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Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Diabetes-Burnout – Null Bock in der Schule
3 Minuten

Seitdem Leonie auf die weiterführende Schule gewechselt ist, nimmt sie ihr Diabetes-Management leider nicht mehr richtig ernst. Ihre Mutter Kathy hat jedoch dank moderner Technik eine Lösung gegen dieses Diabetes-Burnout gefunden, wie sie im Brief an Nadine verrät.
Liebe Nadine,
Du weißt ja: Das Leben mit Diabetes ist gerade in der Pubertät nicht immer einfach. Leonie nähert sich in großen Schritten dieser Entwicklungsphase, und dabei zeigt sich leider auch die eine oder andere Diabetes-Überdrüssigkeit.
Leonie ist im September auf die weiterführende Schule gewechselt. Fast zeitgleich setzte bei ihr die „Null Bock auf Diabetes“-Phase in der Schule ein. Besonders in der Schulpause macht sich das bemerkbar. So „vergisst“ sie an vier von fünf Schultagen den Bolus für ihr Pausenbrot. Kauft sich eine Schokolade und „vergisst“ auch hierfür das notwendige Insulin. Die hohen Blutzuckerwerte werden nur sehr selten korrigiert. Die CGM-Alarmtöne werden ignoriert oder manipuliert. Ja, manipuliert. So, dass der Sensor keinen Alarm mehr von sich gibt.
Du kannst dir sicher vorstellen, dass mich dieses „Bolus-Vergessen“ nicht kalt lässt. Wie oft habe ich schon mit ihr darüber gesprochen. Wie oft habe ich versucht, es zu verstehen. Dieses neue negative Verhalten muss doch einen Anlass haben. Schließlich hat sie seit der ersten Klasse ihre Schulpausen immer alleine und richtig gut gemanagt. Und plötzlich ist das nicht mehr möglich?
Wie vielleicht auch Dir kam mir gleich der mögliche Zusammenhang zwischen „neue Schule“ und „Bolus-Vergessen“ in den Sinn. Traut sie sich nicht vor den neuen Mitschülern? Möchte sie den Diabetes verstecken oder gab es schon mal einen doofen Kommentar? Auf alle Fragen hat sie mit Nein geantwortet. Ihre Antwort war immer nur, dass sie es einfach vergisst. Und wenn das CGM piepst, hätte sie oft keine Zeit, die Korrektur zu geben, so dass sie gerne mal mit einem sehr hohen Wert nach Hause kommt.
Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.
Mit dieser Antwort bin ich natürlich nicht zufrieden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man seinen Bolus einfach vergisst. Ich wollte sie daher so gut ich kann unterstützen. Wollte ihr helfen, sich an den Bolus fürs Essen wieder zu erinnern. Doch das war nicht so einfach.
Als erste Maßnahme habe ich ihr „BOLUS NICHT VERGESSEN!“ auf die Brotbox geschrieben. Habe mit ihr ein Belohnungssystem erarbeitet. Das ging eine Woche gut. Doch die Woche darauf setzte wieder das „Bolus-Vergessen“ ein. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass dieses Thema ein Streitpunkt ist, der sehr viel Raum einnimmt. Zu viel Raum. Einfach die schlechten Werte in der Schule ignorieren? Ja, das habe ich auch ausprobiert – aber nicht lange durchgehalten. Wenn Dein Kind vier Tage mit „High“ nach Hause kommt, platzt dir doch der Kragen!
Jetzt endlich zeigt sich eine positive Entwicklung: Durch Zufall habe ich an der Insulinpumpe eine Erinnerungsfunktion entdeckt. Wenn bis spätestens nach der Pause kein Bolus abgegeben wurde, gibt die Pumpe einen Alarmton von sich, der nur aufhört, wenn wirklich Insulin abgegeben wurde. Einfach so wegdrücken und abstellen ist nicht. Seitdem klappt es wieder etwas besser, und Leonie hat immer mehr Tage, an denen sie mit „normalen“ Werten am Schulalltag teilnimmt. Ein Hoch also auf die Technik, die uns wenigstens einige unserer Sorgen nimmt.
Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie
von Kathy Dalinger
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 10 (3) Seite 30
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123novesia postete ein Update vor 1 Tag, 11 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 13 Stunden, 2 Minuten
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
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Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
lena-schmidt postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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