So stärken Sie Ihre Knochen

4 Minuten

© Kirchheim/Bernhard Kölsch
So stärken Sie Ihre Knochen

Wussten Sie, dass Kräuter, grünes Gemüse und auch Käse ideale Lebensmittel für stabile Knochen sind? Und dass eine Runde um den Block Ihr Vitamin-D-­Konto erhöhen kann? Werden Sie aktiv und tun Sie Ihren Knochen etwas ­Gutes. Wie das geht, erklären wir Ihnen hier. Und damit Sie direkt im ­neuen Jahr starten können, finden Sie auf den nächsten Seiten passende Rezepte für Gerichte, die lecker schmecken und gleichzeitig gesund für Ihre Knochen sind.

Stabile Knochen sind lebenswichtig. Im Lauf des Lebens verändert sich ihre Struktur, und es kann zur Verminderung des Knochengewebes und damit auch zu einer Osteoporose kommen. So weit muss es nicht kommen, wenn Sie in jedem Alter für ausreichend Kalzium und auch Bewegung sorgen. Denn jeder noch so winzige Knochen des menschlichen Körpers braucht das Mineral Kalzium – ein Leben lang. Von Kindesbeinen an lässt sich aktiv etwas für den Aufbau von Knochenmasse tun.

Das geht über kalziumreiches Essen, Bewegung und tägliche Aufenthalte an der frischen Luft, teilweise auch über Vitamin-D-reiche Lebensmittel. Menschliche Knochen stellen ihre Arbeit nicht ein, sondern sind ständig in verschiedenen Zyklen von An-, Um- und auch Abbau beschäftigt. Etwa ab dem 20. Lebensjahr hören sie unter dem normalen Einfluss von Hormonen auf, in ihrer Länge zu wachsen. Diese Phase ist der Zeitraum, in dem ein Mensch ausgewachsen ist. Die maximale Knochenmasse ist ab dem 30. Lebensjahr erreicht. Etwa zehn Jahre später nimmt die Knochenmasse ganz natürlich mit den Jahren etwas ab.

Wer also in den ersten 30 Lebensjahren viel Knochenmasse aufgebaut hat, kann auch im Alter lange davon zehren. Doch auch jenseits der Dreißiger- und Vierzigerjahre ist es wichtig, Knochenmasse so gut es geht zu erhalten. Deshalb sind kalziumreiches Essen und Trinken ein Leben lang sehr wichtig. Erst wenn mehr als die altersmäßig übliche Menge an Knochenmasse abgebaut wird, kann sich daraus eine Osteoporose entwickeln.

Knochenfeinde – vermeidbare Risiken

Sie können aktiv vorbeugen, damit Osteoporose, die zu den Volkskrankheiten mit rund 8 Millionen Betroffenen hierzulande zählt, gar nicht erst ausbricht. Risiken für Knochenbrüche sind neben einer erblichen Veranlagung Hormonmangel, zum Beispiel im Zuge des Östrogenmangels in und nach den Wechseljahren und auch unter Antihormontherapie mit Aromatasehemmern nach einer Brustkrebserkrankung. Bewegungsmangel ist ebenfalls ein Risiko, zum Beispiel durch längere Bettlägerigkeit oder bei körperlichen Behinderungen. Eine Unterversorgung mit Kalzium, Vitamin K und D und Untergewicht sind weitere Gründe.

Ein über Jahre hinweg ungesunder Lebensstil, verbunden mit reichlich Alkohol, starkem Rauchen (über 20 Zigaretten täglich) und einseitiger Ernährung fördern Osteoporose. Dazu gehören kalziumarme, phosphatreiche und hochverarbeitete Lebensmittel oder auch immer wieder praktizierte, einseitige Diäten. Eine Wohltat für die Knochen sind dagegen Kalzium, Vitamin D und auch Vitamin K, ebenso wie Bewegung – dabei müssen es keine sportlichen Höchstleistungen sein. Zu empfehlen ist neben Alltagsbewegung auch Balancetraining. Zum Beispiel kann man täglich beim Zähneputzen auf einem Bein stehen. Gymnastik, Gehen oder Kniebeugen auf einem Balancekissen bieten sich an.

Je öfter die körperliche Balance trainiert wird, desto mehr profitieren die Knochen und insgesamt die körperliche Stabilität – was wiederum eine optimale Sturzprophylaxe ist. Sie sehen, es muss also kein aufwendiges oder sehr schweißtreibendes Training sein, es reichen oft schon täglich zehn Minuten Übungen, um Knochen zu stärken. Wer dazu noch regelmäßig raus an die frische Luft zum Spaziergang geht oder mit dem Rad Alltagsbesorgungen macht, stärkt Knochen sowie Bewegungsapparat und tut Blutzucker, Gewicht und Stimmung etwas Gutes.

Kalzium, Vitamin K und D: Knochentrio

Essen Sie kalziumhaltige Lebensmittel am besten zu mehreren Mahlzeiten über den Tag verteilt. Das macht es dem Körper leichter, den Mineralstoff optimal auszunutzen. Das Mineral trägt dazu bei, dass die Knochen ihre Stabilität und Festigkeit behalten. Milch und Milchprodukte sind die besten natürlichen Kalziumlieferanten. Wer keine Milchprodukte verträgt, kann seinen Kalziumbedarf alternativ durch kalziumangereicherte Sojaprodukte oder vegane Milchalternativen wie Mandel-, Hafer-, Soja- oder Kokosdrinks ohne Zuckerzusatz decken. Wichtig ist auch die Auswahl von grünem Gemüse, Kräutern und ungewürzten Nüssen.

