Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Diabetes-Geschenke zu Weihnachten – und was Leonie davon hält

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Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Diabetes-Geschenke zu Weihnachten – und was Leonie davon hält

Diabetes-Utensilien als Geschenk? Über kleine Besonderheiten an Weihnachten, die mit Diabetes zu tun haben, berichtet unsere Kolumnistin Kathy in diesem Brief an ihre Freundin Nadine.

Liebe Nadine,

der Duft von Weihnachtsplätzchen zieht durchs Haus, und während ich es mir mit einer Tasse Tee gemütlich mache, denke ich über die letzten Kleinigkeiten nach, die ich noch fürs bevorstehende Weihnachtsfest besorgen möchte. Dabei dachte ich spontan an eine neue Diabetes-Tasche für Leonie. Ihre derzeitige Tasche sieht schon sehr gebraucht aus, und eine neue wäre wirklich mal nötig.

Aber ein Diabetes-Geschenk unterm Weihnachtsbaum, ist das wirklich so eine gute Idee? Ich musste also bei Leonie vorfühlen und habe das nächste Gespräch mit ihr deshalb in die Richtung „Diabetesgeschenk zu Weihnachten“ gelenkt. „Wie wäre es, wenn du dir zu Weihnachten eine neue Tasche für deine Diabetes-Utensilien wünschst?“, fragte ich sie.

Na ja, nicht gerade sehr diskret, aber ihre Antwort folgte prompt: „Nee, Mama. Weihnachten möchte ich wirklich nichts geschenkt bekommen, was mit Diabetes zu tun hat.“

Das war klar und deutlich. Also halten wir es wie in den letzten Jahren und schenken nichts, was an diesem Tag an die Erkrankung erinnert. Eine neue Tasche wird es dann wohl einfach so zwischendurch geben, wenn wir eine schöne beim Shoppen entdecken. Sag mal, Nadine: Wie haltet Ihr das zu Hause? Diabetes-Geschenke unter dem Weihnachtsbaum – ja oder nein?

Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.

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Doch so ganz ohne eine kleine Besonderheit, die mit Diabetes zu tun hat, werden wir die Tage vor der Bescherung wohl doch nicht erleben, jedenfalls wenn ich an die letzten Jahre denke. Je näher der Weihnachtstag kam, desto höher wurden Leonies Blutzuckerwerte. Die Aufregung stieg mit jedem Tag und die Werte stiegen mit, so dass wir um diese Zeit immer eine etwas höhere Basalrate benötigten.

Am Anfang konnte ich es mir gar nicht erklären, doch bei Gesprächen mit anderen Eltern unserer Selbsthilfegruppe habe ich gemerkt, dass es bei vielen anderen Kindern ebenfalls so war. Und wie sollte es anders sein, sobald die Bescherung vorbei war, waren auch die Blutzuckerwerte wieder im normalen Bereich und wir konnten auf unsere Standardbasalrate zurückstellen. Die Vorfreude war wohl einfach zu groß, vor allem, als Leonie noch jünger war.

Jetzt, so mitten in der Pubertät, ist die Aufregung nicht mehr ganz so groß, und ich bin gespannt, ob sich dies auch an entspannteren Blutzuckerwerten zeigt. Konntet Ihr bei Euch dieses Weihnachtsphänomen auch schon feststellen?

Nadine, ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit. Genießt wie wir die Adventsnachmittage mit selbstgebackenen Plätzchen und Tee.

Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie


von Kathy Dalinger

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Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2019; 11 (4) Seite 26

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