- Ernährung
Reste – vermeiden oder verwerten
4 Minuten

Jedes achte Lebensmittel in Privathaushalten wird weggeworfen: Entweder es ist im Vorrat in Vergessenheit geraten, das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten, es wirkt nicht mehr einwandfrei oder die Packungseinheit war zu groß. Lebensmittel sind viel zu schade, um in der Mülltonne zu landen. Eine kluge Resteverwertung hin zu neuen Gerichten regt die Kreativität beim Kochen an. Kulinarische Vorschläge dazu finden Sie im Rezeptteil. Aber jetzt gibt es erst einmal Anti-Reste-Praxistipps.
Lebensmittelabfälle sind nicht nur ein bundesdeutsches Problem, sondern ein länderübergreifendes: So erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass weltweit Jahr für Jahr 1,3 Mrd. Tonnen der zum Verzehr produzierten Lebensmittel im Abfall landen. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wandern hierzulande vor allem Obst und Gemüse im Müll, gefolgt von Brot und Backwaren.
Es lohnt sich umzudenken!
Je jünger der Haushaltsvorstand ist, desto mehr potenziell verwertbare Lebensmittel landen in der Tonne. In Haushalten, in denen überwiegend ältere Menschen leben, wurde laut GfK tendenziell weniger noch Verwertbares weggeworfen. Auch rund 55 kg fertig gekochte Mahlzeiten pro Kopf und Jahr landen im Müll. Es lohnt sich also umzudenken – zur Schonung von Umwelt, Mensch und Tier, Wirtschaft sowie persönlichen Finanzen.
Wie heißt es so treffend: Wer Ordnung hält, ist zu faul zum Suchen. Wenn Kühlschrank, Gefriertruhe und Vorratskammer mit System gefüllt werden, muss überhaupt nicht gesucht werden, und Reste lassen sich weitestgehend vermeiden. Bevor es also ans Einkaufen geht, lohnt eine Bestandsaufnahme, was noch im Vorrat auf seine Verarbeitung wartet. Mit einem darauf abgestimmten Einkaufszettel geht es weiter.
Rabatten widerstehen
So verlockend Angebote, Rabatte und Großpackungen auch sind: Widerstehen Sie den Versuchungen! Einerseits verleiten XL-Packungen automatisch zu größeren Portionen, damit verbunden sind oft mehr Kilokalorien und mehr Kilogramm auf der Körperwaage. Werden Großpackungen nicht unmittelbar verbraucht, landen sie im Vorrat und werden dort gern vergessen. Da bleibt am Ende nur noch der Weg in den Abfall. Was für ein teures Sonderangebot, das im Laden gar nicht danach aussah?!
Wird der Vorrat aufgefüllt, empfiehlt es sich, angebrochene Packungen und solche mit kurzer Mindesthaltbarkeit nach vorne zu stellen und als Nächstes zu verbrauchen. Bleibt beim Kochen etwas übrig, füllen Sie es am besten direkt in fest verschließbare Behälter um, stellen es in den Kühlschrank oder frieren es ein: Das hat den Vorteil, dass Reste zu etwas Neuem weiterverwendet werden können. Und es hilft auch dabei, Übriggebliebenes aus dem Topf nicht nebenbei zusätzlich zu essen; auch das zahlt sich gesundheitlich aus und hilft, Körperkilos im Griff zu halten.
Kann das weg? 400 Euro sind zu viel …
Laut GfK-Studie werden pro Kopf und Jahr Lebensmittel im Wert von rund 400 Euro weggeworfen. Ein Grund für den Weg in die Tonne wird von Verbrauchern mit einem abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) begründet; im Grunde gibt dieses lediglich an, bis zu welchem Zeitpunkt Quark, Brot, Salat, Öl und Co in Ordnung sein müssen. Meistens sind ungeöffnete Lebensmittel auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus qualitativ in Ordnung und bereit zum Verzehr oder Weiterverarbeiten.
