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Alexander Zverev holt als erster Mensch mit Diabetes einen Grand-Slam-Titel – und die Community feiert mit!
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Alexander Zverev schreibt in Paris Geschichte: Als erster Mensch mit Diabetes holt er den Grand-Slam-Titel bei den French Open. Die Diabetes-Community feiert den Triumph als Moment der Sichtbarkeit und Ermutigung.
Am 7. Juni 2026 hat Alexander Zverev in Paris Tennis-Geschichte geschrieben: Nach 4:16 Stunden gewann der Hamburger das Finale der French Open gegen den Italiener Flavio Cobolli mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1 und holte nicht nur nach 30 Jahren den ersten deutschen Grand-Slam-Titel seit Boris Becker, sondern auch als erster Mensch mit Typ-1-Diabetes überhaupt einen Sieg bei einem der vier großen Grand-Slam-Turnieren. Seit seinem vierten Lebensjahr lebt er mit Typ-1-Diabetes.
Für viele Menschen mit Diabetes war an diesem Abend weniger die Statistik entscheidend als das Gefühl, plötzlich mit ihrer Erkrankung auch sichtbarer zu sein. Denn so ein Match ist nicht nur körperlich und mental extrem, es ist für Menschen mit Typ-1-Diabetes auch ein stundenlanger Drahtseilakt zwischen Adrenalin, Belastung, Flüssigkeitshaushalt, Insulin-Wirkung und dem Risiko, dass die Glukosewerte nach oben oder unten ausscheren.
Ein hartes Match unter erschwerten Bedingungen für Zverev
Über fünf Sätze hinweg verschob sich im Stade Roland Garros nicht nur die Dynamik des Spiels, sondern auch die Belastung für den Stoffwechsel. Zverev dominierte den ersten Satz, musste danach aber mehrfach reagieren: Cobolli glich aus, Zverev ging wieder in Führung, der vierte Satz kippte im Tiebreak. Erst im fünften Satz zog Zverev davon.
Aus Sicht vieler Betroffener liegt genau darin die Botschaft: Auch wenn ein Plan existiert, bleibt Diabetes in Ausnahmesituationen oft eine Belastung mit vielen Variablen. Was im Training funktioniert, kann im Wettkampf plötzlich ganz anders aussehen. Denn Stresshormone, Hitze, Dehydrierung und lange Belastung verändern die Insulin-Empfindlichkeit. Im dritten Satz hatte der Hamburger Tennis-Profi sich dann auch eine Insulin-Dosis per Pen verabreicht, um seinen Blutzucker zu stabilisieren, wie hier in einem Video auf Instagram zu sehen ist.
Konflikt mit Schiedsrichter wegen Insulin-Gaben bei den French Open 2023
Beim French-Open-Turnier im Jahr 2023 kam es in einem Match dann sogar zu einem Konflikt zwischen dem aktuellen Weltranglisten Dritten und dem Schiedsrichter, da dieser der Meinung war, dass die Insulin-Injektion von Zverev während des Matches als Toilettenpausen gelten, von denen ein Spieler aber nur zwei pro Partie wahrnehmen darf.
Die Turnierleitung korrigierte dies aber und Zverev durfte sich dann doch während des kompletten Turniers auf dem Platz Insulin verabreichen und sollte er dazu dennoch in die Kabine gehen, werde dies nicht als Toilettenpause gewertet.
Lange hat Zverev seinen Diabetes nicht nach außen getragen
Zverev hat seine Typ‑1‑Diabetes-Erkrankung lange weitgehend privat gehalten und den Schritt in die Öffentlichkeit erst 2022 bewusst vollzogen. Auf der Website der Alexander Zverev Foundation beschreibt er selbst, dass nicht viele Menschen von seinem Diabetes wussten und er damit nie an die Öffentlichkeit trat. Er habe es sich vor allem selbst zeigen wollen, dass Grenzen oft selbst gesetzt seien.
