- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Die erste Skifreizeit mit Diabetes: was ist zu beachten?
2 Minuten
Sie haben medizinische, psychosoziale und/oder rechtliche Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!
Die Frage
Mein Sohn Emilian ist 13 und fährt bald mit der Schule nach Tirol zu Skifahren. Das wird seine erste längere Reise ohne Eltern. Skifahren ist ja auch anstrengend, und die Kälte…da gibt es sicherlich viel zu beachten, oder?
Herr M. aus Bad Saarow
Die Antwort von PD Dr. Torben Biester
Klassenfahrten sind ein häufiger Grund für Fragen und Sorgen, insbesondere wenn die Kinder Diabetes haben. Skifahren ist noch einmal ganz besonders. Üblicherweise sind die Kids den ganzen Tag auf der Piste unterwegs, also viel körperliche Anstrengung, dazu die Kälte, die Messwerte verfälschen oder im Extremfall das Insulin unwirksam machen kann. Besprechen Sie auf jeden Fall das Vorhaben mit Ihrem Diabetesteam und sprechen Sie über nötige Therapieanpassungen.
Grundsätzlich gilt: Skifahren ist Sport, aller Wahrscheinlichkeit nach wird Emilian an Ski-Tagen also weniger Insulin brauchen. Hierfür kann man z.B. weniger Basalinsulin spritzen bzw. die Basalrate senken, die Mahlzeitenfaktoren etwas “entschärfen” oder die Korrektur reduzieren. Bei teilautomatischen Systemen gibt es Funktionen wie ein “temporäres Ziel”, einen “Sport-Modus” oder “Ease-off”, die für eine geringere Insulinabgabe sorgen. Je nach Pumpe kann man eine andere Basalrate oder ganze Profile voreinstellen und dann z.B. bei Abfahrt direkt am Bus umschalten.
Ruhe bewahren und nur in extremen Situationen handeln
Grundsätzlich sind etwas höhere Werte während so einer Fahrt, um in der Ski-Terminologie zu bleiben, kein “Beinbruch”. Für Kinder ist es wichtig, dazuzugehören, an allen Aktivitäten teilnehmen zu können, ohne ständig durch niedrige Werte gestört zu werden, extra Kohlenhydrate essen zu müssen oder hinter der Gruppe herzuhängen. Die meisten Sensorsysteme verfügen über die Möglichkeit, die Werte zu teilen, so dass Sie mit ihrem Sohn hier besprechen können, ein Auge darauf zu haben und (nur) in drohenden Extremsituationen z.B. ihn oder eine Begleitperson anzurufen.
Grundsätzlich sollten Insulin, Teststreifen und Messgerät nicht dem Frost ausgesetzt werden, und die Lehrkräfte sowie alle Kinder in der Klasse sollten über den Diabetes und Notfallmaßnahmen Bescheid wissen. Das Notfall-Nasenspray sollte Emilian für den Fall der Fälle bei sich haben, und die anderen sollten wissen, wo es ist, und auch schon mal das Lehrvideo dazu gesehen haben. Dass am Körper Traubenzucker, Glukose-Gel oder andere sehr schnelle Kohlenhydrate mit rascher Zugriffsmöglichkeit getragen werden sollten, weiß Emilian mit seinen 13 Jahren bestimmt, aber auch hier hilft eine gute Absprache. Alle Einstellungsfragen des Insulins sollten Sie rechtzeitig mit dem Behandlungsteam absprechen. Nun hoffe ich für Emilian vor allem auf ausreichend Schnee!
von PD Dr. med. Torben Biester
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2024; 15 (1) Seite 22
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
