Osteoporose vorbeugen

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© Kirchheim/Bernhard Kölsch
Osteoporose vorbeugen

Was hat Osteoporose mit Diabetes gemeinsam? Beide gehören zu den Volkskrankheiten. Bei beiden spielt Essen eine zentrale Rolle. Ferner ist Bewegung ein wichtiger Therapiebaustein. Auch wenn man Diabetes hat, ist es gar nicht so kompliziert, die Knochengesundheit zu erhalten. Lesen Sie hier, worauf es dabei ankommt. – Wie wäre es mit Käse-Tortelloni im Spinatbett oder süßen Zucchini-Muffins? Klingt lecker und ist es auch, wie Sie in unseren Rezepten für gesunde Knochen sehen können.

Vitamin D, Kalzium und Bewegung: Dieses Trio ist wichtig, wenn es um Knochengesundheit geht. Schätzungen zufolge sind 4 bis 6 Mio. Menschen in Deutschland von Osteoporose betroffen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Weltgesundheitsorganisation Osteoporose als eine der wichtigsten chronischen Erkrankungen einstuft.

Oft wird Osteoporose erst diagnostiziert, wenn es zu einem Wirbel-, Unterarm- oder Oberschenkelhalsbruch kommt. Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose (BfO) schätzt, dass über 130.000 Menschen hierzulande pro Jahr davon betroffen sind. Je älter und poröser die Knochenmasse ist, desto langsamer und schwieriger ist der Heilungsverlauf der Brüche.

Knochen bauen verstärkt Gewebe ab, mit der Folge, dass sie an Stabilität und Elastizität verlieren. Dabei kann jeder aktiv etwas für die Festigung, Stabilität und schließlich für den Erhalt der Knochenmasse tun – sei es als Kind, Jugendlicher, Erwachsener, Senior, Frau und Mann.

Starke Knochen schützen

Osteoporose ist kein Schicksal, das im Alter zwangsläufig bei jedem Menschen auftritt. Wer in den ersten 30 Lebensjahren genug Knochenmasse aufbaut, kann im Alter lange davon zehren. Dazu braucht es Essen mit ausreichend Kalzium, Vit­amin D und Vitamin K sowie regelmäßige Bewegung im Alltag, gespickt mit zusätzlichem Sport. So wäre es optimal.

Der Ist-Zustand sieht leider anders aus: Besonders in jungen Jahren denken viele nicht daran, genug Kalzium regelmäßig zu sich zu nehmen – über Milch und Milchprodukte, grünes Gemüse, Kräuter, Nüsse und kalziumreiches Mineralwasser. Sinnvoll ist es, schon Kindern täglich kalziumreiche Lebensmittel und Speisen anzubieten. Denn im Alter profitiert man praktisch von der Knochenmasse, die bis zum 30. Lebensjahr angelegt wurde.

Kalzium-Tagesbedarf

  • Kinder: 600 – 1 000 mg
  • Jugendliche: 1200 mg
  • Erwachsene: 1 000 mg
  • Risikogruppen: 1 200 bis 1 500 mg

Praktisch heißt das nicht, dass ab dann Kalzium keine Rolle mehr spielt. Sondern dank regelmäßigem Nachschub betreiben Sie aktive Knochenpflege und können den Ist-Zustand so gut es geht erhalten. Doch nicht nur Kalzium ist dafür notwendig, sondern allen voran Vit­amin D und Bewegung.

Der Mensch altert, äußerlich und innerlich – da gibt es kein Entkommen. Etwa ab 40 Jahren beginnt ein ganz natürlicher, langsamer Abbau der Knochenmasse, ein völlig normaler Vorgang.

Ab 40 Jahren nimmt die Knochenmasse langsam ab

Der Abbau der Knochenmasse lässt sich hinauszögern durch regelmäßige Bewegung und bewusstes Essen. In der heutigen Zeit, wo schlank zu sein für viele Menschen alles ist, Ernährungsformen wie vegan oder laktosefrei zum persönlichen Heilsbringer gehören, kann übertriebene Vorsicht und Weglassen entsprechender Lebensmittel der Knochengesundheit mehr schaden als nutzen.

Betroffen sein können jüngere Menschen mit Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Orthorexie und mangelernährte ältere Personen sowie Männer, die zeitlebens sehr kalziumarm gegessen haben. Häufig zeigt sich Osteoporose jedoch in und nach den Wechseljahren, aufgrund hormoneller Umstellungen. Auch Medikamente wie Kortison können zum krankhaften Knochenschwund beitragen, ebenso eine Antihormontherapie mit Aromatasehemmern bei Frauen mit Brustkrebs.

