So wird Gebäck süß

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© Kirchheim/Bernhard Kölsch
So wird Gebäck süß

Jetzt laufen die Backöfen heiß, denn es ist wieder Zeit für Spritzgebäck, Bethmännchen und Lebkuchen. Das sind tolle Klassiker – aber wie Sie es von uns gewohnt sind, stellen wir Ihnen hier neue, aber ebenfalls himmlisch leckere Plätzchen vor. Auch vegane Kugeln sind dabei sowie knusprig-krosse Cookies, die auch Anfänger backen können. Außerdem sagen wir Ihnen, welche alternativen Süßungsmittel bei Diabetes geeignet sind, und erklären, worauf es ankommt, wenn man sie verwendet.

Köstlich duftende Plätzchen gehören an Weihnachten (und auch schon davor) einfach dazu. Wenn da nur nicht die vielen lästigen Kalorien wären … Einige Kohlenhydrate aus Zucker lassen sich mit süßen Alternativen einsparen. Wer Zucker austauschen möchte, kann mittlerweile unter vielen Süßungsmitteln wählen. Doch sind diese auch alle bei Diabetes geeignet?

Hinzu kommt: Nicht alles, was als „bio“ oder „healthy“ bezeichnet wird, ist automatisch kalorienärmer oder natürlicher als herkömmlicher Zucker. Im Trend liegen Agavendicksaft, Ahornsirup, Birken- und Kokosblütenzucker. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn sie alle können den Blutzucker beeinflussen und auch das Kalorienkonto belasten.

Lebensmittelhersteller sind kreativ und überlegen sich immer wieder neu, wie sie Kunden für ihre Produkte begeistern können, so auch mit dem Süßen mit Agavendicksaft. Milchprodukte, Konfitüre, Getränke, Gebäck oder Saucen werden im Segment der veganen und der als gesund deklarierten Lebensmittel gern damit statt mit Zucker gesüßt.

Agavendicksaft: Fruchtzucker pur

Ausgangsbasis für Agavendicksaft ist ein Kaktus aus Mittelamerika. Sein Blattansatz wird angeschnitten und der austretende Saft eingekocht. Es gibt eine helle Sorte mit mildem und eine dunkle Sorte mit etwas intensiverem Aroma. Die Süßkraft ist etwa 1,2-mal stärker als die von Haushaltszucker. In 100 Gramm Agavendicksaft sind 76 Gramm Zucker enthalten, und zwar nahezu komplett in Form von Fruchtzucker. Dazu ist der Saft fettfrei, liefert Eiweiß nur in Spuren und hat 304 Kilokalorien pro 100 Gramm. Agavendicksaft ist sehr gut löslich und wird gern in Getränken oder Milchprodukten verwendet.

Menschen mit Diabetes können Agavendicksaft verwenden, sollten aber bedenken: Der hohe Fruchtzuckergehalt lässt den Blutzucker zwar nicht so rasch ansteigen wie Haushaltszucker (Saccharose), aber: Agavendicksaft hat nur knapp 100 Kilokalorien pro 100 Gramm weniger als Zucker. Hinzu kommt, dass Fruchtzucker bei Diabetes eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Dies gilt besonders für Typ-2-Dia­betiker mit Übergewicht, denn auf Dauer kann der Konsum hoher Fruchtzuckermengen das Entstehen einer nicht durch Alkohol bedingten Fettleber begünstigen.

Mild und würzig: Ahornsirup

Ahornsirup wird aus dem Saft des Ahornbaums gewonnen. Aufgepasst: Steht auf einer Ahornsirup-Flasche „light“ oder „extra light“, heißt das nicht, dass die Kalorien reduziert wurden. Vielmehr geben bei Ahornsirup Bezeichnungen wie „light“ oder „dark“ Auskunft über die Lichtdurchlässigkeit – je klarer der Sirup ist, desto hochwertiger ist er auch.

Ahornsirup ist mild-süß, mit einer leicht herben Note. 100 g Gramm davon enthalten 67 Gramm Zucker, 268 Kilokalorien und weder Fett noch Eiweiß. Um die Süßkraft von Zucker zu erreichen, müsste rund ein Drittel mehr Sirup als Zucker z. B. in den Plätzchenteig. Somit liegt der Kohlenhydratgehalt sehr hoch; als Zuckeralternative bei Diabetes ist Ahornsirup deshalb wenig sinnvoll.

