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Sportlich leben mit Typ-1-Diabetes – Teil 1: Was passiert bei Sport in unserem Körper?
3 Minuten
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes kennen das: Bei manchen Sport-Arten sinkt der Blutzucker schnell, bei anderen steigt er zunächst sogar an. Nach dem Training treten häufiger niedrige Blutzuckerwerte auf, weil das Insulin oft noch stärker wirkt als sonst. Warum ist das so und was genau geschieht beim Sport im Körper?
Bei Bewegung oder sportlicher Aktivität muss der Körper plötzlich deutlich mehr Energie-Träger zur Verfügung stellen, damit die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System erfolgreich arbeiten können. Für die Energie-Gewinnung stehen Glukose aus dem Blut und den Glukose-Speichern in Muskeln und Leber sowie Fette (Lipide) aus den Fett-Speichern zur Verfügung. Die Energie-Reserven werden nicht gleichzeitig, sondern nacheinander angesteuert.
Muskeln können Glukose auch ohne zusätzliches Insulin aufnehmen
Während leichter sowie moderater Bewegung können Muskeln Glukose direkt aus dem Blut aufnehmen, auch wenn kein zusätzliches Insulin vorhanden ist. Wenn Glukose aus dem Blut in unsere Muskel-Zellen aufgenommen wird, sinken die Blutzuckerwerte. Bei fehlender Gegenregulation kann es sogar zu Hypoglykämien (Unterzuckerungen) kommen. Das ist z.B. typisch beim Joggen, Radfahren, Schwimmen, zügigem Spazieren oder bei Ausdauersport.
Intensive Belastung: Stresshormone führen zu Glukose-Freisetzung aus der Leber
Neben der muskulären Belastung kann Bewegung im Körper eine Art Stress-Reaktion auslösen. Es kommt zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen, wie Adrenalin und Kortisol. Das ist v. a. der Fall bei Aufregung oder sehr intensiven Belastungen wie Sprints, Intervall-Läufen oder Wettkampf-Situationen.
Die ausgeschütteten Stresshormone sorgen dafür, dass unsere Leber zusätzlich Glukose aus den Glukose-Speichern freigibt und den Muskeln über die Blutbahn als Energie-Quelle bereitstellt. Der Blutzucker steigt. Bei fehlender Gegenregulation kann es zu ausgeprägten Hyperglykämien (erhöhte Blutzuckerwerte) kommen.
Nicht nur während der Bewegung oder sportlichen Aktivität ändert sich unsere Stoffwechsellage, sondern auch mehrere Stunden nach dem Sport kann es zu veränderten Blutzuckerwerten kommen.
Faktoren, die beim Sport auf den Blutzucker wirken
Ob der Blutzucker bei körperlicher Aktivität sinkt oder steigt, hängt ab von:
- der Intensität des Sports
- der Dauer der Belastung
- der vorhandenen Insulin-Menge
- der individuellen Reaktion des Körpers
Warum Insulin nach dem Sport stärker wirkt
Nach dem Training reagiert unser Körper noch empfindlicher auf Insulin. Das bedeutet: Die gleiche Insulin-Menge kann stärker wirken als sonst. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Die Muskeln haben ihre Glukose-Speicher geleert und wollen sie wieder auffüllen.
- Der Körper ist darauf eingestellt, Glukose besonders gut zu verwerten.
- Muskel-Zellen reagieren sensibler auf Insulin.
Das heißt, nach dem Sport ist der Blutzucker tendenziell niedriger, das Risiko für Unterzuckerungen steigt.
Da die Glukose-Speicher nicht sofort wieder aufgefüllt sind, die Hormone Zeit brauchen, um sich wieder zu normalisieren, präsentiert sich die Stoffwechsellage in unserem Körper noch weit über den Sport hinaus verändert. Das kann sogar mehrere Stunden nach dem Sport passieren, besonders in der Nacht nach intensivem Training.
Warum regelmäßiger Sport den Blutzucker stabilisieren kann
Wer regelmäßig trainiert, hilft seinem Körper, besser mit Glukose umzugehen. Langfristig kann Bewegung
- die Muskeln stärken,
- die Glukose-Aufnahme der Muskeln verbessern,
- die Insulin-Empfindlichkeit erhöhen,
- den Blutzucker stabiler machen.
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten deshalb, dass regelmäßiger Sport die Blutzuckerwerte im Alltag stabilisiert.
Fazit
Zusammenfassend haben Bewegung und Sport auf mehrere Arten einen großen Einfluss auf unsere Blutzuckerwerte. Unsere Muskeln nutzen Glukose als Haupt-Energie-Quelle, der Blutzucker sinkt. Durch Stresshormone kann es zu einer vermehrten Glukose-Freisetzung aus der Leber kommen, der Blutzucker steigt.
Insulin wirkt während und nach der Bewegung stärker. Sowohl Muskeln als auch Leber passen ihre Energie-Speicher an die Belastung an. Wer versteht, warum der Körper so reagiert, kann Blutzucker-Veränderungen besser einordnen und Bewegung sicher in den Alltag integrieren.
In der nächsten Ausgabe des Diabetes-Ankers geht es um Tipps und Tricks für Menschen mit Typ-1-Diabetes, um mit körperlicher Belastung umzugehen – egal mit welcher Art der Insulintherapie.
Serie „Sportlich leben mit Typ-1-Diabetes“
Im zweiten Teil unserer Serie zu Sport und Bewegung bei Typ-1-Diabetes geht es um Tipps und Tricks für Menschen mit Typ-1-Diabetes, um mit körperlicher Belastung umzugehen – egal mit welcher Art der Insulintherapie.

Im Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes interdisziplinär behandelt und individuell betreut. Für den Diabetes-Anker schreibt das Team regelmäßig Beiträge.
von Sarah Obst
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (5) Seite 44-45
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

