- Aus der Community
Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Corona, Frust – und viele Snacks
2 Minuten

Im Brief an Nadine schildert Kathy den Alltag mit Corona: wenig Kontakte, Homeschooling und Frust. Mehr Snacks, weniger Bewegung – der Blutzucker schwankt, Basalrate wird angepasst. Zwischen vergessenen Bolusgaben und Alarmen bleibt Gelassenheit.
Liebe Nadine,
ich überlege, was ich Dir dieses Mal Interessantes schreiben könnte. So richtig viel passiert bei uns derzeit nicht wirklich – so wie bei Euch wohl auch. Die Corona-Maßnahmen haben uns alle noch fest im Griff, und wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, was nicht immer einfach ist. Schließlich fehlen uns, und vor allem Leonie, die persönlichen Kontakte. Treffen mit Freunden, mal ein Eis essen gehen oder einfach mal einen gemütlichen Mädelsabend machen: Das ist alles derzeit so nicht möglich.
Und dass sich das dann gelegentlich auch auf das Gemüt auswirkt, sich manchmal sogar ein kleiner Lagerkoller einschleicht, ist natürlich nachvollziehbar. Viel Abwechslung von dieser Eintönigkeit wird Leonie gerade auch nicht geboten. Der Teenie-Alltag beschränkt sich vormittags auf Home-Schooling mit 5 Stunden Online-Unterricht, Essen (der Weg zum Kühlschrank ist die meistzurückgelegte Strecke der letzten Wochen), Video-Chats und Handy-Zeit. Und das, oftmals nervige, Diabetes-Managementläuft da einfach nur so mit.
Aber etwas Neues gibt es doch, es ist eine der Folgen des Corona-Alltags: Die geringere Aktivität und das häufigere Snacken wirken sich schon auf Leonies Zuckerwerte aus. Die Basalrate haben wir deshalb in den letzten Monaten mittels Basalratentest angepasst, so dass wir hier gerade auch sehr gut laufen.
Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.
Ansonsten hat Leonie auch nicht wirklich Lust, sich mit dem Diabetesmanagement auseinanderzusetzen. Jeder Katheterwechsel kann derzeit erst einmal einen kleinen Gemütsausbruch bedeuten, weil der angestaute Frust sich irgendwann einfach Luft macht muss. Der Essensbolus wird ab und an gerne mal vergessen, und der Sensor-Alarm hin und wieder ignoriert.
Liebe Nadine, aber eigentlich sind das alles nur Nichtigkeiten. Schließlich ist niemand perfekt, und auch wir Eltern vergessen das eine oder andere. Im Großen und Ganzen läuft der Diabetes gerade so mit, und wir können es uns leisten, uns nicht so viele Gedanken darum zu machen. Der Omnipod erinnert uns alle drei Tage automatisch daran, dass er gewechselt werden möchte, damit wir ihn nicht vergessen, und die übrigen Pflichten wie Essenabwiegen funktionieren ja sowieso schon automatisch. So automatisch, dass ich selbst mir ab und an mein Brot auf die Waage lege, um die Kohlenhydrate zu berechnen.
Liebe Nadine, wir wünschen uns, dass wir diese Zeit gut überstehen und dass wir die nächsten Monate wieder mehr zu berichten haben. Bis dahin, haltet die Ohren steif und kommt gut und gesund durch die nächsten Wochen.
Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie
von Kathy Dalinger
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2021; 13 (1) Seite 30
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

3 Minuten
- Aus der Community

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 4 Tagen, 4 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 1 Stunde, 29 Minuten
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 3 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …florahdo postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂


