Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Schulung – ein wichtiger Baustein

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Eltern-Kolumne „Brief an Nadine“: Schulung – ein wichtiger Baustein

In Ihrem diesmaligen Brief an Nadine beschreibt Kathy ihrer Freundin, wie wichtig die speziellen Diabetes-Schulung für Kinder und Jugendliche für Leonie waren und sind, um ihren Diabetes eigenständig managen zu können.

Liebe Nadine,

wir beschäftigen uns im Moment mal wieder mit dem Thema Diabetes-Schulung speziell für Kinder und Jugendliche. Das Thema ist uns sehr wichtig, und unser Ziel ist es schon, dass Leonie alle drei Jahre an einer Schulungsmaßnahme teilnimmt. Leonie nimmt aus diesen Maßnahmen immer sehr viel mit, und zwar nicht nur Wissen im Umgang mit den verschiedenen Anforderungen des Diabetes – sie hat dort schon viele Freundinnen und Freunde kennengelernt, mit denen sie teilweise noch heute in Kontakt ist.

Die erste Schulungsmaßnahme haben wir gemeinsam kurz vor dem Schulantritt gemacht. In dieser Kinder-Reha hat Leonie auf kindgerechte Weise sehr viel gelernt, so dass sie den Schulalltag schon ab der ersten Klasse mit etwas Zusatzhilfe ganz gut alleine meistern konnte. Aber nicht nur das „Handwerk“ wurde dort vermittelt: Die sechs Wochen gemeinsam mit anderen Diabetes-Kids zu verbringen, hat Leonie sehr gut getan. Schließlich kannte sie bis zu unserer Reha nur ein einziges anderes Kind mit Diabetes, und so hatte sie in diesen Wochen schon sehr das „Ich bin nicht allein“-Gefühl, was ungemein positiv und wichtig war.

In der dritten Klasse hat Leonie dann an einer speziellen Schulungswoche in unserer betreuenden Kinderklinik teilgenommen. Das hat ihr viel Spaß gemacht, und sie hat auch hier wieder einiges gelernt und sehr viel Zeit mit anderen Kindern mit Diabetes verbracht. In dieser Woche hat sie aber auch einen besseren Draht zu unserem Diabetes-Team und zu unserem Kinderdiabetologen bekommen. Ich finde es sehr wichtig, dass die Kinder gerne zu den Terminen gehen und sich dort gut aufgehoben fühlen.

Kolumne „Brief an Nadine“

Die 14-jährige Leonie hat seit einigen Jahren Typ-1-Diabetes. Familie Dalinger hat also im Alltag schon reichlich Erfahrung mit der Erkrankung sammeln können. Ihr Wissen gibt Mutter Kathy Dalinger gerne weiter an ihre Freundin Nadine, deren Tochter erst vor kurzem die Diagnose erhalten hat.

alle Beiträge aus der Kolumne „Brief an Nadine“

Die letzte Schulung war dann in der 5. oder 6. Klasse – es ging für fast zwei Wochen in eine Diabetes-Klinik zu einem speziellen Kids-Kurs. Besonders hier hat Leonie einige Freunde gefunden, mit denen sie immer noch regelmäßig in Kontakt ist. Liebe Nadine, du siehst, wir versuchen immer, Leonie so gut wie möglich im Umgang mit dem Diabetes zu stärken und dabei sind für uns diese Diabetes-Schulungsmöglichkeiten ein wichtiger Baustein. Von „Fremden“ werden einfach manche Vor- und Ratschläge anders aufgenommen als von uns Eltern.

Allerdings klappt das auch nur, weil Leonie immer sehr gerne daran teilnimmt. Mit Druck und Zwang erzielt man keinen Erfolg – und genau darauf kommt es ja an. Die Kids sollen etwas lernen, dabei sollen aber auch die Freude und der Spaß nicht zu kurz kommen. Also sitzen wir nun schon wieder vor unseren Unterlagen und überlegen gemeinsam, ob es wieder Zeit für eine Schulung wird. Vielleicht wird es ja auch mal eine Diabetes-Freizeit – wer weiß?

Viele Grüße und bis bald
Kathy und Leonie


von Kathy Dalinger

Avatar von kathy-dalinger

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2021; 12 (4) Seite 30

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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