Birkenzucker: alter Bekannter im neuen Gewand

Birkenzucker ist dasselbe wie der Zuckeraustauschstoff Xylit – und damit im Grunde ein alter Hut. Interessant: Xylit hemmt die Bildung von Karies und wird deshalb gern in Bonbons, Zahncremes und Zahnpflegekaugummis verwendet. Ausgangsbasis für Xylit sind Holzarten, Rindenbirke, Früchte und Gemüse (z. B. Maiskolben). Seine Süßkraft ist identisch mit der von Zucker. Dabei enthält Xylit rund 40 Prozent weniger Kilokalorien als Haushaltzucker und lässt den Blutzucker weniger stark ansteigen.

Zucker, Süßstoffe und Zucker­ersatz in der Plätzchenbäckerei


Es muss nicht unbedingt Zucker oder Honig in den Teig, damit Kekse lecker schmecken. Sie können auch mit sinnvollen und praktischen Alternativen süßen, die keine anrechnungspflichtigen Kohlenhydrate enthalten. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Auswahl.

Kalorienfrei, ohne Auswirkungen auf den Blutzucker und ohne das Risiko, dass Magen-Darm-Beschwerden entstehen:

  • Zuckeraustauschstoff Erythrit (E 968)
  • Aspartam (E 951) – verliert bei längerer Backzeit seine Süßkraft, für Plätzchen mit ihrer kurzen Backzeit aber gut verwendbar
  • Saccharin (E 954) und Cyclamat (E 952) – gibt es beispielsweise in Tablettenform und als Streu- und Flüssigsüße
  • Sucralose (E 955)
  • Steviolglykoside, „Stevia“ (E 960)

Die E-Nummern vergibt die Europäische Union für jeden zugelassenen Lebensmittelzusatzstoff. Zusatzstoffe müssen auf der Produktverpackung aufgeführt werden. Alle hier aufgeführten Stoffe gehören zur Gruppe der Süßungsmittel.

Kalorienhaltig (aber weniger Kalorien als Haushaltszucker), mäßige Auswirkung auf den Blutzucker, Magen-Darm-Beschwerden sind möglich:

  • Agavendicksaft
  • Birkenzucker Xylit (E 967)
  • Sorbit (E 420)
  • Fruchtzucker

Höchste Energiedichte, direkte Auswirkung auf den Blutzucker, kein Risiko für Magen- Darm-Beschwerden:

  • Ahornsirup
  • Kokosblütenzucker
  • Haushaltszucker (Saccharose)
  • brauner Zucker
  • Honig

Aber: Sämtliche Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Isomalt, Maltit, Xylit oder Laktit können Blähungen und Durchfall verursachen. Deshalb wird empfohlen, eine Xylit-Menge von maximal 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag nicht zu überschreiten. Wer auf sein Gewicht achten möchte, wäre deshalb z. B. mit dem einzigen kalorienfreien Zuckeraustauschstoff Erythrit besser beraten, der zudem nicht abführend wirkt und keine Blähungen verursacht. Gleiches gilt für die Gruppe der energiefreien Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat, Steviolglykoside, Aspartam und Sucralose.

Brauner Zucker 2.0: Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker ist gerade Trend. Er wird aus dem Nektar von Kokospalmen gewonnen: Aus 4 Litern Nektar entsteht 1 Kilogramm Kokosblütenzucker, der gern anstatt braunen Zuckers verwendet wird und eine leichte Karamellnote hat.
Die Zuckermoleküle sind verhältnismäßig grobkörnig und lösen sich z. B. in Milchprodukten oder Desserts schlechter auf als anderer Zuckerersatz. Eine sinnvolle Alternative, um Kalorien aus Zucker zu sparen, ist Kokosblütenzucker nicht: Sein Kohlenhydrat- und Zuckergehalt ist fast identisch mit dem von Haushaltszucker (Saccharose). Es lohnt sich also, genau auf die Nährwertanalysen der Modezucker zu schauen, um Blutzuckerverlauf und Gewicht im Griff zu halten.


von Kirsten Metternich von Wolff
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (11) Seite 72-76

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  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • hexle antwortete vor 5 Tagen

      @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 2 Wochen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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