Über 130 km und 7.000 Höhenmeter bezwungen: Wandergruppe mit Typ-1-Diabetes überquert die Alpen

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Über 130 km und 7.000 Höhenmeter bezwungen: Wandergruppe mit Typ-1-Diabetes überquert die Alpen | Foto: Dialetics
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Über 130 km und 7.000 Höhenmeter bezwungen: Wandergruppe mit Typ-1-Diabetes überquert die Alpen

Eine Gruppe von Menschen mit Typ-1-Diabetes hat gezeigt, was mit Mut und Vorbereitung möglich ist: In neun Tagen überquerten sie die Alpen – 130 Kilometer und 7.000 Höhenmeter. Das Ziel des von Dialetics organsierten Abenteuers: ein Zeichen setzen für Selbstvertrauen, Gemeinschaft und gelebte Teilhabe.

Über 130 Kilometer, 7.000 Höhenmeter, neun Tage: Zehn Menschen mit Typ-1-Diabetes haben im Juli 2025 gemeinsam die Alpen überquert – von Mittelberg im österreichischen Kleinwalsertal über die Schweiz bis nach Mals in Südtirol. Steile Pässe, einsame Täler und schwere Rucksäcke inklusive.

Organisiert wurde die Tour von Ivo Rettig, Gründer der Plattform Dialetics, selbst Typ-1-Diabetiker. Er hatte die Route bereits 2023 allein getestet und wollte das Abenteuer unbedingt gemeinsam mit anderen wagen. „Wir wollen ein Vorbild für Menschen mit chronischen Erkrankungen sein und möchten allen Menschen zeigen, dass es sich lohnt, an seine Träume zu glauben“, sagt er.

Fotos: Dialectics

Grenzen überwinden – gemeinsam

Über 80 Menschen mit Diabetes hatten sich für die Teilnahme beworben, ausgewählt wurden am Ende vier Frauen und vier Männer zwischen 19 und 67 Jahren. Begleitet wurde die Gruppe von einer Ärztin, einem Bergführer und einem Videoteam – auch sie teils mit Diabetes. Jeder Rucksack wog rund zehn Kilogramm, gefüllt mit Wandergepäck und zusätzlicher Notfallausrüstung.

„Mit der Alpenüberquerung haben wir nicht nur Diabetes-Geschichte geschrieben, sondern allen Menschen gezeigt, dass man mit der richtigen Vorbereitung zu sportlichen und mentalen Höchstleistungen fähig ist“, betont Rettig.

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Vorbereitung gibt Sicherheit

Die Teilnehmenden trainierten monatelang und tauschten sich intensiv über praktische Fragen aus: Wie packe ich meinen Rucksack, wenn neben Kleidung auch Notfall-Equipment hineinmuss? Wie gehe ich bei einer mehrtägigen Hochgebirgstour mit Blutzuckerschwankungen um?

Dieser Austausch war entscheidend, wie Teilnehmerin Lea Schröder berichtet: „Als ich meine Diagnose vor rund drei Jahren bekommen habe, hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass ich einmal die Alpen überqueren würde. Gerade dank der ausgezeichneten Vorbereitung und dem professionellen Team war die Tour ein voller Erfolg. Sie hat uns zu einer großartigen Gemeinschaft zusammenwachsen lassen, die nicht nur ein gesundheitliches Schicksal, sondern auch nun ein gemeinsames Erlebnis eint, an das wir uns unser Leben lang erinnern werden.”

Fotos: Dialectics

Ein Erlebnis mit Zukunft

Von den zwölf Mitwandernden – zehn davon mit Diabetes – erreichten sieben das Ziel in Südtirol. Drei stiegen aus gesundheitlichen Gründen aus, unabhängig von der Stoffwechselerkrankung. Für Rettig und sein Team ist klar: Das Projekt soll fortgesetzt werden. „Die xAlps 2026 ist bereits in Planung“, kündigt er an.

