15. Diabetes-Charity-Gala: „Zahlen beschreiben nicht unseren Wert als Mensch!“

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Bei der 15. Diabetes-Charity-Gala in der Berliner „Bar jeder Vernunft“ tritt Georg Stengel auf. Das Publikum sitzt an Tischen vor der violett und pink beleuchteten Bühne.
Foto: diabetesDE / Deckbar
15. Diabetes-Charity-Gala: „Zahlen beschreiben nicht unseren Wert als Mensch!“

Wieder zog es im Oktober viele Menschen nach Berlin: zur Diabetes-Charity-Gala, veranstaltet von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Die Diabetes-Community war gut vertreten, Prominente berichteten aus ihrem Leben. Wissenswertes, Rührendes, Bewundernswertes und viele weitere Empfindungen wechselten sich den Abend über ab.

Tolles ehrenamtliches Engagement – und ein wertvoller Ratgeber für viele Menschen mit Diabetes: Alexander „Sandy“ Kikelj ist der diesjährige Gewinner des Thomas-Fuchsberger-Preises. Verliehen wurde die Auszeichnung im Rahmen der 15. Diabetes-Charity-Gala von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe am 16. Oktober 2026 in Berlin.

Ein Gast fotografiert das beleuchtete Willkommensschild der Diabetes-Charity-Gala 2026 am Eingang, während weitere Gäste eintreffen.
Vorfreude auf den feierlichen Abend am Eingang. | Foto: diabetesDE / Weiss
Georg Stengel auf dem roten Teppich der Diabetes-Charity-Gala. Der Sänger lächelt und zeigt auf die Kamera. Er trägt eine dunkle Jacke und eine rückwärts aufgesetzte Kappe; hinter ihm ist eine Sponsorenwand zu sehen.
Georg Stengel sorgte für die musikalische Untermalung des Abends. | Foto: diabetesDE / Deckbar

In der „Bar jeder Vernunft“ hatte sich die deutsche Diabetes-Welt getroffen, um auch Spenden zugunsten von Projekten für Menschen mit Diabetes und besonders auch Kinder zu sammeln. Die MedTriX Group, unter deren Dach u.a. der Diabetes-Anker erscheint, ist Sponsor des Thomas-Fuchsberger-Preises.

Fuchsberger-Preis: „Mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität“

Laudatorin und Schauspielerin Esther Schweins, deren Mutter vor etwa 50 Jahren an Typ-1-Diabetes erkrankte und deren Vater Typ-2-Diabetes hatte, würdigte den Preisträger mit seinem YouTube-Kanal „Sandy’s Diabetes Loop“ als Vorreiter in der Diabetes-Technologie. „Was andere Menschen mit Diabetes oder Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes manchmal auch Kopfzerbrechen bereitet, das spornt Sandy an. Nämlich zu verstehen, wie jedes einzelne Medizinprodukt, CGM, Pumpe, in der Diabetologie funktioniert.“

Esther Schweins spricht auf der Bühne und gestikuliert mit ausgebreiteten Armen. Neben ihr steht Moderator Dr. Jens Kröger mit Unterlagen in der Hand. Im Hintergrund ist das Logo von diabetesDE zu sehen.
Esther Schweins, deren Mutter seit rund 50 Jahren mit Typ-1-Diabetes lebt, hielt die Laudatio auf den diesjährigen Gewinner des Thomas-Fuchsberger-Preises. | Foto: diabetesDE / Weiss
Esther Schweins, Alexander „Sandy“ Kikelj, Jennifer und Julian Fuchsberger stehen gemeinsam vor einer blauen diabetesDE-Wand. Kikelj hält lächelnd die weiße Auszeichnung in den Händen.
Der sichtlich stolze Alexander „Sandy“ Kikelj mit der Auszeichnung, flankiert von Ester Schweins und den Kindern von Thomas Fuchsberger Jennifer und Julian. | Foto: diabetesDE / Deckbar

Alexander Kikelj kennt das Leben mit Typ-1-Diabetes seit 30 Jahren. Schweins zitierte den Preisträger: „Durch meine Videos und persönliche Unterstützung ermögliche ich Menschen mit Typ-1-Diabetes mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität.“

Vormerken: Am 6. November erscheint eine Sonderfolge des Diabetes-Anker-Podcasts mit dem Preisträger.

Trotz Rückschlägen nach vorne blicken: „Diese Community, die ist stark!“

Im Mittelpunkt der Gala, die das Motto „Ich steh auf!“ trug, stehen immer die Menschen mit Diabetes. „Diese Community, die ist stark!“, sagte Moderator Dr. Jens Kröger, diabetesDE-Vorsitzender, zu Beginn. Und Moderatorin Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE-Geschäftsführerin, konkretisierte:

