- Eltern und Kind
Mehr Kinder mit Typ-1-Diabetes durch Corona-Pandemie?
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Hatte der COVID-19-Lockdown Einfluss auf die Diabetes-Erkrankungsrate bei Kindern und Jugendlichen? Forscher legen erste Zahlen vor.
Nach Katastrophen wie dem GAU im Kernkraftwerk Tschernobyl 1986 und dem Erdbeben in Los Angeles 1994 stiegen die Neuerkrankungen für Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen deutlich an. Ob sich die Corona-Pandemie ähnlich dramatisch auf die hiesige Erkrankungsrate ausgewirkt haben, oder der Lockdown sogar Virusinfekte verringert und dadurch die Erkrankungsrate gesenkt haben könnte, gingen nun Autoren eines Short-Reports im Fachjournal „Diabetes Care“ nach. „Denn nicht nur Stress gilt als Risikofaktor für Diabetes Typ 1. Auch Virusinfekte können die Stoffwechselerkrankung mit verursachen“, erklärt Professor Dr. med. Andreas Neu, Vizepräsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
Risikofaktoren: psychischer Stress und Corona-Infekt
Während der Corona-Pandemie waren Kinder und Jugendliche zwei Risikofaktoren ausgesetzt, die einen Diabetes mellitus Typ 1 begünstigen können: psychischem Stress durch die sozialen Auswirkungen des Lockdowns und dem potenziellen Infekt mit dem Corona-Virus. Gleichzeitig sank das allgemeine Infektionsrisiko während der Kontaktbeschränkungen erheblich, da sie eine Übertragung anderer Infekte erschwerten.
„Mit unserer Studie wollten wir einen ersten Einblick darüber erhalten, ob sich Stressfaktoren wie Kita- und Schulschließungen, Kontaktbeschränkungen, Home-Schooling und Familienkonflikte eventuell bereits früh auf die Erkrankungsrate des Typ-1-Diabetes der jungen Bevölkerung ausgewirkt haben könnte“, erklärt Sascha Tittel, Erstautor des Short Reports und wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZIBMT im Institut für Epidemiologie und medizinische Biometrie der Universität Ulm. Er verweist auf Berichte nach Katastrophen, die eine erhöhte Diabetesrate dokumentieren.
Vergleich mit den Vorjahren
Die Autoren griffen für ihre Untersuchung auf alle Neudiagnosen zwischen Mitte März und Mitte Mai 2020 – der Zeit des Lockdowns – aus 216 Diabeteszentren in Deutschland zurück. Dabei verglichen sie diese Zahl mit den Neuerkrankungsraten jeweils für diese Monate in den Jahren 2011 bis 2019. „Über die Jahre zeigte sich insgesamt, wie erwartet, eine stetig steigende jährliche Erkrankungsrate“, so Professor Dr. med. Reinhard Holl, Leiter der Arbeitsgruppe Computergestütztes Qualitätsmanagement in der Medizin im epidemiologischen Institut der Universität Ulm.
Während im März-Mai-Intervall des vergangenen Jahres 503 Neuerkrankungen registriert wurden, belaufen sich diese im gleichen Zeitraum für 2020 auf 531 Fälle. „Dies entspricht dem normalen jährlichen Anstieg. Daraus schließen wir, dass für die Zeit des Corona-Lockdowns keine höhere Inzidenz vorliegt“, resümiert Mitautor Holl. Follow-up-Studien müssten diesen Kurzzeit-Effekt nun bestätigen, um mittel- und langfristige Effekte der Corona-Pandemie auf die Erkrankungsrate besser aufzuzeigen.
Extremsituation hat keine Auswirkungen
„Es ist erfreulich, dass durch die Extremsituation offenbar keine gehäuften Diabetesfälle bei Kindern und Jugendlichen aufgetreten sind“, betont Neu. „Psychischer Stress kann aber nicht nur Diabetes verursachen“, gibt der DDG-Vizepräsident zu bedenken. „Er verschlechtert auch die Stoffwechsellage von Menschen mit Diabetes, kann zu Komplikationen führen und für Infektionen anfälliger machen.“ Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, deren Stoffwechsel häufig Achterbahn fahre, müsse daher vor allem in Krisenzeiten auf eine gute Blutzuckereinstellung geachtet werden.
- Tittel, S.R., Rosenbauer, J. et al., Did the COVID-19 lockdown affect the incidence of paediatric type 1 diabetes in Germany? https://tinyurl.com/y6zlxjjt
- Danne, T. Kapellen, T., Diabetes bei Kindern und Jugendlichen, Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2020, https://tinyurl.com/yyp7kxha
- Holl, R., Prinz, N., Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes – aktuelle Situation und Veränderungen der letzten 24 Jahre, Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2020, https://tinyurl.com/yyp7kxha
Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 3 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 2 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