Fettlösliches Vitamin K ist wichtig im gesunden Knochentrio. Es trägt dazu bei, dass Knochen und auch Zähnen Kalzium aus dem Blut zur Verfügung gestellt wird. Es ist an der Bildung verschiedener knochenspezifischer Eiweiße beteiligt. Ein Mangel geht mit reduzierter Knochendichte und erhöhtem Risiko für Knochenbrüche einher. Besonders reich an fettlöslichem Vitamin K sind Kohl, Brokkoli, Frühlingszwiebeln, grünes Blattgemüse und Milchprodukte.

Knochen stärken – Osteoporose entgegenwirken


So decken Sie täglich Ihr Kalziumkonto:
  • eine normal große Tasse fettarme Milch (185 mg Kalzium) plus
  • 1 Becher Joghurt natur (150 mg Kalzium) plus
  • 2 Scheiben Käse (480 mg Kalzium) plus
  • eine Portion grünes Gemüse wie Brokkoli (175 mg Kalzium) plus
  • ein halber Liter kalziumreiches ­Mineralwasser (75 mg Kalzium)

So decken Sie täglich Ihr Kalziumkonto (vegan und laktosefrei)

  • 1 Glas Sojadrink mit Kalzium­zusatz, ohne Zucker (240 mg Kalzium) plus
  • 1 Becher Sojajoghurt mit Kalziumzusatz, ohne Zucker (150 mg Kalzium) plus
  • 8 Walnüsse (55 mg Kalzium) plus
  • 1 Portion Fenchelgemüse (220 mg Kalzium) plus
  • 1 Portion grünes Gemüse wie ­Brokkoli (175 mg Kalzium) plus
  • 1 TL Petersilie (10 mg Kalzium) plus
  • ein Liter kalziumreiches Mineral­wasser (150 mg Kalzium)

Wählen Sie ­regelmäßig Lebensmittel wie:

  • Hering, Lachs oder Makrele
  • Hühnereier
  • Butter oder Margarine
  • Gouda
  • Milch und Milchprodukte
  • Pilze wie Champignons, Pfifferlinge und Steinpilze
  • grünes Gemüse wie Kohl, Salat, Frühlingszwiebeln und Kräuter
  • 20 bis 30 g Nüsse ohne Zusätze wie Salz, Gewürze oder Panaden
  • kalziumreiches Mineralwasser mit mindestens 150 mg Kalzium pro Liter

Werden Sie aktiv – den Knochen zuliebe

  • Wichtig sind tägliche Gleichgewichtsübungen wie Einbeinstand oder Kniebeugen, z. B. auf weichem Untergrund.
  • Planen Sie täglich einen Spaziergang von 15 bis 30 Minuten ein.
    Bauen Sie bewusst mehr Bewegung in den Alltag ein, wie Radfahren und Treppensteigen.
    Gehen Sie, so oft es geht, nach draußen an die Luft.
    Tai-Chi, Trampolin- und Gymnastiktraining mit Gummibändern sind empfehlenswert.

Neben Vitamin K und Kalzium spielt das Sonnenvitamin D eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel. Damit genug Vitamin D produziert wird, braucht die Haut täglich Sonnenlicht. Mindestens 15 bis 30 Minuten sollte die Frischluftkur dauern. Allerdings kann es jetzt in der dunkleren Jahreszeit sinnvoll sein, ein Vit­amin-D-Präparat einzunehmen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Hausarzt. Mit höherem Alter kommt erschwerend hinzu, dass die Haut über Sonnenlicht immer weniger Vit­amin D bilden kann.

Seitens Vitamin-D-reicher Lebensmittel ist die Auswahl überschaubar: Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch, Eigelb und mit Vitamin D angereicherte Margarine liefern das „Knochen-Lichtvitamin“ in nennenswertem Umfang. Deshalb lautet die Devise: ab nach draußen, sich bewegen und Licht tanken. Das ist nicht nur gut für die Vit­amin-D-Produktion. Die aktive Muskelkontraktion und die erlaufenen Wege haben einen bedeutenden Einfluss auf die Knochen­entwicklung und damit auf die Knochengesundheit. Ein täglicher kleiner Spaziergang beugt wunderbar einer Osteoporose vor. Auch Ihr Blutzucker, Blutdruck und das allgemeine Wohlbefinden werden dadurch besser.


Autorin:

Kirsten Metternich von Wolff
Diätassistentin DKL und DGE
Hildeboldstraße 5, 50226 Frechen-Königsdorf

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (2) Seite 74-77

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Rezept für knusprige Apfeltaschen

Rezept für knusprige Apfeltaschen | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch

2 Minuten

Community-Rezept: Vietnamesische Sommerrollen mit Gambas von Chrissi

Community-Rezept: Vietnamesische Sommerrollen mit Gambas von Chrissi | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch / Frank Rossbach

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

  • sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
    Liebe Grüße
    Sayuri

Verbände