Dr. Jens Kröger und Nicole Mattig-Fabian moderieren auf der Bühne der Diabetes-Charity-Gala. Kröger hält Unterlagen und blickt zu Mattig-Fabian, die ins Mikrofon spricht und ihre Moderationskarten hält.
Das Moderationspaar Dr. Jens Kröger und Nicole Mattig Fabian, der Vorstandsvorsitzender und die Geschäftsführerin von diabetesDE. | Foto: diabetesDE / Deckbar
Gäste an festlich gedeckten Tischen applaudieren bei der Diabetes-Charity-Gala; viele blicken zur Bühne.
Das Publikum goutierte die Worte auf der Bühne mit Applaus. | Foto: diabetesDE / Deckbar

„Jeder kennt die Ups und Downs bei der Glukose-Einstellung und auch, dass man mitunter genervt oder sogar verärgert ist, wenn der Blutzucker wieder verrücktspielt und ganz andere Dinge macht, als man eigentlich selber will. Und trotzdem haben diese Menschen mit Diabetes gar keine andere Chance, als nach Rückschlägen wieder nach vorne zu blicken und immer wieder aufzustehen. Jede und jeder Einzelne von Ihnen weiß, dass es anderen Menschen mit Diabetes ganz genauso geht und keiner etwas falsch macht.“

„Ich steh auf!“ lautet übrigens auch der Titel eines Song von Sänger Georg Stengel, der während des Programms die musikalische Untermalung bot. Beim gemeinsamen Singen des Refrains stand das gesamte Publikum.

„Großen Respekt – Chapeau!“, was Menschen mit Diabetes jeden Tag leisten

In ihrer Keynote erinnerte die frühere Leistungsschwimmerin Britta Steffen, die heute auch als Gesundheits-Coach tätig ist, noch einmal an die hohen Zahl der Menschen mit Diabetes und die vielen Neuerkrankungen – und sie erinnerte sich an ihre ersten Berührungen mit dem Thema.

Dr. Jens Kröger im Smoking und Britta Steffen in einem rosafarbenen Abendkleid stehen lächelnd vor einer Fotowand mit Sponsorenlogos.
Keynote-Speakerin Britta Steffen zusammen mit Dr. Jens Kröger. | Foto: diabetesDE / Deckbar
Pierre Littbarski applaudiert lächelnd inmitten des Publikums bei der Diabetes-Charity-Gala, neben ihm eine Begleiterin mit der Hand auf seiner Schulter.
Steffens Rede begeisterte auch Pierre Littbarski, Fußballweltmeister von 1990 und Trainer des FC Diabetologie. | Foto: diabetesDE / Deckbar

Während des Schwimm-Trainings, als sie 12 oder 13 Jahre alt war, hatte sie tewas in der Umkleide vergesen: „Ich riss die Tür auf und Jasmin, eine Schwimmkollegin von mir, saß auf der Bank und hatte eine Spritze in der Hand. Und ich dachte: Was passiert hier? Und dann lächelte sie mich schief an und sagte: ‚Ich habe Diabetes und ich muss mich regelmäßig spritzen, sonst würde es mir schlecht gehen.‘ Damals konnte ich das noch gar nicht so einschätzen“, beschrieb Britta Steffen die Szene.

Sie fuhr fort: „Erst aus heutiger Sicht weiß ich: Sie war Leistungssportlerin, sie hat sich auf ihr Essen konzentrieren müssen, sie hat Reisen mitgemacht, sie hatte Stress, sie hatte verschiedene weitere Erkrankungen und musste permanent auch den Blutzuckerspiegel im Blick behalten. Deswegen an dieser Stelle noch mal an alle Menschen mit Diabetes: Großen Respekt, was Sie jeden Tag leisten (…)! Chapeau!“

Social-Media-Kampagne: „Die meisten schweigen – das wollen wir ändern“

Spenden gesammelt wurden dieses Jahr für zwei Projekte: Zum einen ist es die laut Nicole Mattig-Fabian „erfolgreichste Social-Media-Kampagne im Gesundheitswesen“ #SagEsLaut #SagEsSolidarisch, auf der Bühne vertreten durch Diabetes-Anker-Community-Autorin Cornelia Doll, die mit Typ-1-Diabetes lebt, seit sie neuen Jahre alt war, und Daniel Lensing, der vor drei Jahren die Diagnose Typ-2-Diabetes erhielt.

Daniel Lensing und Cornelia Doll sitzen auf der Bühne an einem mit Blumen geschmückten Tisch unter dem Schriftzug „Ich steh auf!“, neben ihnen Dr. Jens Kröger und Nicole Mattig-Fabian mit Mikrofon.
Daniel Lensing und Cornelia Doll waren als Botschafter der Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch auf der Bühne. | Foto: diabetesDE / Deckbar
Isabelle Weberling steht mit zwei DiaConnect-Schützlingen und der Moderatorin auf der Bühne der Diabetes-Charity-Gala unter dem Schriftzug „Ich steh auf!“.
Isabelle Weberling leitet das zweite Spendenprojekt und hatte auch zwei DiaConnect-Schützlinge dabei. | Foto: diabetesDE / Deckbar

Cornelia Doll betonte: „Mit Diabetes ist alles möglich. Das möchte ich zeigen.“ Und Daniel Lensing hebt den Wert der Kampagne hervor: „11 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes. Und die meisten schweigen darüber. Aus Scham, aus Angst vor Vorurteilen, weil sie sich von der Politik im Stich gelassen fühlen. Genau das wollen wir ändern.“

