CGM zu Hause – nur noch Kurven, nix mehr geradeaus?

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© Abbott Diabetes Care
CGM zu Hause – nur noch Kurven, nix mehr geradeaus?

Mit der kontinuierlichen Glukosemessung lässt sich der Glukoseverlauf einsehen und verfolgen. Dafür braucht es aber noch einige Grundlagen wie die richtige Software.

Viele Jahre war es für Menschen mit Diabetes nur schwer möglich, ein Glukosesensorgerät verordnet zu bekommen. Ein Glukosesensorgerät kann Bestandteil eines Flash Glucose Monitoring-Systems (FGMS, FreeStyle Libre) oder eines CGM-Systems sein (z. B. von DexCom oder Medtronic). Seit der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses im Jahr 2016 ist die Zahl der Sensornutzer stetig steigend. Im Alltag sind Sensorwert, Kurvenverlauf, Trendpfeile, Alarme oder Abschaltfunktionen oft eine große Hilfe.

Die große Menge an Daten, die sich durch die Sensornutzung ansammelt, bietet viele wertvolle Informationen, um die Therapie zu verbessern, oder an besondere Situationen anzupassen. Zunächst kann diese Unmenge an Daten aber verwirrend sein – oder sogar beängstigend (“So hoch ist der Anstieg nach dem Essen?”).

Software, um die Daten auszulesen

Um die Daten auszuwerten, muss der Nutzer erst einmal an sie herankommen. Jedes System hat seine eigene Software, die auf das entsprechende Modell zugeschnitten ist. Der erste Schritt zur Datenauswertung muss also sein, sich mit der Software vertraut zu machen. Im Fall des FreeStyle Libre können Sie die Software von der Homepage des Herstellers nutzen, bei DexCom und Medtronic gibt es internetbasierte Anwendungen.

Die Hersteller der Systeme versichern auf ihren Internetseiten, dass sich die Server, auf denen die Daten aus den Geräten gespeichert werden, nur in Europa befinden, und somit den Gesetzen des europäischen Datenschutzes unterliegen.

Für die Verbindung der Geräte kann das Ladekabel dienen (Libre, DexCom-Empfänger), das Blutzuckermessgerät der Pumpe (Medtronic) – oder es ist wie beim DexCom G5 gar kein aktueller Download nötig, wenn eine Cloud-Funktion aktiviert ist.

Natürlich hat jeder Sensor Besonderheiten, die sich auch in der graphischen Darstellung wiederfinden. Es gibt mit der Insulinpumpe kombinierte Systeme, so dass direkt auch das abgegebene Insulin mit betrachtet werden kann. Manche Systeme verfügen über das Ambulante Glukose Profil (AGP), das eine sehr übersichtliche Darstellung von längeren Zeiträumen bietet, andere Systeme können sehr leicht Zeiträume vergleichen und haben eine automatische Erkennung von Mustern. Wichtig ist, dass Sie den Umgang mit dem eigenen Programm lernen.

Am wichtigsten: die Sensordaten anschauen

Der wichtigste Schritt in der Auswertung der Sensordaten Ihres Kindes ist es, die Daten anzuschauen. Verbinden Sie regelmäßig das Sensorgerät mit dem Computer, schauen Sie sich die Kurven an. Hierbei kann man sich einzelne Tage anschauen oder die Zusammenfassung eines Zeitraumes (empfehlenswert: die letzten 14 Tage). Für die Zusammenfassung sollte im Programm ein Zielbereich von 70-180 mg/dl (3,9-10 mmol/l) eingestellt sein, denn dieser Bereich wird derzeit überall als “der” Zielbereich angesehen. Auf den drei Bildbeispielen ist er so eingestellt.

Oder Sie schauen sich einfach einmal einzelne Tage an. Um den Kurvenverlauf besser verstehen zu können, sollten Sie wissen, was an dem Tag passiert ist: Wie hat sich das letzte Pizza-Essen ausgewirkt, was war am Wettkampftag am Wochenende, wie waren die Werte in der Grippewoche?

Auch ohne in Details der Auswertung zu gehen, kann man so bereits aus dem Kurvenverlauf einzelner Tage Konsequenzen ziehen, denn ähnlich ablaufende Tage werden immer wieder kommen. Sie können dann beim nächsten Mal einfach an die entsprechenden Kurvenverläufe zurückdenken und die Therapie anpassen: Kurve zu niedrig (z. B. Sport): weniger Insulin; Kurve zu hoch (z. B. krank): mehr Insulin. Also: Einfach anfangen!

Software zu den Glukosesensorgeräten

Hier können Sie die Software herunterladen:


von PD Dr. med. Torben Biester

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (2) Seite 12-13

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  • tako111 postete ein Update vor 4 Tagen, 9 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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