- Ernährung
Vitalstoffe: Essen in Corona-Zeiten
3 Minuten

Die Welt ist im etwas gelockerten Ausnahmezustand. Vieles wird vorgegeben, und jeder kann im Alltag mit einer Reihe Maßnahmen sich und andere schützen: Das Tragen von Mund-Nasen-Masken gehört dazu, z. B. beim Einkaufen, aber auch, möglichst gesund und abwechslungsreich zu essen. Viele Gemüse- und Obstsorten haben jetzt Hochsaison, greifen Sie zu! Hier lesen Sie, welche Mikronährstoffe das Immunsystem stärken – und leckere Rezepte gibt es natürlich auch dazu.
Zitronen, Knoblauch, ständiges Wassertrinken und die Einnahme spezieller Nahrungsergänzungsmittel sind vermeintliche Empfehlungen im Kampf gegen Covid-19. Nur leider gibt es keine Pillen oder Lebensmittel, welche vor dem Virus schützen. Wasser zu trinken, ist immer gut, völlig losgelöst von Corona: am besten anderthalb bis zwei Liter täglich, wenn es wärmer wird, gern auch etwas mehr.
Zitronen und Knoblauch sind in der Tat gesund, lecker und vielseitig verwendbar – aber natürlich kein Corona-Killer. Dennoch ist es sinnvoll, gerade jetzt vitamin- und mineralstoffreich zu essen, um das Immunsystem auf natürliche Weise zu stärken.
Statt Crash-Diäten: selbst kochen!
Der eine plagt sich mit zu vielen Kilos, andere werden immer dünner. Gerade jetzt, wo viele Menschen mehr allein und einsamer sind als üblich, vergeht vielen der Appetit. So können Untergewicht und Mangelernährung das Immunsystem schwächen. Ebenfalls wenig sinnvoll sind Crash- und einseitige Diäten, bei denen die Tagesenergiemenge unter 1 000 bis 1 200 Kilokalorien liegt. Zu viel oder zu wenig: Beides ist weder gesund, noch hilft es dem Körper.
Deshalb planen Sie Ihre Mahlzeiten, auch wenn Sie allein sind. Versuchen Sie, zumindest alle zwei Tage frisch zu kochen – am besten so viel, dass Sie am Folgetag ebenfalls davon essen können oder etwas Neues daraus kochen. So versorgen Sie sich auch im Singlehaushalt mit Speisen, die der Seele und der Gesundheit guttun. Dazu bieten sich Rezepte aus dem Diabetes-Journal ideal an. Die meisten sind jeweils für zwei Portionen. Nicht nur das: Sie sind abwechslungsreich, leicht zu kochen und lecker, also echtes Seelenfutter.
Im Hinblick auf fetthaltige Lebensmittel geben Sie Pflanzenfetten Vorrang: Sie enthalten lebenswichtige Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Er ist darauf angewiesen, diese Fettsäuren über das Essen aufzunehmen. Essen sie deshalb regelmäßig zum Beispiel Hering, Makrele, Lachs und ungesalzene Nüsse, und verwenden Sie Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Raps- oder Olivenöl. Außerdem sind diese Lebensmittel Lieferanten des fettlöslichen Vitamin D, welches positiven Einfluss auf das Immunsystem hat.
Kefir, Zwiebeln und Sauerkraut
Wussten Sie, dass Sauerkraut, Kefir, Zwiebeln und Knoblauch zur Gruppe der prä- und probiotischen Lebensmittel gehören? Sie haben positive Wirkungen auf Darmbakterien, und damit verbunden stärken auch sie das Immunsystem. Essen Sie deshalb neben dem bereits Erwähnten regelmäßig Lauch, Chicorée, Artischocken, Mais, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Beerenobst oder Bananen.
Gesund sind auch Leinsamen, Hafer- und Weizenkleie sowie Naturjoghurt, milchsauer vergorenes Gemüse wie saure Bohnen oder Sauerkraut und Mixed Pickles. Außerdem versorgen diese Sie zusätzlich mit Vitaminen, Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen und teils auch Ballaststoffen – ein gesundes Rundumpaket. Vieles davon eignet sich auch für Ihren Lebensmittelvorrat – wenn es mal schnell gehen soll, haben Sie direkt etwas Leckeres griffbereit. Das ist besser, als Fertiggerichte und verarbeitete Lebensmittel zu essen, die wenige Vitalstoffe enthalten.
Essen für ein starkes Immunsystem
Die Natur hat Lebensmittel mit einigen gesunden Inhaltsstoffen bestückt. Für eine gesunde Abwehr können zahlreiche Vitalstoffe eine wichtige Rolle spielen. Unsere Übersicht gibt Ihnen Tipps, welche Stoffe jetzt besonders wichtig sind.
Vitamine und Mineralien für die Immunabwehr
Je abwechslungsreicher und bunter die Lebensmittelauswahl ist, desto besser ist es für das Immunsystem. Dennoch gibt es aus den beiden Gruppen Vitamine und Mineralien einzelne Vertreter, die eine besondere Rolle zur Stärkung des Immunsystems spielen: Dazu gehören Vitamin A, C, E und D sowie Zink, Selen und Eisen. Lediglich rund 20 % des täglichen Vitamin-D-Bedarfs bezieht der Körper aus entsprechenden Lebensmitteln. Den Rest stellt er mihilfe von Tageslicht im Körper selbst her.
Deshalb ist es empfehlenswert, täglich einen Spaziergang zu unternehmen, sich im Garten oder auf dem Balkon zu bewegen. Nicht nur das: Bewegung stärkt ebenfalls Ihr Immunsystem und hilft dabei auch noch, die Stimmung zu verbessern. Beteiligt an der Immunabwehr ist auch fettlösliches Vitamin A. Antioxidativ wirken die Vitamine A, C und E, sie schützen den Körper vor freien Radikalen.
Außerdem fördert Vitamin C die Aufnahme von Eisen im Körper sowie die Wundheilung. Eisen wiederum ist wichtig für eine intakte Infektabwehr. Zink stimuliert das Immunsystem und ist Bestandteil des antioxidativen Schutzsystems des Körpers. Auch Selen spielt eine Rolle im Hinblick auf eine starke Immunabwehr und schützt vor oxidativem Stress.
Eine gesunde und abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl, verbunden mit einer entsprechenden Lebensweise, bietet gesunden Immunschutz von innen. Das Immunsystem, Ihr Blutzucker und Ihre Stimmung freuen sich deshalb auch über regelmäßige Bewegung, genug Schlaf und den Abbau von negativem Stress. Doch wo sind all diese gesunden Stoffe besonders reichlich enthalten? Auf der nächsten Seite finden Sie eine Übersicht mit den Lebensmitteln, die Ihrem Immunsystem guttun.
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (6) Seite 74-76
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

2 Minuten
- Ernährung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 22 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 1 Tag, 18 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



