumen-hoch-oder-runter-Zeichen”: Alles in Ordnung? Daumen hoch!

Vorbereitung, Offenheit, Mut, Routine

Dieser wunderschöne Abend und die tolle Begegnung fassen ganz gut zusammen, worauf es beim Reisen mit Zucker im Gepäck ankommt, wenn man gut ankommen und unterwegs Spaß haben will: Man muss sich vorbereiten (in diesem Fall: Extra-Kohlenhydrate essen, temporäre Basalrate senken, wenn man eine Insulinpumpen-Therapie durchführt), immer offen mit seinem Diabetes umgehen (Surflehrer Bescheid geben!) und sich Dinge zutrauen (irgendwann mal war ich zum ersten Mal mit Diabetes auf dem Brett gestanden). Damit sammelt man immer mehr Erfahrungen und entwickelt eine gewisse Routine, die einem Sicherheit gibt und die den Diabetes zwar mitreisen (ohne geht ja nicht), aber nicht den Ton angeben lässt. Hang loose!

(Der Artikel ist im Original im Juli 2021 erschienen unter www.blood-sugar-lounge.de.)


von Susanne Löw

Avatar von susanne-loew

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (5) Seite 26-27

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Laura Burlando im Interview: Eine Stimme für alle sein

Laura Burlando lebt in der Schweiz und ist vor allem in der internationalen Community aktiv. Sie möchte als Patientenvertreterin eine Stimme für alle Menschen mit Diabetes sein. Ohne die Community wäre sie heute an einem ganz anderen Punkt in ihrem Leben.
Laura Burlando: Eine Stimme für alle sein | Foto: Jennifer Sanchez/MedTriX

15 Minuten

Druckfrisch: die Themen im Diabetes-Anker 1-2/2026

Die neue Magazin-Ausgabe ist ab dieser Woche erhältlich: Dr. Katrin Kraatz aus der Chefredaktion stellt die Themen des Diabetes-Anker-Magazins 1-2/2026 vor. U.a. geht es um Injektionstherapien bei Typ-2-Diabetes, um herzgesunde Ernährung bei Frauen und um die richtige Vorbereitung bei Klinik-Aufenthalten.
Druckfrisch: die Themen im Diabetes-Anker 1-2/2026 | Foto: MedTriX

4 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

Verbände