- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Sind Video-Sprechstunden nun nicht mehr möglich?
2 Minuten
Sie haben medizinische, psychosoziale und/oder rechtliche Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!
Die Frage
Während der Corona-Beschränkungen hat unsere Diabetologin mit uns Video-Sprechstunde gemacht: Alle Werte wurden abgefragt, und wir haben Sophie auf die Waage gestellt. Das fanden wir super, denn wir müssen 40 km zur Praxis fahren.
Jetzt möchte unsere Ärztin, dass wir wieder in die Praxis kommen. Aber es ging doch auch anders? Wie kann ich unsere Ärztin überzeugen, dass wir weiter die Video-Sprechstunde nutzen können?
Carina H.
Die Antwort von PD Dr. Torben Biester
Auch wir haben in unserer Klinik jetzt angefangen, Video-Sprechstunden anzubieten. Ich fand es toll, durch die Videoaufnahmen einen Einblick in das häusliche Umfeld zu bekommen, aber es gibt mehrere Gründe, warum auch wir in Hannover nun wieder mehr in die Präsenzkontakte wechseln.
Ein Grund sind die gesetzlichen Regelungen. Zum einen kann eine Arztpraxis/eine Krankenhausambulanz mit einer rein telemedizinischen Sprechstunde die Kosten für das Team nicht decken, da es dafür weniger Geld von den Kassen gibt als für Besuche vor Ort. Leider ist das wichtig, um die Ambulanzen zu erhalten.
Und auch für Ihre Tochter hat es Konsequenzen: Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes werden in einem „Chroniker-Programm“ geführt (z. B. „Curaplan“ bei der AOK). Durch die Teilnahme gibt es das Anrecht auf regelmäßige Schulungen, und manche Krankenkassen machen z. B. die Versorgung mit Glukosesensoren davon abhängig. Die Teilnahme verpflichtet z. B. zu regelmäßigen Arztbesuchen. Auch wenn es sehr „zwingend“ wirkt, ist das Programm dazu gedacht, eine gute Therapie für Ihre Tochter sicherzustellen.
Weitere Gründe, die für persönliche Treffen sprechen:
- Sitzt man sich gegenüber, ist die Gesprächsqualität immer besser als über Video – besonders, wenn es um schwierige Befunde/Entscheidungen geht.
- Einiges lässt sich nicht aus der Ferne klären, wie die jährliche Blutentnahme zur Kontrolle von Leber, Nieren, Schilddrüse etc. Und auch wenn ein aus den Sensorwerten berechneter HbA1c-Wert der „echten“ Messung sehr nahe kommt: Der gleiche Wert ist es nicht.
- Auch die Untersuchung der Katheterstellen durch Abtasten der Haut geht nicht über Video. Immer wieder höre ich, dass die mir augenscheinlichen Hautverdickungen im Alltag nicht gesehen werden, da diese schleichend entstehen. In einer großen Untersuchung mit unseren Hautärzten haben wir gesehen, dass es sich immer lohnt, auch die Pflasterstellen zu betrachten, um Unverträglichkeiten zu entdecken.
- Eine gerade veröffentlichte Studie der Lübecker Kinderdiabetologen zeigt, dass Telemedizin zwischendurch hilfreich sein kann, aber: Der persönliche Kontakt etwa alle drei Monate kann dadurch nicht ersetzt werden.
Also, auch wenn es schwerfällt: Präsenztermine müssen wieder sein, Corona-Sonderregelungen fallen weg. Aber natürlich werden wir und sicherlich die meisten Kollegen die Telemedizin zukünftig als einen Baustein in die Dauerversorgung integrieren. Ich selbst freue mich übrigens, endlich wieder persönliche Sprechstunden durchführen zu können.
von PD Dr. med. Torben Biester
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (2) Seite 28
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Tag, 8 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Tag, 10 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Tag, 8 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
