INNODIA – ein neues Netzwerk

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INNODIA – ein neues Netzwerk

Durch das Forschungsprojekt INNODIA haben sich Forschungseinrichtungen, Universitäten, Pharmaunternehmen und Patientenorganisationen aus ganz Europa miteinander vernetzt. Nun werden Studienteilnehmer gesucht.

Seit Anfang 2016 haben sich Forschungseinrichtungen, Universitäten, Pharmaunternehmen und Patientenorganisationen aus ganz Europa zusammengeschlossen, um das gemeinsame Forschungsprojekt “INNODIA” zu starten. Das Projekt wird in sieben Jahren mit 36 Millionen Euro von der Europäischen Gemeinschaft unterstützt und hat gerade den europäischen Behörden über das erfolgreiche erste Projektjahr berichtet, so dass jetzt aktiv Patienten und Familien von Betroffenen zur Teilnahme an der Studie angesprochen werden können.

INNODIA soll neue Wege finden

INNODIA soll in entscheidender Weise Kenntnisse erbringen, wie Typ-1-Diabetes entsteht bzw. sich in den verschiedenen europäischen Regionen bei verschiedenen Altersklassen (von Kindern bis Senioren) entwickelt.

Das übergeordnete Ziel des INNODIA-Projekts ist eine Bündelung der Bemühungen herausragender europäischer Forschungsinitiativen und Behandlungseinrichtungen, um einen entscheidenden Schritt weiterzukommen, wie Typ-1-Diabetes bereits vor Ausbruch der Symptome erkannt werden kann, eine individualisierte Präventionsbehandlung durchgeführt und damit das Auftreten der symptomatischen Erkrankung verhindert werden kann.

Geleitet wird das Projekt gemeinsam von dem Kinderdiabetologen Professor David Dunger von der Universität Cambridge in England und der Internistin Professor Chantal Mathieu von der Katholischen Universität Leuven aus Belgien. Neben der finanziellen Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft sowie von vier großen Pharmafirmen der EFPIA (europäischer Dachverband der nationalen Verbände forschender Pharmaunternehmen) finanziert auch die Juvenile Diabetes-Stiftung (JDRF) und der “Leona M. and Harry B. Helmsley Charitable Trust” das Vorhaben.

Translation – schneller vom Labor in die Praxis

“Gemeinsam sind wir stark” ist das Motto von INNODIA. Statt in verschiedenen Einzelinitiativen das Ziel der Typ-1-Diabetes-Verhinderung zu erreichen, soll eine konzertierte Aktion die Forschung beschleunigen. Dabei müssen Forscher der Diabetesentstehung auf molekularer und zellulärer Ebene mit Klinikern zusammenarbeiten, wie die verschiedenen Wege der Entstehung und des Fortschreitens der Erkrankung klinisch beim Betroffenen messbar gemacht werden können.

Mit diesen neuen Methoden der Diagnostik könnten neue medikamentöse Ansätze, die in der Pharmaindustrie gegenwärtig in der Entwicklung sind, ohne Verzögerung auf Effektivität geprüft werden. (Diese Vorgehensweise nennt man Translation.) Daher ist INNODIA ein Zusammenschluss aus 26 Einrichtungen sowohl der Grundlagenforschung als auch der klinischen Medizin und der Pharmaindustrie.

In einem ersten Schritt soll durch INNODIA ein europäisches Forschungsnetzwerk unter Einbeziehung von bestehenden nationalen Registern unter Nutzung bestehender internationaler Kooperationen geschaffen werden.

Patienten in Planung einbezogen

Eine klare Priorität von INNODIA ist es, auch die Bedürfnisse und Belange der Patienten mit Typ-1-Diabetes in den Mittelpunkt des Projekts zu stellen. Zu diesem Zweck wurde ein Patienten-Beratungskomitee (sogenanntes Patient Advisory Comittee, PAC) geschaffen. Das PAC stellt sicher, dass die Erfahrungen, Meinungen und Wünsche von Patienten und ihren Angehörigen bei der Entwicklung der strategischen Ziele von INNODIA mit den Perspektiven der Betroffenen übereinstimmen.

Dabei verstehen sich die Mitglieder des PAC (sechs Männer und eine Frau im Alter von 23 bis 62 Jahren mit Typ-1-Diabetes aus verschiedenen europäischen Ländern, ein deutscher Vertreter ist bislang nicht dabei) als Botschafter von INNODIA und suchen daher den aktiven Austausch mit anderen Betroffenen und Patientenorganisationen.

Näheres findet man auf der Website. Um gerade auch jüngeren Kindern INNODIA zu erklären, entwickelte das PAC den Cartoon-Charakter “Delta” der in einem (bislang nur auf Englisch vorliegenden) Youtube-Video erklärt, worum es geht.

Studienteilnehmer gesucht

Nachdem die vorbereitenden Projektschritte weit fortgeschritten sind, werden jetzt nach Zustimmung der Ethikkomissionen Studienteilnehmer zunächst zur ausschließlichen Beobachtung des natürlichen Verlaufs der Typ-1-Diabeteserkrankung gesucht, bevor dann in einem nächsten Schritt in der dritten Phase des siebenjährigen Projekts neuartige Therapieansätze geprüft werden. Gesucht werden zunächst europaweit neu diagnostizierte Typ-1-Diabetespatienten zwischen einem und 45 Jahren. Diese werden bis zu zwei Jahre im Rahmen der Studie beobachtet; es sind fünf Untersuchungstermine geplant.

Untersuchung von neu erkrankten Patienten und von Verwandten

Bei diesen Terminen wird ein sogenannter Mixed-Meal-Toleranz-Test bei allen Typ-1-Diabetes-Patienten über einem Alter von fünf Jahren durchgeführt. Damit soll untersucht werden, wie viel eigenes Insulin der Körper trotz manifester Diabeteserkrankung unter den Bedingungen einer standardisierten Testmahlzeit noch produzieren kann.

Gesucht werden aber auch bislang nicht betroffene Verwandte ersten Grades von an Typ-1-Diabetes erkrankten Menschen zwischen einem und 45 Jahren. Hier ist eine Beobachtungsdauer bis zu vier Jahren mit sieben Untersuchungsterminen für die Studie vorgesehen, wenn sich bei Verwandten im Blut mit Diabetes assoziierte Antikörper ohne bereits ausgebrochene Diabeteserkrankung nachweisen lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich europaweit viele Teilnehmer sowohl von betroffener als auch (noch) nicht betroffener Seite finden, damit der nächste Schritt des Projekts – die Erprobung neuer Studienverfahren und medikamentöser Behandlungsverfahren zum Stopp der Autoimmunkrankheit Typ-1-Diabetes – bald folgen können.


von Prof. Dr. med. Thomas Danne
Diabetes-Eltern-Journal-Chefredakteur, Kinderdiabetologe,
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin “Auf der Bult”, Hannover,
E-Mail: danne@hka.de

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2017; 10 (2) Seite 4-5

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  • tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 15 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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