Mit der Gründung der Stiftung im Jahr 2022 habe er dann den Zeitpunkt gewählt, offen damit umzugehen und „anderen Betroffenen auf ihrem Weg zu helfen“. Die Alexander Zverev Foundation mit Sitz in Hamburg setzt sich besonders für Kinder mit Typ‑1‑Diabetes ein und will unter anderem den Zugang zu Insulin und essenziellen Medikamenten unterstützen. Auch in Ländern mit schlechterer Versorgung.
„Erreichbar – aber weiterhin eine enorme Herausforderung“
Die Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ordnete den Sieg deshalb bewusst zweigleisig ein: als Mutmacher, aber auch als Erinnerung daran, wie viel unsichtbare Arbeit dahintersteckt. „Der lang ersehnte erste Grand-Slam-Titel für Alexander Zverev zeigt […], dass sportliche Spitzenleistungen mit Diabetes Typ 1 zwar weiterhin eine enorme Herausforderung bleiben, aber erreichbar sind“, sagte diabetesDE-Geschäftsführerin Nicole Mattig-Fabian gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.
Moderne Therapien und technische Hilfsmittel spielten dabei eine zentrale Rolle: „Moderne Therapien, technische Hilfsmittel und ein gutes Selbstmanagement ermöglichen vielen Betroffenen sportliche Höchstleistungen – bis hin zum Profisport“, so Mattig-Fabian.
Und noch ein Punkt, der aus der Community immer wieder kommt: große Anerkennung. Nicole Mattig-Fabian bedauert, dass gesellschaftlich häufig unterschätzt werde, „wie viel Disziplin und tägliche Leistung hinter einem Leben mit Diabetes steckt“. Umso wichtiger seien Aufklärung, Akzeptanz und ein Umfeld, das nicht einengt.
Stimmen aus der Community: Respekt, Stolz und Anerkennung
In der Diabetes-Community war der Tonfall in vielen Reaktionen ähnlich: Freude, Erleichterung und Stolz. Und oft eine sehr persönliche Note. Denn wenn ein Weltklasseathlet mit Typ-1-Diabetes ein Grand-Slam-Finale gewinnt, dann wird für einen Moment greifbar, was sich im Alltag manchmal abstrakt anfühlt: Dass ein Leben mit Typ-1-Diabetes nicht automatisch ein Leben mit angezogener Handbremse sein muss. Hier haben wir einige Reaktionen von Menschen aus der Diabetes-Community zusammengetragen:
Michael Bertsch
Der Gründer von „Diabetes-Kids“ ist Mitorganisator von Trainings- und Begegnungsformaten rund um Zverevs Stiftung. Zum Triumph von Zverev schrieb er auf diabetes-kids.de: „Alexander Zverev schreibt Tennis-Geschichte – und sendet eine wichtige Botschaft an alle Kinder mit Typ-1-Diabetes! […] Viele Jahre sprach er öffentlich kaum darüber und versuchte sogar, seine Erkrankung zu verbergen. Heute geht er offen damit um und zeigt, dass ein Leben mit Diabetes kein Hindernis sein muss, um die größten Ziele zu erreichen.“
Bertsch betont, dass Menschen, die selbst Typ-1-Diabetes haben oder ein Kind mit Diabetes begleitet, wüssten dass Leistungssport nicht nur Training, Talent und mentale Stärke ist. Hinzu kämen Blutzuckerkontrollen, Insulin-Gaben, die richtige Ernährung und die ständige Aufmerksamkeit für den eigenen Körper. „Viele Kinder mit Typ-1-Diabetes erleben Phasen, in denen sie ihre Erkrankung als Belastung oder Einschränkung empfinden. Sie möchten ,einfach nur normal sein’ und fragen sich manchmal, ob bestimmte Träume für sie überhaupt erreichbar sind. Alexander Zverev liefert darauf die denkbar beste Antwort: Ja, man kann alles erreichen!“
Matthias Steiner
