- Aus der Community
Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Hohe Werte nach der Weihnachtsgans
2 Minuten
Die Weihnachtsfeiertage werden in diesem Jahr „dank“ Corona zwar auch bei Familie Dalinger etwas anders als gewohnt, aber auf Weihnachtsgans und Plätzchen werden sie nicht verzichten. Wie sie gelernt haben, während und nach dieser kulinarisch opulenten Zeit Leonies hohe Blutzucker-Werte zu managen, berichtet Kathy ihrer Freundin Nadine in ihrem aktuellen Brief.
Liebe Nadine,
Weihnachten steht wieder vor der Tür, und auch wenn es in diesem Jahr wohl etwas kleiner ausfallen wird, so werden wir auch in diesem Jahr nicht auf unser (opulentes) Weihnachtsmahl verzichten. Wie bei vielen Familien steht auch bei uns am zweiten Weihnachtsfeiertag eine leckere Gans mit Knödeln und Blaukraut auf dem Tisch. Ein Nachtisch darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Der Plätzchenteller steht auch immer griffbereit, und so verschwindet gerne mal das eine oder andere Plätzchen zusätzlich in Leonies Mund.
Und wie in jedem Jahr, müssen wir genau deswegen bei Leonie mit hohen Blutzuckerwerten rechnen. Das fettige, deftige Essen sorgt wohl für eine trägere Verdauung. Hinzu kommt dann auch noch die geringe Bewegungslust eines Teenagers, der seine Zeit am liebsten chillend in seinem Zimmer verbringt.
Nadine, wenn wir also nicht möchten, dass Leonies Blutzucker in unermessliche Höhen steigt oder gar extrem Achterbahn fährt, müssen wir neben den Kohlenhydraten für Knödel, Blaukraut und Nachtisch auch noch die Fett-Protein-Einheiten (FPE) für die Weihnachtsgans mit einrechnen und mit dem Mahlzeiteninsulin entsprechend abdecken.
Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.
Allerdings dürfen wir die gesamte Insulinmenge nicht komplett auf einmal abgeben, sondern über einen verzögerten Bolus über mehrere Stunden (das ist allerdings nur mit einer Insulinpumpe möglich). So wird die Insulinabgabe verlängert, und wir können dem verspäteten Blutzuckeranstieg durch eine verzögerte Insulinwirkung gut abfangen.
Daneben können wir Leonie dann meist doch noch zu einem kurzen Weihnachtsspaziergang überreden. Die Bewegung an der frischen Luft ist uns dann zusätzlich behilflich, die hohen Blutzuckerwerte zu reduzieren und erlaubt es Leonie, sich danach doch noch einmal über den Plätzchenteller herzumachen.
Denn bei einem sind wir uns sicher: Auch wenn es schwierig ist, den Blutzucker an Weihnachten im Zaum zu halten, werden wir es im nächsten Jahr wieder genauso machen. Denn Weihnachten ist nur einmal im Jahr, und da darf man auch einmal über die Stränge schlagen. In diesem Sinne, liebe Nadine, wünsche ich Dir und Deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest.
Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie
von Kathy Dalinger
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (4) Seite 30
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community
2 Minuten
- Aus der Community
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 3 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
