- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Ungutes Gefühl mit dem Stahlkatheter am Oberschenkel
2 Minuten
Sie haben medizinische, psychosoziale und/oder rechtliche Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!
Die Frage von Anna G.:
Unsere Tochter Hanna bekommt schon seit ihrer Geburt Insulin, sie hat einen neonatalen Diabetes, das ist ja ganz selten. Jetzt, mit 14 Monaten, fängt sie an zu laufen; die Katheter ihrer Pumpe hat sie immer im Po oder am Oberschenkel. Aber wir haben das Gefühl, dass die Nadel sie am Oberschenkel beim Aufstehen stört, sie verdreht dann das Bein so komisch – also immer das Bein, in dem der Katheter steckt. Sticht die Nadel da in den Muskel? Wir haben schon gesehen, dass es zu der Pumpe auch Plastikkatheter gibt, aber dürfen so kleine Kinder den überhaupt bekommen? Ist es nicht gefährlich, wenn der Plastikkatheter abknickt?
Die Antwort von Dr. med. Torben Biester
Vielen Dank für Ihre Frage. Ich möchte kurz für die Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes etwas zum neonatalen Diabetes erklären: Hierbei handelt es sich um den Oberbegriff für verschiedenste Störungen in der Insulinherstellung, die meistens direkt nach der Geburt auffallen. Daher spricht man von neonatalem, also Neugeborenen-Diabetes. Antikörper wie beim Typ-1-Diabetes lassen sich hier nicht finden.
Aber konkret zu Ihrer Frage: Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass der Katheter tief in den Muskel hineinsticht – so lang sind die Kanülen nicht. Aber natürlich kann es schon unangenehm sein, wenn Hanna anfängt, ihre Welt zu entdecken, und sich ein Bein ganz anders anfühlt.
Auch bei uns in der Klinik werden zunächst die Katheter mit der Stahlnadel verwendet, da diese nicht abknicken können. Wenn es also einmal zu unerklärlichen hohen Werten kommt, kann ein Abknicken nicht das Problem sein. Für den Po z. B. halte ich die Stahlkatheter für uneingeschränkt geeignet. Wenn es aber für Hanna unangenehm ist, muss man auf eine Alternative ausweichen.
Die Katheter mit dünnem Plastikschlauch, zumeist ein Teflon-Material, sind flexibel und vorne nicht so spitz, so dass das Gefühl unter der Haut angenehmer sein kann. Diese Katheter werden mit einer Stechhilfe gesetzt, da ja die Haut durchdrungen werden muss. Jede Pumpenfirma hat dafür eigene Produkte. Es gibt Infusionssets, die in einem sehr flachen Winkel in die Haut gehen, also auch für sehr schlanke Partien geeignet sind. Fragen Sie doch einmal bei Ihrem Diabetes-Team nach, ob Hanna einen solchen Katheter auch schon am Bauch oder an der Hüfte verwenden kann.
Das Abknicken kann natürlich nie ganz ausgeschlossen werden. Wenn Sie aber die Grundregeln der Pumpentherapie berücksichtigen und bei anhaltend hohen Werten den Katheter wechseln oder auch das Keton im Blut messen, ist das Risiko für eine schwere Entgleisung gering. Lassen Sie sich alles genau erklären, trauen Sie sich – und probieren Sie einfach verschiedene Varianten aus.
von PD Dr. med. Torben Biester
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2022; 13 (2) Seite 27
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 16 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße