- Aus der Community
#bettertogether – egal ob mit Diabetes oder Zöliakie
3 Minuten

Ich stehe in der Küche und knete den Brotteig, jedenfalls versuche ich es. Allerdings bleibt ständig die Hälfte an meinen Fingern hängen. So ein Mist! Ich mache das doch alles genau nach dem Rezept, in dem stand, das sei das beste super-duper-glutenfrei-Brot im gesamten Internet. Vielleicht war das übertrieben, aber vielleicht ist das ja bei glutenfreiem Brot auch so, meine letzten Versuche waren leider ähnlich. Nachdem ich mit Esslöffeln, Wasser und viel Geduld den Teil von meinen Fingern ungefähr in Brot-Form aufs Backblech und in den Ofen befördert habe, atme ich tief durch. Hoffentlich schmeckt es besser, als es sich verarbeiten lässt!

Zöliakie und Diabetes – gesellen sich gerne zusammen
Meine ersten Gehversuche im glutenfreien Backen waren größtenteils ähnlich frustrierend wie oben beschrieben – aber zumindest schmeckt selbst gebackenes Brot meist dann doch besser als gekauftes. Diabetes hatte ich gefühlt schon seit immer, aber kurz vor meinem 18. Geburtstag kam dann die Diagnose Zöliakie dazu. Statistisch gesehen keine Überraschung, denn wer Typ-1-Diabetes hat, hat eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, auch Zöliakie zu bekommen, als ein Mensch mit funktionierender Bauchspeicheldrüse. In der allgemeinen Bevölkerung sind es nur 1-2 aus 200 Personen, unter Menschen mit Diabetes im Vergleich dazu 10-14 pro 200 (siehe auch https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen_bei_diabetes/zoeliakie). Doch darüber denkt man ja erst dann nach, wenn es plötzlich real wird.
Immer rechnen, immer lesen
Essen mit Diabetes ist eine immerwährende Rechenaufgabe – nach 13 Jahren konnte ich den Kohlenhydrat-Dreisatz im Schlaf, auch wenn ich ihn nicht immer erklären konnte. Zöliakie dagegen ist eine immerwährende Lese- und Frage-Aufgabe: Inhaltsstoffe, Zutatenlisten, im Restaurant nachfragen, was genau im Essen drin ist und ob es in der Küche so zubereitet wird, dass kein Mehl und keine Brotkrümel drankommen… Diabetes bedeutet, immer Insulin, Messgerät und Notfallzucker dabeizuhaben. Zöliakie setzt noch einen oben drauf: Zumindest 2008 und auf dem Land war es sinnvoll, auch gleich das Essen für den ganzen Tag dabeizuhaben, inklusive Snacks, denn mal eben zum Bäcker ging ja nicht mehr.
Spritz-Ess-Abstand? Eigentlich sinnvoll…
Durch diese ganz konkreten Einschränkungen und Komplikationen in meinem Alltag war Zöliakie für mich erstmal deutlich schwieriger als mein altbekannter Begleiter Diabetes, der einfach im Hintergrund mitlief. Dass die zwei „uneingeladenen“ Dauergäste hinter meinem Rücken heimliche Partys feierten, wurde mir erst im Nachhinein klar: Die glutenfreien Spezialprodukte, also Brot, Brötchen, Pasta, Kekse und so weiter, haben meist einen deutlich höheren Zuckeranteil und einen höheren glykämischen Index als die glutenhaltige Variante. Das macht den Zucker weniger stabil und würde eigentlich größere Spritz-Ess-Abstände erfordern (aber die fand ich schon immer nervig, und damals gab es noch keine Glukosesensoren, die mir im Minutentakt dramatische Kurven gezeigt hätten – zum Glück (?)).
#wirsindviele: Austausch und Projekte
Doch so nervig die Kombination aus Zöliakie und Diabetes ist (oder, wenn wir ehrlich sind, jede der beiden Erkrankungen für sich genommen), so lässt es sich doch auch gut damit leben. Genauso wie mit Diabetes war für mich schließlich das #wirsindviele Gefühl entscheidend: Nach der üblichen „Ich will gar nicht darüber nachdenken und am besten wäre, das ginge einfach wieder weg“-Phase beschloss ich, dass es Zeit war, andere Menschen in der gleichen Situation kennenzulernen. Über den Jugendausschuss der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. und bald auch die Coeliac Youth of Europe (https://www.cyeweb.eu/) lernte ich tolle Menschen kennen, durfte spannende Projekte mit vorantreiben, andere Jugendliche mit Zöliakie zusammenbringen, endlich wieder Essen teilen, unkompliziert gemeinsam kochen, über glutenfreie Produkte fachsimpeln und, und, und.

Und Ihr so?
Mittlerweile gehören sowohl Diabetes als auch Zöliakie für mich zum Alltag – die Zahlen hinter dem Essen, die über allem schweben und in einer ständigen Gleichung mitlaufen, aber auch die Zutatenlisten und das Abschätzen von potenziell problematischen Inhaltsstoffen, wenn ich unterwegs bin. Ihr habt auch Zöliakie, andere Unverträglichkeiten oder Allergien? Was waren Eure tollsten Glutenfrei-Erlebnisse? Was sind Eure Lieblingsrezepte? Oder habt Ihr noch Community-Tipps? Ich freue mich auf Eure Kommentare – denn #wirsindviele und gemeinsam sind wir stärker!
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#SAGESLAUT: TYP-2-DIABETES – EIN SCHOCK, ABER KEIN SCHICKSAL!
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/







Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße