- Ernährung
Was essen die Deutschen? Und wie gesund ist das?
3 Minuten
104 Kilogramm Gemüse isst der durchschnittliche Deutsche/die durchschnittliche Deutsche pro Jahr. Und insgesamt landen rund 330 Kilogramm Lebensmittel jährlich im Magen von jedem/von jeder von uns. Aber was genau liegt auf unseren Tellern? Und wie gesund ernähren wir uns? Eine Einschätzung von Diabetologe und Adipositasforscher Professor Matthias Blüher aus Leipzig.
Welche Lebensmittel landen auf den Tellern der Deutschen und wie gesund sind sie? Der Trend im Land ist positiv, doch der Fleischkonsum noch immer zu hoch. Zu diesem Ergebnis kommt die
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
(DGE) in ihrem aktuellen Ernährungsbericht. „Um der steigenden Tendenz von Übergewicht in Deutschland in den kommenden Jahren entgegen zu wirken, muss auch der Verzehr von Fleisch deutlich zurückgehen“, sagt Prof. Dr. Matthias Blüher, Adipositasforscher an der Universität Leipzig.
Zunächst die guten Nachrichten aus dem Ernährungsbericht: Gemüse liegt mit 104 Kilogramm pro Kopf im Jahr am meisten auf den Tellern in Deutschland. Die Tendenz ist steigend. Beliebt sind Tomaten, Möhren, Rote Rüben sowie Zwiebeln. Auch Hülsenfrüchte stehen in der Gunst der Konsumenten weit oben. „Besonders gut für die Verbraucher sind Kohlarten, Broccoli, Blaubeeren oder Brombeeren, weil neben dem Reichtum an Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen mit vergleichsweise wenig Kalorien Sättigung erreicht werden kann“, erklärt der Diabetologe Blüher.
© Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Mehr Mineralwasser, weniger Bier – und weniger Obst
Eine ebenfalls positive Meldung: Deutsche trinken viel Mineralwasser sowie Kräuter- und Früchtetees. Der Verbrauch von Wasser steigt um 1,5 Liter im Vergleich zum Vorjahr und liegt nun bei 154 Litern pro Kopf im Jahr. Der Professor für Klinische Adipositasforschung sagt: „In der Ernährungsberatung legen wir großen Wert darauf, dass Kalorien nicht über Getränke zugeführt werden.
Somit sind Wasser und ungesüßte Getränke wie Tee ein wichtiger Bestandteil bei der Verhinderung und Therapie von Übergewicht.“ Der Gesamtalkoholverbrauch sinkt in Deutschland, wobei Bier mit einem Rückgang von 900 Milliliter pro Kopf im Jahr am deutlichsten betroffen ist, zeigt die Analyse zum Lebensmittelverbrauch.
Rückgänge sind auch beim Verzehr von Obst zu verzeichnen. Äpfel, Birnen und Trauben sind nicht mehr so gefragt, im Trend liegen Beeren und Bananen. Getreideerzeugnisse und frische Kartoffeln kommen seltener auf den Teller als noch vor ein paar Jahren. Der Verbrauch von Käse hingegen steigt weiter an mit durchschnittlich 200 Gramm jährlich pro Person.
Weniger Fleisch essen – und so Gutes tun
Die Deutschen essen außerdem mehr Rind-, Kalb- und Geflügelfleisch. Allein der Konsum von Schweinefleisch ist um 370 Gramm pro Kopf im Jahr gesunken. Der gesamte Fleischverbrauch liegt seit langer Zeit weitgehend unverändert bei etwa 60 Kilogramm pro Kopf im Jahr. „Mitunter verursacht erhöhter Fleischkonsum erhebliche Gesundheitsprobleme und kann zu Adipositas beitragen. Diese chronisch fortschreitende Erkrankung ist nicht heilbar, aber behandelbar“, erläutert Blüher.
„Wenn es gelänge, den Verzehr von tierischen Lebensmitteln zu senken und dafür eine pflanzenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreideprodukten, Kartoffeln und Nüssen zu erreichen, könnten gleichzeitig die Risiken für Gesundheit und Klima reduziert werden. Damit trägt jeder Mensch nicht nur zur eigenen Gesunderhaltung bei, er kann auch für die gesamte Gesellschaft etwas bewirken“, appelliert Professor Blüher an die Deutschen und ihre Ernährungsgewohnheiten.
Quelle: Universität Leipzig
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 15 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 17 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 15 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
