- Ernährung
Aromen, Zucker und süße Alternativen: Adventszeit ist Backzeit
4 Minuten
Erhellen Sie die dunkle Jahreszeit mit der Vorfreude auf Weihnachten und die Plätzchen-Bäckerei. Auch in diesem Jahr haben wir wieder drei süße und leckere Rezepte für Sie: Himmlische Kekse mit Schokolade, Zimt und Haferflocken. Außerdem finden Sie hier ein aktuelles Update zu Aspartam. Und wir geben Ihnen praktische Tipps, wie Sie Ihre Teige mit Aromen geschmacklich veredeln können. Lassen Sie sich inspirieren.
Backen Sie mit Zucker oder lieber mit Süßstoffen und Erythrit? Alles ist bei Diabetes möglich. Es kommt immer auf die verwendeten Mengen an und, dass Sie Kohlenhydrate, die den Blutzucker erhöhen können, entsprechend berücksichtigen. Beim Anwenden künstlicher Süßstoffe sowie des Zuckeraustauschstoffs Erythrit müssen Sie nicht mit unangenehmen Blähungen rechnen, wie es zum Beispiel bei Sorbit oder Maltit der Fall ist.
Augen auf bei Zucker
Weißer Zucker, Raffinade, Puder- oder Hagelzucker (Saccharose) liefern in einer Menge von 10 g (ein gestrichener Esslöffel) 10 g anrechnungspflichtige Kohlenhydrate.
Brauner Rohzucker, auch als Roh-Rohrzucker oder Rohr-Rohzucker bezeichnet, wird aus Zuckerrohr hergestellt. Im Unterschied zum weißen Zucker entfallen die abschließenden Reinigungsschritte. Das hat zur Folge, dass kleine Reste von Melasse und Begleit-Stoffen, welche für die braune Färbung und den Karamell-ähnlichen Geschmack sorgen, enthalten bleiben.
Vollrohrzucker, auch Ursüße oder Vollzucker genannt oder unter dem Markennamen Sucanat erhältlich ist, besteht aus dem getrockneten Saft des Zuckerrohrs, der anschließend gemahlen wird. Auch er hat einen Karamell-artigen Geschmack.
Zucker beim Backen: viele Möglichkeiten
- Backen mit Zucker ist auch bei Diabetes möglich. Wichtig dabei ist, die Menge moderat zu halten und die Kohlenhydrate aus dem Zucker zu berücksichtigen.
- Kokosblütenzucker, Honig, Ahornsirup und brauner Zucker sind von der Wirkung auf den Blutzucker vergleichbar mit herkömmlichem Zucker.
- Einen harmonischen Geschmack ergeben Kombinationen von Erythrit mit Zucker, Stevia oder anderen Süßstoffen.
Farin oder Kandisfarin wird gern zum Backen verwendet. Er wird aus braunem Sirup, welcher bei der Herstellung von Kandiszucker entsteht, gewonnen. Auch diese Zuckersorten haben, wie weißer Zucker, anrechnungspflichtige Kohlenhydrate: In einer Menge von 10 g sind auch hier 10 g Kohlenhydrate.
Brauner Zucker ist nicht automatisch gesünder oder wertvoller als weißer Zucker. Denn er kann aus weißem Kristallzucker bestehen, dem dunkler Sirup aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben zugesetzt wurde.
Weitere Süßungsmittel, die einen direkten Einfluss auf den Blutzucker haben und als Kohlenhydrate und Kalorien angerechnet werden müssen, sind zum Beispiel Honig, Rübenkraut, sämtliche Sorten an Sirup wie Ahorn-, Dattel-, Apfel- oder Birnensirup oder Dicksaft, ebenso Agavendicksaft.
Sie sind zwar alle bei Diabetes möglich, sollten aber in kleinen Mengen verwendet werden, gegebenenfalls in Kombination mit kalorienfreien Süßungsmitteln. Aus diesem Bereich bieten sich zum Beispiel Erythrit, Stevia sowie flüssiger Süßstoff, Streusüße oder Tabletten auf Basis von Saccharin und Cyclamat an.
Vanillezucker selbst gemacht
Füllen Sie Erythrit zum Streuen oder Stevia als Granulat in ein kleines, sauberes Marmeladenglas. Sie können auch beide Süßungsmittel mischen. Halbieren Sie nun eine Vanilleschote längs und kratzen das Mark mit der Spitze des Messers aus. Drücken Sie die Schote flach und schneiden sie in mittelgroße Stücke. Geben Sie das Mark und die Vanilleschoten-Stücke ins Marmeladenglas zum süßen Granulat, verschließen es fest, schütteln es durch und lagern es dunkel.
Aromen zum Backen
Haben Sie schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Plätzchen frisch aus dem Ofen anders schmecken als ein paar Tage später? Einige Kekse schmecken gleich doppelt gut, wenn sie die Chance bekommen, etwas durchzuziehen. Das gilt insbesondere für Kekse mit Gewürzen wie Zimt, Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz, aber auch für Buttergebäck, wie Heidesand, Shortbread oder Spritzgebäck. Durch das vollständige Auskühlen und Ruhen können sich die Zutaten in ihrem Eigengeschmack besonders gut entfalten. Deshalb wird zum Backen auch gern Butter verwendet, da sie dem Teig ein einzigartiges Aroma verleiht.
