- Leben mit Diabetes
Lauber-Methode: Der Diabetes als Chance
4 Minuten
Erfolgreich bekämpfen seit zwölf Jahren Typ-2-Diabetiker ohne Medikamente ihren Zucker mit der von Hans Lauber entwickelten Methode. Ärzte loben den eigenverantwortlichen Weg aus Messen, Essen und Laufen – und prophezeien der Methode eine große Zukunft.
Der Schock saß tief: “Sie haben einen manifesten Diabetes mellitus vom Typ 2”, sagte mein Arzt – und verordnete Tabletten. Das war 1999. Ein Jahr später hatte ich meinen Zucker besiegt. Bis heute habe ich gute Werte, brauche keine Medikamente mehr. Was war passiert?
Die Diagnose: ein Weckruf!
Nach dem ersten Schock war die Diabetes-Diagnose für mich ein Weckruf. Den Diabetes begriff ich nicht als Krankheit, sondern als Chance: Endlich ging ich mit Anfang 50 energisch gegen meine 20 Kilo Übergewicht vor; endlich joggte ich regelmäßig; endlich wechselte ich von zu süß, zu fett essen zu einer leichten, saisonalen Gemüseküche mit viel Fisch, wenig Fleisch; endlich fing ich an, regelmäßig den Blutzucker zu messen – um mich durch die langsam sinkenden Blutzuckerwerte immer wieder zu motivieren.
Ich wurde schlanker, lebte gesünder als meine gleichaltrigen Freunde. Als ich dann ein Buch über meine erfolgreiche Methode aus Messen. Essen. Laufen schrieb, nannte ich es Fit wie ein Diabetiker.
Aktienten statt Patienten
Das Buch erschien 2002 im Kirchheim-Verlag: Es ist mit 50 000 verkauften Exemplaren einer der erfolgreichsten Diabetes-Ratgeber. Wie kam’s zu dem Erfolg? Ausschlaggebend sind zwei Dinge: die These „Diabetes als Chance“ und „Aktienten statt Patienten“. Denn ich sehe mich nicht als passiven Patienten, sondern als aktiven Aktienten. Ein Aktient, der seinen Zucker als Glück sieht, um endlich Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen.
“Verblüffend einfach ist diese Methode”, sagte mir kürzlich eine Journalistin und fragte: “Warum machen das nicht alle?” Ja, die Methode ist einfach (siehe Schaubild):
Motivierender Dreiklang
Es ist ein Dreiklang aus motivierend messen, echt essen und lustvoll laufen. Basis ist eine regelmäßige Messung des Blutzuckers. Diabetes tut nicht weh – aber der Typ-2-Diabetes kann zum Beispiel Augen und Nieren schwer schädigen. Für mich ist die Blutzuckermessung unverzichtbar zur Motivation: Nur wer weiß, wo er steht, kann handeln – selbst wenn die Kassen die Blutzuckerteststreifen oft nicht bezahlen.
Intelligent essen
Das intelligente Essen ist ganz entscheidend im Kampf gegen den Lifestyle-Diabetes. Hier empfehle ich möglichst heimische und saisonale Produkte mit einem Fokus auf Gemüse und Salat – und weitgehend auf Süßes zu verzichten. Ratsam ist es, selbst zu kochen, das Frühstück als wichtigste Mahlzeit des Tages zu achten und abends möglichst wenig zu essen. Ein Wegweiser zu einer optimalen Diabetes-Ernährung bietet Schlemmen wie ein Diabetiker, wo es für 100 diabetesgeeignete Lebensmittel wie Topinambur und für 15 natürliche Zucker-Balancierer wie Bockshornklee Rezepte gibt.
Nur wer sich regelmäßig bewegt, kann den Zucker nachhaltig besiegen und in das Stadium der Disposition zurückdrängen. Wobei: Es geht weniger um Sport, sondern um die Lust am Laufen, am Radfahren oder am Bergwandern. Älteren empfehle ich, im Fitness-Studio Muskeln aufzubauen, um schlank zu bleiben.
Klingt einfach – warum machen es nicht alle?
Klingt in der Tat einfach. Aber warum machen es dann nicht alle? Warum gibt es jedes Jahr über 300.000 neue Typ-2-Diabetiker? Ich versuche zwei Antworten:
1. Als Einzelfall werde ich oft betrachtet, gerne auch als Exot abgestempelt. Doch längst hat die Wissenschaft in großen Studien bewiesen, dass ein eigenverantwortlicher Weg möglich ist. So hat die Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS) ausgerechnet, dass von den bald 10 Millionen Lifestyle-Diabetikern allein in Deutschland rund drei bis vier Millionen durch Lebensstil-Interventionen mit weniger oder gar keinen Medikamenten ihren Zucker zähmen können. Natürlich ist das kein einfacher Weg, dauert das oft viele Monate. Aber es ist machbar, es muss nur gewollt werden!