Die Route im Überblick

  • Tag 1 | 26.06.2025 Kilometer: 9,57 km Höhenmeter hoch: 991 hm Höhenmeter runter: 138 hm Max. Höhe 2102
  • Tag 2 | 27.06.2025 Kilometer: 22,36 km Höhenmeter hoch: 831 Höhenmeter runter: 1359
  • Tag 3 | 28.06.2025 Kilometer: 7,77 km Höhenmeter hoch: 853 Höhenmeter runter: 36
  • Tag 4 | 29.06.2025 Kilometer: 15,65 km Höhenmeter hoch: 1211 Höhenmeter runter: 1145
  • Tag 5 | 30.06.2025 Kilometer: 11,04 km Höhenmeter hoch: 582 Höhenmeter runter: 642
  • Tag 6 I 01.07.2025 Kilometer: 15,23 km Höhenmeter hoch: 631 Höhenmeter runter: 1574
  • Tag 7 | 02.07.2025 Kilometer: 21,95 km Höhenmeter hoch: 530 Höhenmeter runter: 1696
  • Tag 8 | 03.07.2025 Kilometer: 21,02 Höhenmeter hoch: 1260 Höhenmeter runter: 654
  • Tag 9 | 04.07.2025 Kilometer: 9 Höhenmeter hoch: 0 Höhenmeter runter: 650

Hintergrund

Die Alpenüberquerung war Teil der Initiative Dialetics xAlps 2025, ins Leben gerufen von der Dialetics GmbH. Die Plattform Dialetics.com bietet Menschen mit Typ-1-Diabetes und ihren Angehörigen Wissen, Onlinekurse sowie Austausch in einer Community. Ziel ist es, Betroffenen praxisnah zu helfen und Mut zu machen.


von Redaktion Diabetes-Anker

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mit Materialien von Dialetics

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  • loredana postete ein Update vor 1 Tag, 9 Stunden

    Die Registrierung mit dem Geburtsjahr war echt sportlich. Wollte es schon fast wieder abbrechen.

  • ambrosia postete ein Update vor 2 Tagen, 7 Stunden

    Ich wünsche allen einen schönen Mittwoch.

  • Hallo, ich bin Stefanie, die Diagnose Typ 1, habe ich vor drei Monaten bekommen.
    Ich merke wie es mir aktuell mit der Diagnose eher schlechter, als besser geht und meine Depression wieder da ist und ich auch eine neue Therapie starten werde. Ich habe aber das Gefühl, dass mich niemand Freundeskreis verstehen kann, weil niemand weiß, wie sehr diese Diagnose das Leben durcheinander bringt und ich auf so vieles aufpassen muss. Vor zwei Wochen hatte ich meine Schulung, tatsächlich fällt mir der Umgang mit dem Diabetes eher sogar schwerer. Eine Leichtigkeit (ist auch zu viel verlangt) ist nicht eingetreten. Sicherheit nur etwas.
    Es gibt bei mir leider keine Selbsthilfegruppen vor Ort, darum habe ich mich nun entschieden, den Diabetes Anker beizutreten und hoffe auf Verständnis von “Gleichgesinnten”
    Viele Grüße

    • Hallo Stefanie, schön ,dass du da bist. Wir treffen uns zum virtuellen Austausch nächste Woche Donnerstag. Vielleicht hast du ja Zeit und kannst dich einwählen 🙂 Ich freue mich, wenn wir uns dort sehen. Liebe Grüße Lena

      Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Dezember

    • Hallo Stefanie! Ich weiß noch wie es nach meiner Diagnose war – es dauert bis da von Leichtigkeit die Rede sein kann. Und das Umfeld tut sich oft sehr schwer das alles zu verstehen. Es wird besser aber es braucht Zeit. Alles Gute

    • @lena-schmidt: Hallo Lena, ich habe angemeldet und steht auch fest im Kalender.

    • @moira: Danke dir, ja es ist nicht ganz leicht damit klarzukommen und du hast recht, das Umfeld stellt mir Unmengen an Fragen, aber die kann ich aktuell selbst nicht beantworten, weil ich selbst genügend habe und andere Prios. Am schlimmsten empfinde ich die gutgemeinten “Ratschläge”.

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