Einen wunderbaren Geschmack verleiht die Kombination von Pflanzenmargarine und einem Fläschchen Back-Aroma der Sorte Butter-Vanille. Bei Teigen, in die gehackte oder gemahlene Nüsse kommen, können 30 Prozent des Fetts, wie Butter, Margarine und Öl, durch ungesüßte, cremige oder stückige Erdnussbutter ersetzt werden. Wer es etwas fruchtig mag, wählt für seinen Teig geriebene Orangen- oder Zitronenschale oder ein paar Spritzer Zitronen- oder Limettensaft.
Überblick: Neues zu Aspartam
Was ist Aspartam?
Dieser Süßstoff (E 951) gehört zu den nahezu kalorien- und damit kohlenhydratfreien Süßstoffen. Bekannt ist er seit 1966 und wurde 1994 in Europa zugelassen. Seine Süßkraft ist etwa 200-mal höher als die herkömmlichen Zuckers.
Enthält Aspartam Kalorien?
Der Süßstoff besteht aus Aminosäuren, also den Bausteinen von Eiweißen, und ist deshalb nicht völlig kalorienfrei. Allerdings wird dank seiner hohen Süßkraft so wenig zum Süßen benötigt, dass die minimale Energiemenge nicht ins Gewicht fällt.
Wo ist Aspartam enthalten?
Aspartam gibt es für Endverbraucher im Einzelhandel und Internet als Streusüße und Tabletten. Industriell wird es z. B. in Zero-Getränken und anderen Erfrischungsgetränken, Milchprodukten, Soßen, Eis, Süßigkeiten, Fertiggerichten oder Marmelade eingesetzt.
Back- und Kocheigenschaften von Aspartam
Bei hohen Temperaturen oder längerer Lagerung verliert dieser Süßstoff an Süßkraft. Beim Backen eignet er sich für Gebäck, welches kurz und nicht zu heiß gebacken wird, z. B. Kekse oder Biskuitteig.
Was hat es mit Phenylalanin bei Aspartam auf sich?
In Aspartam ist die Aminosäure Phenylalanin enthalten. Für Menschen mit der seltenen Erbkrankheit “Phenylketonurie” ist er deshalb nicht geeignet. Auf Produkten mit Aspartam sowie auf Süßstoff-Packungen wird darauf hingewiesen, dass hier eine Phenylalanin-Quelle enthalten ist.
Wie viel Aspartam ist gesundheitlich unbedenklich?
Laut aktuellen Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beträgt die tägliche Menge an Aspartam, die lebenslang problemlos konsumiert werden kann (ADI-Wert), 40 mg Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht.
Schadet Aspartam der Gesundheit?
In Verruf geraten ist Aspartam, da ihm mögliche Zusammenhänge mit Wirkungen wie Kopfschmerzen, Epilepsie, Allergien oder Krebs nachgesagt werden. Aktuelle Angaben der EFSA bestätigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Aspartam und Hirnschäden gibt.
Ist Aspartam krebserregend?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Aspartam kürzlich als “möglicherweise krebserregend” ein. Dies bedeutet nicht automatisch, dass durch den Konsum normaler Mengen von Aspartam (ADI-Wert) Krebs entsteht. Aspartam fällt nun in die Kategorie “möglicherweise krebserregend”. Dieser sind bereits über 300 weitere Substanzen zugeordnet. Dazu zählen z. B. Aloe-Vera-Extrakt, sauer eingelegtes Gemüse asiatischer Art oder auch hochfrequente elektromagnetische Felder aus dem Mobilfunk. Experten empfehlen deshalb, sich weiterhin nach dem ADI-Wert von Aspartam zu richten.
Eine Bereicherung zum Backen, für heiße und kalte Getränke sowie Desserts sind Flavour-Drops. Diese gibt es in Drogeriemärkten, im Internet, in gut sortierten Supermärkten oder Shops für Fitness-Nahrung. Die kleinen Fläschchen haben es in sich: Wenige Tropfen genügen, um etwas angenehm süß und mit einem besonderen Geschmack (Flavour) zu veredeln.
Im Schnitt reichen drei Topfen der jeweiligen Flavour-Drops-Sorte zum Würzen und Süßen von 100 ml Flüssigkeit oder Teig. Sorten wie Nougat, Marzipan, Zimt, Karamell, Vanille oder Buttercookies bieten sich ideal an, um Plätzchenteige ohne zusätzliche Kalorien geschmacklich aufzuwerten. Denn die Flavour-Drops werden auf Basis von Sucralose und/oder Stevia hergestellt. Und diese gehören zu den kalorienfreien Süßstoffen.
Haben Sie Lust, solche Drops einmal auszuprobieren? In unserem aktuellen Gewinnspiel auf Seite 40 verlosen wir Sets für Ihre Plätzchen-Bäckerei, inklusive Flavour-Drops in den Sorten Zimt und Karamell. Viel Glück beim Mitmachen und viel Freude beim Backen!
von Kirsten Metternich von Wolff
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2023; 72 (11) Seite 74-77
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Bewegung
Tischtennisturnier für Menschen mit Diabetes: Jetzt Anmelden für den DiaCup 2026 im Juni in Düsseldorf
2 Minuten
- Aktuelles
Vorstoß bei der Zuckersteuer: Frische Brise aus dem Norden
3 Minuten
Keine Kommentare
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
-
thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
