Warum sind Obst und Gemüse gesund?

2 Minuten

Warum sind Obst und Gemüse gesund?

Dieser Frage gehen Lebensmittelchemiker*innen der Bergischen Universität Wuppertal nach. In einer ihrer Studien gelang es ihnen nun, einen möglichen neuen Wirkmechanismus der Inhaltstoffe dieser Lebensmittelgruppen zu beschreiben.

„Der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, fünf Portionen Obst und insbesondere Gemüse täglich zu essen, sollte man wirklich folgen, denn sie enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine“, rät Prof. Schebb, Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie an der Bergischen Universität Wuppertal. Häufig sei bereits nachgewiesen worden, dass sich der regelmäßige Verzehr von Obst und Gemüse positiv auf Lebensdauer und Gesundheit von Menschen auswirke.

Bleibt die Frage nach dem „Warum“: „Wie diese Wirkung auf molekularer Ebene vermittelt wird, ist nach wie vor umstritten“, so Schebb.

Warum sind Obst und Gemüse gesund? Dieser Frage gehen Prof. Dr. Nils Helge Schebb (li.), Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie, und Doktorandin Nadja Kampschulte nach.

Neben essenziellen Vitaminen und Spurenelementen ist für die Wirkung insbesondere die Stoffklasse der sogenannten Polyphenole von Interesse. Lange ging die Forschung davon aus, dass diese als „Antioxidantien“ eine positive Wirkung zeigen, indem sie den Körper vor schädlichen Stoffwechselprodukten schützen.

Allerdings ließ sich nicht klar belegen, dass es nach Aufnahme dieser Verbindungen wirklich zu einer „antioxidativen“ Wirkung im menschlichen Körper kommt. Nun hat die Wuppertaler Arbeitsgruppe einen möglichen neuen Mechanismus entdeckt, über den die Polyphenole – und somit Obst und Gemüse – wirken können.

Polyphenole hemmen eine bestimme Familie von Enzymen

Doktorandin Nadja Kampschulte zeigt, dass Polyphenole eine bestimme Familie von Enzymen, sogenannte Cytochrom-P450-Monooxygenasen, hemmen können. „Polyphenole hemmen gezielt die durch P450-Enzyme katalysierte Bildung von verschiedenen Lipidmediatoren“, so Kampschulte. Lipidmediatoren sind an der Regulation zahlreicher Prozesse im Körper, wie beispielsweise dem Blutdruck, aber auch Entzündungsreaktionen beteiligt.

Kampschulte erläutert weiter: „Diese Lipidmediatoren haben ganz unterschiedliche Effekte und eine selektive Hemmung der Bildung einiger dieser Mediatoren durch Polyphenole könnte sich positiv im Hinblick auf chronische Erkrankungen auswirken.“

In der vorliegenden Studie wurde die Wirkung auf Basis von Enzymen aus menschlichen Leberbiopsien (Gewebeproben der Leber) sowie in kultivierten Darmzellen nachgewiesen. Derzeitige Arbeiten der Wuppertaler Gruppe zielen darauf ab, den Zusammenhang zwischen der Wirkung von Polyphenolen und deren chemischer Struktur genauer zu untersuchen und somit einen Beitrag zu leisten, die Relevanz dieses Wirkmechanismus für die menschliche Gesundheit herauszuarbeiten.

Die Studienergebnisse wurden im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ veröffentlicht. Das von der „American Chemical Society“ herausgegebene Fachmagazin gehört zu den anerkanntesten im Fach Lebensmittelchemie.


Quelle: Pressemitteilung der Bergischen Universität Wuppertal

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

CGM im Alltag: Funktionen individuell anpassen für passgenaue Unterstützung
Durch ein CGM-System erhält der oder die Nutzende eine Fülle an Informationen. Werden zusätzlich seine vielfältigen Funktionen an individuelle Bedürfnisse angepasst, kann es eine passgenaue Unterstützung für den Alltag von Menschen mit Diabetes sein.
CGM im Alltag: Funktionen individuell anpassen für passgenaue Unterstützung | Foto: Halfpoint – stock.adobe.com

3 Minuten

Interview mit Dr. Annie Mathew: Weiter diabetologischer Blick
Den Diabetes in unterschiedlichsten Zusammenhängen sehen: Das fasziniert Dr. Annie Mathew. Sie ist Oberärztin und Leiterin des Diabeteszentrums und der Ernährungsmedizin in der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel in Essen. Mit großer Leidenschaft betreut sie ihre Patientinnen und Patienten.
Interview mit Dr. Annie Mathew: Weiter diabetologischer Blick | Foto: Universitätsmedizin Essen

12 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 5 Tagen, 8 Stunden

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 2 von 3 )
    66.67%
    ( 0 von 3 )
    0%
    ( 1 von 3 )
    33.33%
  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/