Spendenprojekt DiaConnect: „Einfach Kinder sein können“

Zum anderen wird das Projekt DiaConnect unterstützt. Psychologin Isabelle Weberling organisiert hierin in Berlin Peer-Treffen für Kinder mit Typ-1-Diabetes und ihre Familien. „Ich bin ein großer Freund davon, dass es nicht immer nur um den Diabetes geht. Die Kinder sollen einfach Kinder sein können.“

Insgesamt kamen von der Industrie dieses Jahr 100.000 Euro zusammen. Die spendenden Unternehmen waren Abbott, Boehringer Ingelheim, Neubourg Skin Care, Insulet, Essity, Healthcare Convention, mylife Diabetes Care und Grünenthal. Die Diabetes-Charity-Gala allgemein unterstützten dieses Jahr die Unternehmen und Krankenkasse Abbott, Boehringer Ingelheim, Dexcom, IKK classic, MedTriX Group, MiniMed, Omnipod und Thieme.

Eine große Gruppe von Vertreterinnen und Vertretern der Industrie steht zusammen mit den prominenten Gästen auf der Bühne der Diabetes-Charity-Gala und hält zahlreiche Spendenschecks in die Höhe.
Von der Industrie kamen insgesamt 100.000 Euro für die beiden Spendenprojekte zusammen. | Foto: diabetesDE / Weiss
Dr. Jens Kröger und Nicole Mattig-Fabian stehen auf der Bühne neben einer Leinwand mit den Logos der unterstützenden Unternehmen Abbott, Boehringer Ingelheim, Dexcom, IKK classic, MedTriX Group, Minimed, Omnipod 5 und Thieme.
Die Liste der Unternehmen, die die Diabetes-Charity-Gala in diesem Jahr unterstützt haben. | Foto: diabetesDE / Weiss

Als Medienpartner begleiteten der „Diabetes-Anker“, „Bunte“ und „Gut leben mit Diabetes“ die Veranstaltung.

Prominente stehen zu ihrem Diabetes: „Du, Diabetes, bist mein Partner“

Einige Prominente, selbst mit Diabetes lebend oder mit einem familiären Bezug, bereicherten die Gala. So sagte zum Beispiel Moderator Jörg Draeger zu seiner chronischen Erkrankung: „Du, Diabetes Typ 2, bist nicht mein Feind – du bist mein Partner.“ Journalistin Anke Harnack berichtete, wie es ihr mit medikamentöser Unterstützung gelungen ist, in 15 Monaten 55 Kilogramm abzunehmen.

Jörg Draeger und Anke Harnack sitzen auf der Bühne an einem blumengeschmückten Tisch unter dem Schriftzug „Ich steh auf!“ und sprechen ins Mikrofon, neben ihnen Dr. Jens Kröger und Nicole Mattig-Fabian.
Moderator Jens Draeger und Journalistin Anke Harnack. | Foto: diabetesDE / Weiss
Anna Fernstädt, Janine Kunze und Hubert Fella sitzen mit Dr. Jens Kröger und Nicole Mattig-Fabian an einem blumengeschmückten Tisch auf der Bühne unter dem Schriftzug „Ich steh auf!“, Fella spricht gerade ins Mikrofon.
Skeleton-Olympionikin Anna Fernstädt, Schauspielerin Janine Kunze und Reality-Star Hubert Fella. | Foto: diabetesDE / Deckbar

Und Skeleton-Olympionikin Anna Fernstädt rief Bewunderung hervor, wie sie es geschafft hatte, zehn Tage nach der Diagnose ihres Typ-1-Diabetes nach China zu reisen und dort an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Die Quintessenz zog gewissermaßen die mit Typ-1-Diabetes lebende Lina Patti mit der letzten Zeile ihres Poetry Slams: „Zahlen beschreiben unseren Stoffwechsel, aber nicht unseren Wert als Mensch!“ Großer Beifall war ihr gewiss!

Lina Patti steht mit Notizen am Mikrofon auf der Bühne. Neben ihr hält eine Moderatorin einen Umschlag in den Händen.
Lina Patti trug einen emotionalen Poetry Slam vor. | Foto: diabetesDE / Deckbar
Gäste tanzen dicht gedrängt auf der Tanzfläche der Diabetes-Charity-Gala. Violettes und pinkes Licht beleuchtet den Raum.
Nach dem offiziellen Programm ging es auf der Tanzfläche weiter. | Foto: diabetesDE / Weiss

von Dr. med. Katrin Kraatz

Dr. med. Katrin Kraatz ist Ärztin, Medizin-Redakteurin und lebt seit ihrer Kindheit mit Typ-1-Diabetes. Sie arbeitet seit über 20 Jahren mit am Diabetes-Anker (vormals Diabetes-Journal) und ist seit 2021 zusammen mit Prof. Haak Chefredakteurin der Zeitschrift. Darüber hinaus schreibt Dr. Kraatz auch für weitere Diabetes-Medien aus dem Hause MedTriX.

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  • mr postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?