Der Olympiasieger im Gewichtheben, der im jungen Erwachsenenalter an Typ-1-Diabetes erkrankt ist und weiß, was Leistungssport mit der Stoffwechselerkrankung bedeutet, reagierte ebenfalls mit einem emotionalen Beitrag auf LinkedIn: „Ein historischer Moment für ihn und auch für uns Diabetiker […]. In einem 5-Satz-Finale, unter extremer Belastung, musste Sascha nicht nur gegen seinen Gegner kämpfen – sondern auch gegen die tägliche Herausforderung, seinen Blutzucker stabil zu halten. Im dritten Satz sah die Welt zu, wie er sich Insulin spritzte. Im vierten Satz kämpfte er mit Dehydrierung und Konzentrationsschwankungen – Dinge, die für jeden Sportler schwer sind, für Typ-1-Diabetiker aber eine echte Hürde.“
Abschließend schreibt Steiner: „An alle Typ-1er: Lasst euch von Alexander inspirieren. Und an alle ohne Diabetes: Versteht, was Menschen mit dieser Erkrankung täglich leisten. Sascha, ich bin stolz auf dich. Du machst es richtig – für dich und für alle anderen da draußen, die kämpfen.“
Timur Oruz
Der ehemalige Hockey-Nationalspieler lebt selbst mit Typ-1-Diabetes und engagiert sich als Botschafter für Sportlerinnen und Sportler mit Diabetes. Im WDR-Interview betonte er vor allem die Signalwirkung der Sichtbarkeit: „Das ist natürlich super wertvoll, weil Alex Zverev nochmal ganz anders im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung steht.“ Und: „[…] ein wertvolles und wichtiges Zeichen, dass man mit Typ-1-Diabetes alles erreichen kann. Im Sport, aber auch in anderen Lebensbereichen.“
Oruz erinnert zugleich daran, wie wenig „linear“ Diabetes im Alltag funktioniert und wie viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und auch Glück in Extremsituationen mitschwingen: „Jeder Tag mit Diabetes ist aufs Neue eine riesige Herausforderung […]. Dort spielen ganz viele Faktoren eine Rolle, zum Beispiel Nervosität und das Wetter.“
Ulrike Thurm
Die Diabetesberaterin und Expertin für Sport mit Diabetes lebt selbst mit Typ-1-Diabetes und ist auch als Ausdauer- und Marathonläuferin bekannt. Sie ordnete den Triumph in der Bild-Zeitung als Teil eines größeren Bildes ein: Es gebe viele sehr erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler mit Typ-1-Diabetes – bis hin zu Extremleistungen. Die Kernbotschaft dahinter: Es ist machbar, wenn das Diabetesmanagement passt und die Rahmenbedingungen stimmen.
Prof. Dr. med. Thomas Danne
Der deutsche Diabetologe und Chief Medical Officer International bei Breakthrough T1D (ehemals JDRF) gratulierte auf der Online Plattform LinkedIn: „Was für ein Moment für die Typ-1-Diabetes-Community! Herzlichen Glückwunsch an Alexander Zverev, der als erster Mensch mit Typ-1-Diabetes einen Grand-Slam-Titel im Einzel bei Roland-Garros gewonnen hat. Sein Sieg ist eine starke Erinnerung daran, dass Typ-1-Diabetes Herausforderungen mit sich bringen kann, aber keine Grenzen definiert. Heute hat Sasha Breakthrough T1D und Millionen von Menschen mit Typ-1-Diabetes auf der ganzen Welt inspiriert.“
Derek Brandt
Der Vorstandsvorsitzende des Diabetes Center Berne schreibt auf LinkedIn „Was Alexander Zverev heute in Paris erreicht hat, geht weit über den Tennissport hinaus. (…) Nur jemand, der selbst mit T1D lebt, kann auch nur ansatzweise nachvollziehen, was das wirklich bedeutet. Der unerbittliche Stress eines Grand-Slam-Turniers. Die damit einhergehende Insulinresistenz. Die akribische Planung (…). Mein tiefster Respekt, Alexander.“
Und so feierte Alexander Zverev selbst seinen langersehnten Triumph:
von Gregor Hess
Bildnachweis: „Jesper de Jong vs Alexander Zverev at the 2026 Roland Garros“, Foto: Like tears in rain, Quelle: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/), abgerufen am 10.06.2026.
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
