Diabetes und Haut: die PeDiSkin-Studie

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© Марина Демешко – stock.adobe.com
Diabetes und Haut: die PeDiSkin-Studie

Mit der zunehmenden Nutzung von Geräten wie Pumpen oder Sensoren in der Diabetesbehandlung nimmt auch die Zahl der Hautauffälligkeiten zu. Doch haben diese Hautveränderungen einen Einfluss auf die Lebensqualität? Das klärt eine aktuelle Studie mit 369 Teilnehmenden aus dem Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover.

Kinder mit Typ-1-Diabetes erhalten immer eine intensivierte Insulintherapie. Das bedeutet, dass entweder eine intensivierte konventionelle Therapie nach dem Basis-Bolus-Prinzip (ICT) oder eine technisierte Variante mit einer Insulinpumpe durchgeführt wird. Die Glukosewerte werden meist mit einem Sensor ermittelt.

Bei all diesen Geräten (Pumpen, CGM-Systeme) werden Pflaster verwendet, die entweder als Klebefläche des Gerätes oder als zusätzliche Fixierung nötig sind. In den Klebstoffen der Pflaster sind viele Stoffe enthalten, die bei entsprechender Neigung zu Allergien oder bei „vorgeschädigter“ Haut (z. B. durch Neurodermitis) zum Auftreten von Hautreizungen oder einer Kontaktallergie führen können. Begünstigt wird dies durch die oft lange Klebedauer der Geräte – manche Glukosesensoren bleiben bis zu 14 Tage auf der Haut.

14  Prozent haben ein Kontaktekzem

In der PeDiSkin-Studie wurde die Haut von 369 Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 untersucht. 14  Prozent aller Patientinnen und Patienten hatten ein Kontaktekzem an den Klebeflächen ihrer Insulinpumpe oder den benötigten Extrapflastern gezeigt. Ein Kontakt­ekzem ist eine entzündliche, meist juckende Hautveränderung, die durch Kontakt zu einem bestimmten Stoff/Material ausgelöst wird. Bei Nutzung eines Sensors waren noch mehr der Teilnehmenden betroffen: 18  Prozent derjenigen, die einen Sensor trugen, hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung eine Hautveränderung, ausgelöst durch die Klebefläche des Sensors.

Veränderungen des Fettgewebes

Ebenfalls häufig traten Veränderungen des Fettgewebes durch die Insulininjektionen auf. Bei 46  Prozent der Patientinnen und Patienten trat eine Lipohypertrophie auf, also eine schmerzlose Vermehrung des Unterhautfettgewebes. Etwas häufiger kam dies in der Gruppe derer vor, die eine Pumpe benutzen, da hier der Injektionsort seltener gewechselt wird und die Insulinabgabe länger ohne Pause an einem Ort stattfindet. Problematisch sind diese Stellen, weil das Insulin nicht mehr so gut und nur verzögert wirkt. Außerdem kann es mehrere Monate dauern, bis sich die Stellen zurückbilden.

Nicht häufig: typische Veränderungen

Es gibt auch Hautveränderungen, die als „typisch“ für Typ-1-Diabetes gelten, in der PeDiSkin-Studie allerdings nur selten zu beobachten waren. Eine dieser Hautveränderungen ist die Necrobiosis lipoidica (0,8  Prozent), bei der es in der Haut und Unterhaut, meist am Schienbein, zu einer Entzündungsreaktion kommt. Diese für Typ-1-Diabetes „typischen“‘ Hautveränderungen hängen häufig mit der Blutzuckereinstellung zusammen. Die Patientinnen und Patienten in der vorliegenden Studie hatten einen durchschnittlichen HbA1c-Wert von 7,4  Prozent und somit eine gute Stoffwechseleinstellung.

Was ist mit der ­Lebensqualität?

Als erste Studie hat PeDiSkin auch danach geschaut, inwiefern auftretende Komplikationen an der Haut der Kinder und Jugendlichen die Lebensqualität beeinflussen. Dies wurde mit einem standardisierten Fragebogen untersucht. Ein sehr erfreuliches Ergebnis ist, dass trotz der nicht selten auftretenden Hauterscheinungen kein Teilnehmender seine Therapie abgebrochen hat. 95  Prozent aller Studienteilnehmenden waren durch die Hautveränderungen gar nicht oder nur wenig in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Probleme mit Klebestellen – was kann helfen?


Hautbarriere stärken: Eine intakte Hautbarriere toleriert länger eine Abdeckung der Haut (Okklusion) durch Pflaster. Stärken lässt sich die Hautbarriere durch eine gute Pflege. Dafür geeignet sind nach dem Abnehmen eines Sensors oder eines Pumpenpflasters z. B. Wund- und Heilsalben oder auch Pflegecremes, die bei Neurodermitis eingesetzt werden. Ist die Haut stärker gerötet und juckt, sollte nach der Entfernung des Pflasters zweimal täglich eine kortisonhaltige Creme aufgetragen werden.

Weitere Hautschutz-Tipps:

  • Pflasterlöser sind geeignet für Patientinnen und Patienten, die sehr empfindlich auf das Abreißen eines Pflasters reagieren.
  • Geräte mit größeren Klebeflächen sollten vor dem Duschen/Baden abgeklebt werden: Duschgelreste und Feuchtigkeit können eine Irritation fördern.
  • Hautschutzsprays werden häufig auf Acrylatbasis hergestellt und können irritativ wirken – daher wird aus allergologischer Sicht davon abgeraten.
  • Wer eine Schlauchpumpe trägt, kann das Pflaster vorsichtig abziehen und die Katheternadel mit einem hautfreundlichen Silikonpflaster befestigen.
  • Ein Unterpflaster/Schutzpflaster kann es ermöglichen, den FreeStyle Libre oder die Patchpumpe Omnipod weiter zu nutzen. Dafür wird in ein nicht durchlässiges Pflaster auf Hydrokolloid- und/oder Silikobasis, ein Loch gestanzt, durch das der Messfühler geführt wird.

Quelle: DEJ 4/2019

Gerade die technischen Neuerungen in der Therapie und die damit einhergehende Verbesserung der Lebensqualität überwiegen die Nachteile von potentiell auftretenden Nebenwirkungen an der Haut. Nichtsdestotrotz kommen Hauterscheinungen in Zusammenhang mit dem Diabetes oder seiner Therapie häufig vor und müssen vom betreuenden Team im Hinterkopf behalten werden. Ein Wechsel der Therapieform oder des Geräteherstellers kann helfen, ebenso eine Mitbetreuung durch einen Hautarzt/eine Hautärztin, um die Therapie zu verbessern oder auch, um die Hautpflege zu optimieren.


Autorin:

Johanna Burgmann
Klinikum Ludwigsburg
Klinik für Kinder- und ­Jugendmedizin

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2021; 13 (2) Seite 6-7

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?