- Ernährung
Nudeln mal „anders“
4 Minuten
Spaghetti Bolognese, Lasagne, Spaghetti Carbonara … Na, bekommen Sie schon Appetit? Knapp 10 Kilogramm Nudeln hat jeder Deutsche im Durchschnitt im letzten Jahr gegessen. Kein Wunder: Nudeln sind lecker, schnell gekocht und auch einfach zu lagern. Wären da nur nicht die vielen Kalorien und der hohe Gehalt an Kohlenhydraten … Aber es gibt ja immer mehr Alternativen, die reicher an Eiweiß oder Ballaststoffen sind als die „normalen“ Nudeln. Teilweise sind diese nicht aus Weizen hergestellten Nudel-Varianten sogar sehr kalorienarm. Und wie schmecken sie? Das sollten Sie einfach einmal ausprobieren und dafür unsere Rezepte nutzen. Außerdem finden Sie eine Übersicht der gängigsten Pasta-Sorten mit Angabe von Nährwerten und Bezugsquellen.
Es braucht nicht viele Zutaten, um Nudeln herzustellen: Hartweizengrieß, Trinkwasser, eventuell Eier und eine Prise Salz – fertig ist der Teig. Spinat, Tomaten, Kräuter oder Sepia vom Tintenfisch verleihen Geschmack und erweitern die Farbpalette. Doch die Nudelwelt bietet mittlerweile weitaus mehr, und viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind inzwischen offen für Pasta, die weniger Kohlenhydrate enthält als klassische Nudeln aus Weizen. Solche Alternativen enthalten auch oft mehr Eiweiß und mehr Ballaststoffe. Lohnt es sich also, diese Nudeln für sich zu nutzen, um einen gleichmäßigeren Glukoseverlauf zu erreichen oder abzunehmen?
Am besten: Pasta mit viel Gemüse
Klassische Nudeln ohne Ei sind in der Regel vegan. Glutenfrei sind sie nicht, denn sie enthalten glutenhaltiges Getreide wie Weizen und Dinkel. Wer nicht an einer Sprue oder Zöliakie, also einer Unverträglichkeit gegenüber dem Kleber-Eiweiß Gluten, erkrankt ist und es gut verträgt, braucht auch nicht zwangsläufig glutenfreie Pasta, hergestellt z. B. aus Mais, Reis, Buchweizen, Linsen, Erbsen, Quinoa oder Kichererbsen.
Klar sollte auch sein: Angaben wie Bio, Fairtrade, fettfrei oder ohne Gentechnik sagen nichts darüber aus, wie viele Kohlenhydrate in der jeweiligen Nudelsorte stecken. Damit Ihr Blutzucker und/oder das Gewicht in Balance bleiben, sollten Sie Nudeln am besten mit reichlich Gemüse kombinieren und zum Nudelgericht auch noch einen Salat essen. Vollkorn-Nudeln haben zwar einen viel höheren Gehalt an Ballaststoffen, aber auch hier empfiehlt sich die Kombination mit Gemüse, das in der Soße stecken kann, aber auch in Aufläufen oder Pfannengerichten gut schmeckt. Günstig ist auch die Zugabe von 20 bis 30 g Nüssen pro Portion.
Kohlenhydrate und Fett sparen
Wer auf sein Gewicht achten möchte, verringert die Nudelmenge pro Portion auf 70 bis 100 g trockene Nudeln, woraus beim Kochen 150 bis 200 g Nudeln werden. Dazu eignet sich auch wieder viel Gemüse und/oder Salat. Anstelle von Schweinehack oder gemischtem Hackfleisch können Sie auch einmal vegane Hack-Alternativen probieren. Diese gibt es aus der Kühltheke oder als Trockenprodukte, die mit Wasser angerührt werden, dadurch aufquellen und sich dann wie Hackfleisch verarbeiten lassen. Sahne, die die Nudelsoße sehr fettreich macht, kann durch ungesüßte Sojadrinks und fettreduzierte Sahne (7 % Fett) ersetzt werden, ohne dass der Geschmack leidet.
Nudel-Alternativen einfach ausprobieren
Eiweiß-Pasta, Linsen-Nudeln oder Slim-Nudeln sind neue Lebensmittel, die klassischen Teigwaren Konkurrenz machen. Eine riesige Auswahl gibt es im Internet von Anbietern wie Kreuzerhof, Lizza, Pumperlgsund und Slendier. Im stationären Handel führen gut sortierte Supermärkte, Discounter oder Drogeriemärkte mittlerweile Nudeln aus Linsen oder Kichererbsen, die allerdings meist teurer sind als klassische Pasta. Weil sie, wie bereits erwähnt, mehr Eiweiß und Ballaststoffe enthalten als „normale“ Nudeln, kann das zu einer besseren Sättigung und einem gleichmäßigeren Glukoseverlauf beitragen.
