- Ernährung
Nährwertkennzeichnung: Pizza, Müsli? Nutri-Score!
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Leicht verständliche und vergleichbare Informationen beim Einkauf von Fertiggerichten: Das soll der neue Nutri-Score bringen – den Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zunächst nicht wollte (wir berichteten), dann aber doch intensiv dafür warb. Was bringt das neue Label, vor allem Menschen mit Diabetes – im Supermarkt und für die Gesundheit?
Den Weg für das neue Nährwertkennzeichen in Deutschland hat das Bundeskabinett im August freigemacht. „Es geht nicht um Verzicht, sondern um bewusste Entscheidungsmöglichkeiten, ohne langwierig Nährwerttabellen studieren zu müssen. Diese bleiben weiterhin auf der Rückseite erhalten“, sagte die Ministerin in Berlin.
Der Nutri-Score zeigt auf einer 5-stufigen Farb-Buchstaben-Kombination den Nährwert des jeweiligen Produkts an – vom grünen A bis zum roten E. Innerhalb einer Produktgruppe trägt ein Lebensmittel mit grüner A-Bewertung eher zu einer gesunden Ernährung bei als ein Produkt mit rotem E. „Wenn zu viele Fette, Zucker oder Salz enthalten sind, wird die Bewertung ungünstiger“, erklärte sie.
Die Einführung des Ampelsystems für Fertigprodukte sieht Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) als wichtigen Schritt zur gesünderen Ernährung: Ab November soll das erweiterte Nährwertkennzeichen (nach französischem Vorbild) auch bei uns die Blicke orientierungssuchender Verbaucher auf sich ziehen.
Barbara Bitzer, DDG-Geschäftsführerin und Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK).
Entscheidend dazu beigetragen habe laut Bitzer vor allem der „große Einsatz der Wissenschaft, u. a. von DANK und der DDG“. Mehr als 35 Studien zeigen, dass dieses Lebensmittel-Label von allen Bevölkerungsgruppen verstanden wird und die Menschen dazu bewegt, gesünder einzukaufen.
Jeder kennt die Situation im Supermarkt – auf der Suche nach einem möglichst gesunden Fertigprodukt: „Sie wollen auf einen Blick erkennen, welche Tiefkühlpizza oder welches Frühstücksmüsli gesünder ist? Sie studieren die Nährwert-Tabellen hinten auf der Verpackung und kommen nicht weiter? Kein Wunder: Denn auch wenn Sie wissen, welche Menge Fett, Zucker und Salz in einem Produkt stecken, sagt das noch nichts darüber, ob das nun viel oder wenig ist“, skizziert treffend die Verbraucherzentrale diese Alltagsbredouille bei der Entscheidungsfindung vor dem Regal. „Die Pflichtangaben sind beim Einkauf keine schnelle Hilfe.“
Die Idee: Gesundes günstiger, Ungesundes teurer
Der neue Nutri-Score allein sei „aber auch keine Wunderwaffe“, findet Barbara Bitzer. Denn die erweiterte Kennzeichnung „werde nicht ausreichen, um den Anstieg an Übergewicht zu stoppen“, stellt sie klar und fordert „ein Bündel von Maßnahmen, wie es auch die WHO empfiehlt“ – etwa ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Produkte (siehe DJ 9/2020; Nationale Diabetes-Strategie) und eine nach Nährwerten gestaffelte Mehrwertsteuer. „Gesundes muss günstiger werden und Ungesundes teurer“, so die DANK-Sprecherin.
Stark am Nutri-Score findet sie, dass dieser mit seiner Farbabstufung von Grün bis Rot so leicht verständlich sei – das verstehe man ohne weitere Erklärung. Und bei eher ungesunden Produkten rechne sie durch die rote Farbe mit einem gewissen „Stopp-Effekt“: „Man denkt doch noch mal kurz nach, ob es nicht eine bessere Alternative gibt – und oft gibt es ja tatsächlich ähnliche Produkte auch mit gesünderer Rezeptur.“
Das neue Label gebe zudem eine erste Orientierung: Vor zu viel Zucker bzw. vielen Kalorien im Produkt warnt das Rot – und helfe so auch Menschen mit Diabetes, findet sie. Vor allem Patienten mit Typ-1-Diabetes empfiehlt Barbara Bitzer zusätzlich „den Blick auf die Nährwerttabelle zur Einschätzung des Gehalts an Kohlenhydraten“. Der Nutri-Score habe aber noch einen weiteren nützlichen Effekt für Diabetespatienten, wie sie hofft: Hersteller zu motivieren, „ihre Produkte gesünder zu gestalten, um eine bessere Bewertung zu bekommen“.
Nach geltendem EU-Recht ist die nationale Einführung erweiterter Nährwertkennzeichen bisher nicht verpflichtend möglich. Der Bundesrat wird sich voraussichtlich im Oktober mit der Verordnung zum Nutri-Score befassen, die spätestens im November 2020 in Kraft treten soll.
| Autorin: Angela Monecke |
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| Redaktionsbüro Angela Monecke, Kopenhagener Str. 74, 10437 Berlin, E-Mail: angelamonecke@aol.com |
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (10) Seite 54-55
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 5 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 7 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

