- Eltern und Kind
CGM zu Hause – nur noch Kurven, nix mehr geradeaus?
2 Minuten

Mit der kontinuierlichen Glukosemessung lässt sich der Glukoseverlauf einsehen und verfolgen. Dafür braucht es aber noch einige Grundlagen wie die richtige Software.
Viele Jahre war es für Menschen mit Diabetes nur schwer möglich, ein Glukosesensorgerät verordnet zu bekommen. Ein Glukosesensorgerät kann Bestandteil eines Flash Glucose Monitoring-Systems (FGMS, FreeStyle Libre) oder eines CGM-Systems sein (z. B. von DexCom oder Medtronic). Seit der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses im Jahr 2016 ist die Zahl der Sensornutzer stetig steigend. Im Alltag sind Sensorwert, Kurvenverlauf, Trendpfeile, Alarme oder Abschaltfunktionen oft eine große Hilfe.
Die große Menge an Daten, die sich durch die Sensornutzung ansammelt, bietet viele wertvolle Informationen, um die Therapie zu verbessern, oder an besondere Situationen anzupassen. Zunächst kann diese Unmenge an Daten aber verwirrend sein – oder sogar beängstigend (“So hoch ist der Anstieg nach dem Essen?”).
Software, um die Daten auszulesen
Um die Daten auszuwerten, muss der Nutzer erst einmal an sie herankommen. Jedes System hat seine eigene Software, die auf das entsprechende Modell zugeschnitten ist. Der erste Schritt zur Datenauswertung muss also sein, sich mit der Software vertraut zu machen. Im Fall des FreeStyle Libre können Sie die Software von der Homepage des Herstellers nutzen, bei DexCom und Medtronic gibt es internetbasierte Anwendungen.
Die Hersteller der Systeme versichern auf ihren Internetseiten, dass sich die Server, auf denen die Daten aus den Geräten gespeichert werden, nur in Europa befinden, und somit den Gesetzen des europäischen Datenschutzes unterliegen.
Für die Verbindung der Geräte kann das Ladekabel dienen (Libre, DexCom-Empfänger), das Blutzuckermessgerät der Pumpe (Medtronic) – oder es ist wie beim DexCom G5 gar kein aktueller Download nötig, wenn eine Cloud-Funktion aktiviert ist.
Natürlich hat jeder Sensor Besonderheiten, die sich auch in der graphischen Darstellung wiederfinden. Es gibt mit der Insulinpumpe kombinierte Systeme, so dass direkt auch das abgegebene Insulin mit betrachtet werden kann. Manche Systeme verfügen über das Ambulante Glukose Profil (AGP), das eine sehr übersichtliche Darstellung von längeren Zeiträumen bietet, andere Systeme können sehr leicht Zeiträume vergleichen und haben eine automatische Erkennung von Mustern. Wichtig ist, dass Sie den Umgang mit dem eigenen Programm lernen.
Am wichtigsten: die Sensordaten anschauen
Der wichtigste Schritt in der Auswertung der Sensordaten Ihres Kindes ist es, die Daten anzuschauen. Verbinden Sie regelmäßig das Sensorgerät mit dem Computer, schauen Sie sich die Kurven an. Hierbei kann man sich einzelne Tage anschauen oder die Zusammenfassung eines Zeitraumes (empfehlenswert: die letzten 14 Tage). Für die Zusammenfassung sollte im Programm ein Zielbereich von 70-180 mg/dl (3,9-10 mmol/l) eingestellt sein, denn dieser Bereich wird derzeit überall als “der” Zielbereich angesehen. Auf den drei Bildbeispielen ist er so eingestellt.
Oder Sie schauen sich einfach einmal einzelne Tage an. Um den Kurvenverlauf besser verstehen zu können, sollten Sie wissen, was an dem Tag passiert ist: Wie hat sich das letzte Pizza-Essen ausgewirkt, was war am Wettkampftag am Wochenende, wie waren die Werte in der Grippewoche?
Auch ohne in Details der Auswertung zu gehen, kann man so bereits aus dem Kurvenverlauf einzelner Tage Konsequenzen ziehen, denn ähnlich ablaufende Tage werden immer wieder kommen. Sie können dann beim nächsten Mal einfach an die entsprechenden Kurvenverläufe zurückdenken und die Therapie anpassen: Kurve zu niedrig (z. B. Sport): weniger Insulin; Kurve zu hoch (z. B. krank): mehr Insulin. Also: Einfach anfangen!
Software zu den Glukosesensorgeräten
Hier können Sie die Software herunterladen:
- Dexcom: clarity.dexcom.eu
- Medtronic (Guardian): carelink.minimed.eu
- Abbott (FreeStyle Libre): freestyle.de/freestyle-libre/software/ (kann im Shop heruntergeladen werden)
von PD Dr. med. Torben Biester
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (2) Seite 12-13
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 6 Tagen, 11 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
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