Nudeln – vom Klassiker bis zur Eiweißpasta |
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| Sorte | Bezugsquelle | Merkmale | |||
| „klassische“ Nudeln | 70 | 365 | 3,4 | Lebensmittel-Einzelhandel | KH-reich, preisgünstig |
| „klassische“ Vollkorn-Nudeln | 68 | 362 | 8,1 | Lebensmittel-Einzelhandel | KH-reich, preisgünstig |
| glutenfreie Nudeln | 73 | 341 | 3,1 | Lebensmittel-Einzelhandel | KH-reich, mit Kartoffelstärke, Mais und Reis |
| Quinoa-Nudeln | 59 | 334 | 6,6 | www.pumperlgsund.info | Kochzeit mit 2 – 4 Minuten sehr kurz, glutenfrei |
| Rote-Linsen-Nudeln | 53 | 333 | 6,1 | www.pumperlgsund.info, Eigenmarken von Drogeriemärkten und Discountern | Kochzeit mit 4 – 6 Minuten kurz, zerfallen bei längerem Kochen, glutenfrei, eiweißreich |
| Kichererbsen-Nudeln | 51 | 361 | 3,5 | www.pumperlgsund.info, Drogeriemärkte | Kochzeit mit 3 – 5 Minuten kurz, sehr eiweißreich: 21 g/100 g, nussiges Aroma, glutenfrei |
| Leinsamen-Nudeln | 41 | 332 | 16 | www.lizza.de | Kochzeit 4 – 5 Minuten, ballaststoffreich, glutenfrei |
| Protein-Pasta von Kreuzerhof | 15 | 370 | 10,5 | www.kreuzerhof.de, www.fitness-planet24.de | Kochzeit 11 Minuten, schmecken wie klassische Pasta, mit Erbsen-Protein und Lein-Mehl |
| Nudeln aus Sojabohnen | 3,3 | 117 | 7,9 | www.slendier.com, www.foodsetter.de | Kochzeit mit 5 Minuten kurz, kalorienarm, eiweißreich, glutenfrei |
| Konjak-Nudeln | 0 | 8 | 2,7 | www.kajnok.de, www.slendier.com | vorgekocht, vor dem Verzehr abspülen, glutenfrei |
| * KH: Kohlenhydrate, kcal: Kilokalorien, Ba: Ballaststoffe, Angaben pro 100 g Trockengewicht, Nährwertangaben von Produktverpackungen der verschiedenen Hersteller | |||||
Immer weniger Kohlenhydrate
Auch Nudeln aus Lein-Mehl gibt es. Sie enthalten ebenfalls weniger Kohlenhydrate als klassische Nudeln. Das Mehl wird aus dem Samen der Leinpflanze gewonnen und ist reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren – Pasta aus Lein-Mehl ist also nicht völlig fettfrei. Völlig frei von Kalorien und Kohlenhydraten ist übrigens keine der Nudel-Alternativen. Ihr Gehalt an Kohlenhydraten ist aber immer niedriger als der herkömmlicher Sorten, sodass die Portion mit 10 bzw. 12 g Kohlenhydraten etwas größer ist.
Achtung: kürzere Garzeiten
Wenn Sie alternative Pasta-Sorten verwenden, beachten Sie unbedingt die deutlich kürzeren Garzeiten: In 4 bis 6 Minuten sind die Nudeln fertig. Werden sie zu lange gekocht, werden sie zu weich und matschig. Und: Verwenden Sie einen großen Topf, denn aufgrund des hohen Gehalts an Eiweiß schäumen sie beim Aufkochen stark.
Fast ohne Kalorien: Nudeln aus Konjak-Mehl
Besonders arm an Kalorien und Kohlenhydraten sind Nudel-Alternativen auf Basis von Konjak-Mehl. Bekannte Hersteller sind z. B. Kajnok, Slendier oder Enerbio. In Geschäften mit asiatischen Lebensmitteln werden diese Nudeln als Shirataki-Nudeln angeboten. Meist sind sie vorgekocht und werden vor dem Verzehr nur kurz mit warmem Wasser abgespült. Shirataki- oder Konjak-Nudeln sehen aus wie dickere Glasnudeln, es gibt sie aber auch in anderen Formen (Spaghetti, Penne, Fettuccine). Alle Sorten sind reich an Ballaststoffen und frei von Zucker, Kohlenhydraten und Gluten. Zudem sind diese Nudeln nahezu ohne Fett und enthalten kaum Salz. 100 g dieser Nudeln haben 4 bis 8 kcal.
Bei der Zubereitung sollte eine Besonderheit beachtet werden: Shirataki-Nudeln riechen beim Öffnen der Tüte recht stark nach Algen. Deshalb sollten sie vor dem Weiterverarbeiten und dem Verzehr mit warmem Wasser abgespült werden. Ein weiterer Tipp: Der Wassergehalt von Shirataki- bzw. Konjak-Nudeln ist relativ hoch. Sollen sie z. B. mit Soße gemischt werden, breiten Sie die Nudeln vorher auf einem Teller aus und erhitzen Sie sie in der Mikrowelle drei bis vier Minuten. So verdunstet ein Teil des Wassers und die Nudeln lassen sich mit Bolognese- oder Tomaten-Soße mischen, ohne die leckere Soße unnötig zu verwässern. Wer keine Mikrowelle hat, kann die Konjak-Nudeln auch in einer Auflaufform 10 Minuten bei 50 °C im Ofen trocknen.
Werden Konjak-Nudeln gebraten, müssen sie vorweg nicht unbedingt getrocknet werden. Konjak-Nudeln haben keinen Eigengeschmack, die Gerichte sollten deshalb kräftig gewürzt werden. Besonders geeignet sind Konjak-Nudeln übrigens für die Zubereitung asiatischer Gerichte – z. B. können sie sehr gut Glasnudeln, die reich an Kohlenhydraten sind, ersetzen.
Autorin:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (4) Seite 74-77
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Tagen, 11 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri


Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGM
Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.