Sind Schimmel oder eine veränderte Konsistenz erkennbar oder riecht es unangenehm, fliegen sie in den Abfall, klar! Was auf keinen Fall gegessen werden sollte, sind Konserven, deren Deckel sich gewölbt haben (“Bombagen”): Hier können sich Keime entwickelt haben, die der Gesundheit schaden. Konserven mit rostigen Stellen sowie nicht mehr festsitzenden Verschlüssen sollten vorsichtshalber auch in die Tonne.
Bei der Produktion können Hersteller im Rahmen der vertretbaren Möglichkeiten das MHD individuell festlegen. Unterschiede zeigen sich meist bei verschiedenen Rezepturen und Zubereitungsverfahren; dabei gilt jedes angegebene Datum nur für ungeöffnete Ware. In dem Moment, wo das Produkt mit Sauerstoff in Berührung kommt, unterliegt es nicht mehr dieser zeitlichen Empfehlung. Es lohnt sich also, zu sehen, riechen und schmecken: Besteht das Produkt diese Prüfung, kann es trotz abgelaufener Mindesthaltbarkeit verwendet werden.
Resteverwertung leicht gemacht
Mit etwas Planung lassen sich Reste einfach vermeiden. Bleibt doch mal etwas übrig, lassen sich ganz neue Dinge daraus herstellen. Ist Obst überreif oder zu viel im Vorrat, eignet es sich zum Einkochen als zuckerfreies Kompott, Fruchtmus oder Konfitüre. Auch ein Smoothie oder Milchshake bietet sich an. Als Kuchenfüllung oder zum Süßen von Kuchenteig eignen sich überreife Früchte. Gemüsereste passen gut in Suppe, Sauce oder Eintopf. Lecker sind sie auch als Zutat im Auflauf, auf der Pizza, im Wrap und Omelette oder als Pfannengericht.
Gekochte Kartoffeln, Reis und Nudeln können luftdicht verschlossen ein paar Tage im Kühlschrank lagern und dann immer noch weiterverarbeitet werden, zum Beispiel als pikante und süße Küchlein, die in der Pfanne mit Gemüse oder Quark (siehe Rezept für süße Kartoffelplätzchen) gebraten werden. Alle drei eignen sich ideal als Grundlage für einen Salat, ebenso als Bestandteil in Suppen, als Kartoffelpüree oder im Auflauf.
Auch trockenes Brot muss nicht in den Müll: Wie wäre es mit einem Brotsalat? Ein Rezept dazu finden Sie auf den nächsten Seiten. Auch als Altbrotbestandteil zum Brotbacken und gemahlen zu Paniermehl bietet sich altbackenes Brot an.
Fleisch und Fisch: gut verpacken, schnell kühlen
Sogar Fleisch und Fisch lassen sich noch weiterverarbeiten. Wenn schon Fleisch, Wurst und Fisch gekauft werden, lohnt vorweg der Gedanke, dass am Anfang der Nahrungskette ein Lebewesen stand. So lassen sich Lebensmittel bewusster wertschätzen. Allein schon deshalb ist es sinnvoll, genau zu überlegen, wie groß die Menge sein soll, die im Einkaufskorb und dann auf dem Teller (oder später doch im Abfall) landet.
Falls Fleisch oder Fisch übrig bleibt, sollten diese nach dem Kochen nicht zu lange bei Zimmertemperatur stehen bleiben, sondernin fest verschließbare Behälter in den Kühlschrank kommen. Am Folgetag lässt es sich beispielsweise als Pfannengerichtmit Gemüse und Reis zubereiten, als Bestandteil von Salaten und Eintöpfen oder im Auflauf und überbacken. Der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt – und wie heißt es so schön: Aufgewärmt schmeckt es noch einmal so gut. In diesem Sinne wünschen wir einen guten Hunger.
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (8) Seite 72-75
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kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 1 Stunde
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


