Nachgefragt | Recht: LKW fahren mit Diabetes – geht das?

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Nachgefragt | Recht: LKW fahren mit Diabetes – geht das?

Sie haben rechtliche oder soziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Unser Rechts-Experte Oliver Ebert gibt Ihnen in der Diabetes-Eltern-Journal-Rubrik Nachgefragt Antwort.

Die Frage

Ich habe gelesen, dass es seit Mai neue Regeln für den Führerschein gibt, und man nun auch mit Diabetes LKW fahren darf. Unser Sohn Michael (17) möchte gerne Fernfahrer werden, bislang wurde uns aber gesagt, dass dies wegen seines Diabetes nicht möglich sei. Hat sich da was geändert? Muss der Diabetes eigentlich beim Führerscheinantrag angegeben werden?

Petra K.

Die Antwort von Oliver Ebert

Seit dem 1. Mai 2014 gelten neue “Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung”. Dort sind körperliche und/oder geistige Einschränkungen zusammengestellt, welche die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen beeinträchtigen können. Die Begutachtungskriterien bei Diabetes wurden komplett neu geregelt und bringen zahlreiche Erleichterungen.

Im Gegensatz zur bis dahin geltenden Situation ist nun klargestellt, dass die Teilnahme am Straßenverkehr mit – und trotz – Diabetes möglich ist. In der neuen Begutachtungsleitlinie ist dazu festgeschrieben, dass “gut eingestellte und geschulte Menschen mit Diabetes” sowohl einen PKW als auch LKW “sicher führen” können – dies gilt auch für die Personenbeförderung (Taxi, Omnibus).

Der Diabetes stellt somit also kein grundsätzliches Hindernis mehr für das Führen von LKWs über 3,5 t und die Personenbeförderung dar. Die bislang geltende Regelung war noch deutlich restriktiver.

Wahrnehmung von Unterzuckerungen muss gewährleistet sein

Allerdings ist eine Teilnahme am Straßenverkehr auch künftig natürlich nur unter der Voraussetzung zulässig, dass Unterzuckerungen rechtzeitig wahrgenommen werden: Wer innerhalb von zwölf Monaten wiederholt eine so schwere Unterzuckerung hat, dass er fremde Hilfe benötigt, darf in der Regel zunächst nicht mehr fahren. Den Führerschein bekommt man aber dann wieder, sobald nachgewiesen werden kann, dass “wieder eine hinreichende Stabilität der Stoffwechsellage sowie eine zuverlässige Wahrnehmung von Hypoglykämien sichergestellt ist”.

Der Diabetes wird dem Berufswunsch von Michael also grundsätzlich nicht mehr im Wege stehen. Allerdings sollte er sich trotzdem sehr genau überlegen, ob er als chronisch kranker Mensch wirklich einen solchen Berufsweg einschlagen will, der sehr stark von gesundheitlichen Voraussetzungen abhängt: Denn sein Gesundheitszustand bzw. seine Fähigkeit zur Unterzuckerungswahrnehmung kann sich ja jederzeit so verschlechtern, dass er plötzlich nur noch eingeschränkt – oder womöglich überhaupt nicht mehr – fahren darf. Die Folge wären dann Arbeitsplatzverlust oder schlimmstenfalls Berufsunfähigkeit.

Zur Frage, ob der Diabetes beim Führerscheinantrag angegeben werden muss, gibt es sehr viele Irrtümer und Fehlinformationen. Die Vorgehensweise ist bundesweit nicht einheitlich: In manchen Landkreisen wird nach Krankheiten gefragt, in manchen nicht. Generell gilt: Wenn nicht gefragt wird, muss (und sollte) man den Diabetes nicht angeben. Wenn die Behörde allerdings nach bestimmten Krankheiten wie Diabetes fragt, muss man wahrheitsgemäß und vollständig antworten.


von Rechtsanwalt Oliver Ebert

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2014; 7 (3) Seite 33

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße