- Bewegung
Sportlich leben mit Typ-1-Diabetes – Teil 2: Praxisnahe Tipps für Bewegung
3 Minuten

Während die Glukosewerte bei längerer, gleichmäßiger Aktivität häufig sinken, können sie bei intensiven Belastungen zunächst sogar ansteigen. Dieses Wissen bildet die Grundlage, um alltagstaugliche Strategien für Sport und Bewegung zu entwickeln. Dazu haben wir hier praxisnahe Tipps zusammengetragen.
Grundsätzlich gilt, unabhängig von der Therapieform: Vor jeder sportlichen Aktivität sollte ein kurzer Blick auf den aktuellen Glukosewert und die Trendanzeige des Glukose-Sensors erfolgen. Idealerweise startet man mit Werten im oberen Normbereich in die Bewegung. Denn Sport kann den Glukosewert innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.
Schnell verfügbare Kohlenhydrate richtig einsetzen
Gerade bei sinkenden Werten oder einem fallenden Trend ist sinnvoll, kleine Mengen schnell verfügbarer Kohlenhydrate aufzunehmen, um Unterzuckerungen (Hypoglykämien) vorzubeugen. Dabei gilt: Lieber frühzeitig gezielt kleine Portionen einsetzen als große „Sicherheits-Portionen“, die später unnötig hohe Werte verursachen. Schnell verfügbare Kohlenhydrate sind außerdem als rasch verfügbare Energiequelle wichtig, wenn die Ausgangswerte vor der Aktivität eher niedrig sind.
Glukose-Kontrolle bei ICT
Bei aeroben Sportarten, also länger andauernder Bewegung mit gleichmäßiger Intensität, wie Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Trampolinspringen, sinken die Glukosewerte häufig, weil die Muskulatur vermehrt Glukose aufnimmt und Insulin gleichzeitig stärker wirkt. Ist eine längere Belastung wie eine Radtour oder eine Wanderung im Voraus planbar, kann es unter einer intensivierten konventionellen Therapie (ICT) sinnvoll sein, das lang wirkende Insulin zu verringern. Da dieses nicht kurzfristig angepasst werden kann, spielt bei spontaner körperlicher Aktivität das Mahlzeiten-Insulin eine zentrale Rolle. Hier ist es oft hilfreich, die Insulindosis für die Mahlzeit ein bis zwei Stunden vor der Aktivität zu verringern, um das Risiko für Unterzuckerungen zu senken.
Bei anaeroben, also intensiven Belastungen wie Sprints, Krafttraining, Intervall-Belastungen oder Wettkämpfen, zeigt sich häufig ein anderes Bild. Durch das Ausschütten von Stresshormonen kann der Glukosewert zunächst ansteigen. Deshalb sollte nicht automatisch vor jeder Belastung gegessen werden. Wichtiger sind der aktuelle Wert, die Trendanzeige und die Erfahrung aus ähnlichen Situationen. Ist der Glukosewert stabil im Zielbereich oder leicht erhöht, ist oft kein zusätzlicher Snack notwendig. Bei ausgeprägten Anstiegen kann im Einzelfall sogar eine vorsichtige Korrektur mit Insulin sinnvoll sein. Hier ist jedoch Zurückhaltung gefordert, da der Glukosewert in der Erholungsphase häufig wieder deutlich abfällt.
Deshalb sollten Sport-, Zielbereichs-, Aktivitäts- oder „Ease-off“-Modi – die Bezeichnung des Modus variiert je nach Insulinpumpen-Hersteller – möglichst bereits 60 bis 120 Minuten vor einer geplanten Belastung aktiviert werden. Gerade bei längeren Ausdauer-Einheiten ist das wichtig, damit zu Beginn weniger aktives Insulin im Körper ist und sich das System auf die veränderte Stoffwechsellage einstellen kann.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 5 Tagen, 21 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
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