So schützen und stärken Sie Ihre Knochen

Essen für gesunde und stabile ­Knochen

  • täglich Milch und Milchprodukte, bevorzugt fettarm, verzehren
  • pflanzliche Alternativen wie Hafer-, Soja- oder Mandeldrink mit Kalziumzusatz wählen
  • täglich anderthalb Liter kalziumreiches Mineralwasser mit mind. 150 mg Kalzium/l trinken
  • grünes Gemüse wie Brokkoli, Lauch, Fenchel, Grünkohl essen
  • Kräuter zu jedem Gericht wählen, auch tiefgefroren oder getrocknet
  • abwechslungsreich essen und trinken
  • täglich frisches Gemüse und Obst der Saison essen
  • mehrere kalziumhaltige Mahlzeiten über den Tag verteilen
  • wichtig: die letzte Mahlzeit vor dem Schlafengehen kalziumhaltig auswählen
  • wenig Fleisch und wenig Fast Food essen
  • Vitamin-D-reich essen, dazu zweimal pro Woche Seefisch, Pilze, Eigelb, Lachs, Milchprodukte
  • Vitamin-K-reich essen, z. B. Spinat, Feldsalat
  • statt Chips und Co besser Nüsse knabbern
  • Untergewicht verhindern bzw. beheben

Bewegungstipps zur ­Knochenpflege

  • bewusst Alltagsbewegung einbauen wie Treppensteigen
  • aktiv sein an der frischen Luft
  • 2,5 Stunden Sport pro Woche wie Krafttraining, Aerobic
  • wichtig sind tägliche Gleichgewichtsübungen wie Einbeinstand oder Kniebeugen, z. B. auf weichem Untergrund
  • Tai-Chi und Training mit Gummibändern sind empfehlenswert

Gesunden Erwachsenen wird eine Tagesmenge von 1.000 mg Kalzium empfohlen; bei Menschen mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko und bei bereits Erkrankten steigt der Bedarf auf 1.200 bis 1.500 mg täglich. „Knochenfeindliches Essen“ sind z. B. regelmäßiges Fast Food, Fertiggerichte und Fertigprodukte, wenig Gemüse und wenige Milchprodukte, ferner viele phosphathaltige Nahrungsmittel wie colahaltige Softgetränke mit und ohne Zucker, Schmelzkäse sowie viel Fleisch und Wurst, Süßigkeiten und regelmäßiger Alkoholgenuss.

Laktoseunverträglichkeit … oder Veganer? Kalziumreich essen!

Nur: Was bleibt übrig, wenn Milch und Milchprodukte aufgrund einer Laktose­intoleranz oder bei veganem Lebensstil konsequent gemieden werden? Hier ist es besonders wichtig, kalziumreiche Alternativen zu wählen: Es bieten sich Milchalternativen aus Soja, Mandel, Kokos oder Lupinensamen an. Empfehlenswert sind Produkte mit Kalziumzusatz (Zutatenliste und Nährwertanalyse beachten). Häufig steht es auch gut lesbar auf der Packung.

Einen entscheidenden Beitrag leisten kalziumreiche Mineralwässer mit einem Kalziumgehalt von mindestens 150 mg/l und, wie gesagt, grüne Gemüse, Kräuter und Nüsse als natürliche Kalziumlieferanten. Wichtig ist Vitamin K, denn es fördert die Mineralisierung der Knochen. Außerdem spielt das fettlösliche Sonnenvitamin D eine zentrale Rolle. Dank Vitamin D wird Kalzium aus Lebensmitteln besser vom Körper aufgenommen und leichter in Knochen eingebaut.

Neben Sonnetanken gibt es Vitamin D auch in Lebensmitteln wie Seefisch, Eigelb, Pilzen und Pflanzenölen. Allerdings ist es gerade in der dunklen Jahreszeit schwierig, ausreichend Vitamin D über Sonnenstrahlen aufzunehmen. Hier kann eine Extra-Aufnahme sinnvoll sein. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Hausarzt. Wie wäre es, nach dem Lesen dieses Beitrags eine Runde spazieren zu gehen? So haben Sie aktiv etwas für Ihre Knochenpflege und den Blutzucker getan.


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (1) Seite 76-78


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  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂

  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/