2. “Ein Krankheits- statt ein Gesundheitssystem haben wir”, sagt Prof. Rüdiger Landgraf von der DDS und meint: “Prävention hat keine Lobby.” Das stimmt. Über “Aktienten” schütteln die meisten Ärzte den Kopf, sie fordern nicht energisch genug die Änderung der Lebensgewohnheiten ein – auch weil sie dafür nicht honoriert werden. Und die elektronischen Verlockungen fördern die allgemeine Trägheit.
Generell begünstigt unser Lebensstil den Diabetes. Überall und immer gibt es etwas zu essen – das dann oft und dickmachend hinuntergeschlungen wird. Viele wissen nicht, was in den Lebensmitteln drin ist – und haben keine wirkliche Chance, es leicht zu erfahren. Eine nützliche und von Wissenschaftlern geforderte Lebensmittelampel wurde kürzlich verhindert.
“Langfristig bin ich optimistisch!”
Meine Perspektive ist optimistisch: Die ausufernden Diabetes-Kosten bedrohen zwar unser Gesundheitssystem – daraus folgt aber auch, dass Alternativen zu den herkömmlichen Wegen notwendig werden. Auch äußern immer mehr Menschen den Wunsch, ihren Lifestyle-Diabetes ohne Medikamente niederzuringen, wie unzählige Zuschriften zu meinen Büchern bestätigen.
“Hanswurst” und Wein
Sicher, es wird noch eine Weile dauern, bis wir eine präventive Gesellschaft werden. Ich bin aber überzeugt, dass ich noch viel Raum bekommen werde, mit meinem Ansatz möglichst vielen Menschen zu helfen. Wobei mir sicher zugutekommt, dass ich keine Askese predige – denn die kann kein Mensch durchhalten. Vielmehr lasse ich dem guten Leben so viel Raum wie möglich, empfehle gerne ein Glas trockenen Wein.
Auch habe ich aus der von vielen so geliebten Currywurst die Hanswurst gemacht. Darin schlummert blutzuckerbalancierender Bockshornklee. Wein ist auch Genuss, weshalb im Frankfurter Diabetes Garten von Prof. Kristian Rett und mir eine Rebe wächst. Prof. Rett: “Die Lauber-Methode verbindet ideal Gesundheit und Genuss”.
3 Fragen an Hans Lauber: Wo liegen Potentiale der Methode?
Diabetes-Journal (DJ): Wie viele Menschen können von Ihrer Methode profitieren?
Hans Lauber: In “Zucker zähmen” rechnet Prof. Rüdiger Landgraf vor, dass bei 3 bis 4 Millionen Menschen eine Lebensstil-Intervention erfolgreich sein könnte. Das ist natürlich nicht nur meine Methode, aber ich sehe da ein großes Potential für meinen Weg.
DJ: Was kann Ihren Weg befördern?
Lauber: Es werden die ausufernden Kosten der Diabetes-Explosion sein, die nach Ansicht von Prof. Landgraf bald unser Gesundheitssystem sprengen werden. Schon heute können oder wollen die Kassen moderne Diabetes-Medikamente wie GLP-1-
Analoga immer seltener bezahlen. Das eröffnet meinem Ansatz ohne Medikamente ganz natürliche Chancen.
DJ: Was spornt Sie an, weiter an Ihrer Methode zu arbeiten?
Lauber: Nicht immer lief es so rund; oft schon wollte ich aufhören. Aber da haben mich immer wieder die Leserbriefe motiviert. Insgesamt fast tausend Leute haben mir geschrieben, haben mich ermutigt, haben eigene Erfahrungen mit der Methode geschildert – Wissen, das ich zur Weiterentwicklung meines Ansatzes genutzt habe.
von Hans Lauber
- E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
- Internet: www.lauber-methode.de
Mehr von Hans Lauber lesen:
- Laubers Kolumne – alle Beiträge in der Übersicht
- Echt essen – Hans Lauber stellt jeden Monat ein Gasthaus mit regionalem und nachhaltigem Ansatz vor
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (11) Seite 52-55
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 5 Tagen, 21 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 4 Tagen, 18 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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