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Diabetes-Kurzgeschichte: Der kleine Melli und ich – alle Blicke sind auf mich gerichtet
3 Minuten
Der neueste Teil der Diabetes-Kurzgeschichtenserie Melli und ich: Nina bemerkt, dass sie im Café wegen einer Insulininjektion in den Fokus anderer Gäste rückt: “Ich will nicht angestarrt werden. Ich will einfach nur meinen Kuchen essen.”
Mit einem Lächeln auf den Lippen schließe ich die Augen und genieße die sanften Sommerstrahlen. Die ganze Woche über hat es geregnet, doch heute ist ein wunderschöner warmer Sommertag. Und so haben Melli und ich beschlossen, eine Fahrradtour zu machen und uns in ein Café zu setzen.
Wir haben Glück, denn wir bekommen den letzten Tisch. Die Stadt ist heute unfassbar voll; ringsherum schlendern Paare an Schaufenstern vorbei, Kinder toben durch die Gassen, vereinzelt huscht eine Katze oder ein Hund vorbei. Überall schaut man in strahlende Gesichter, es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Das Leben kann doch so schön sein!
Die Diabetes-Kurzgeschichten-Reihe „Der kleine Melli und ich“ – der Hintergrund
Melli ist ein kleiner Junge, der mit Nina, einer jungen erwachsenen Frau, zusammenlebt. Die beiden Protagonisten der Diabetes-Kurzgeschichtenreihe geraten im Alltag immer wieder in Konflikt: beim Essen, beim Sport etc.
Autorin Lena Schuster ist Psychologin und hat seit 2014 Typ-1-Diabetes. Ihr Bruder hat seit der Kindheit ebenfalls Typ-1-Diabetes, deshalb ist ihr auch der Einfluss der Stoffwechselerkrankung auf die Familie gut bekannt. Zu ihren Kurzgeschichten sagt sie: „Für mich ist der Diabetes vergleichbar mit dem kleinen Melli, den man oft zu gerne ignorieren möchte, doch das geht leider nicht. Denn ignoriert man den Diabetes, ist er wie ein schreiendes Kind, das einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Kümmert man sich jedoch um den Diabetes, so macht einen das stark – und man erkennt, dass man bereit ist, auch andere Probleme des Lebens zu bewältigen.“
➤ hier gibt es alle Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli
Na, was gönnen wir uns heute?
Schließlich wende ich mich lächelnd Melli zu und frage: “Na, was gönnen wir uns denn heute? Einen Eisbecher? Oder doch lieber einen Erdbeerkuchen mit Sahne?” Er schaut mich begeistert an und antwortet: “Erdbeerkuchen mit Sahne.” Wir bestellen zwei davon, dazu eine Kanne Kaffee.
Es dauert eine Weile, bis die Kellnerin unser Essen bringt. Als es endlich da ist, will ich mich sofort auf den Kuchen stürzen: Er sieht so unglaublich lecker aus! Doch gerade, als ich den ersten Bissen genüsslich verschlingen will, bremst Melli mich aus. “Nina, du musst dich doch vorher spritzen. Sonst hast du später wieder so schlechte Werte.”
Ein bisschen verärgert lege ich das Stück Kuchen wieder auf den Teller. Nie hat man mal eine Sekunde Ruhe! Immer wird man gestört. Doch ärgern bringt nichts, schließlich hat Melli recht. Und so greife ich zu meiner Tasche und suche nach meinem Pen. Ich hole ihn heraus, wechsle noch kurz die Kanüle, ziehe mein T-Shirt hoch und spritze mir die entsprechende Menge Insulin.
Als ich fertig bin, schaue ich auf und bemerke, dass mich eine Gruppe Touristen, die am Nebentisch sitzt, anstarrt. Ich blicke in entgeisterte, verwunderte Gesichter. Es macht mich nervös. Warum sehen mich alle an? Was ist los? Unsicher beuge ich mich zu Melli. “Sag mal, habe ich irgendetwas im Gesicht? Oder warum beobachten mich alle?” Schüchtern blicke ich wieder zum Nebentisch. Es sind immer noch alle Blicke auf mich gerichtet. Ich werde unruhig.
“Sie tun Ihrem Körper nichts Gutes!”
Ich will nicht angestarrt werden. Ich will doch einfach nur meinen Kuchen genießen. Plötzlich beugt sich eine Frau der Gruppe zu mir und sagt: “Wissen Sie, Sie tun Ihrem Körper mit dem Kuchen nichts Gutes. Ich weiß, wovon ich spreche. Eine Kollegin hat auch Diabetes und sie isst nichts Süßes. Das finde ich auch vernünftig.”
Kaum hat sie es ausgesprochen, platzt mir der Kragen! Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was bildet sie sich eigentlich ein? Mir einfach reinzureden? Dabei kennt sie mich doch gar nicht. Und wirklich Ahnung hat sie auch nicht! Wie kann sie es wagen, mich vor so vielen Leuten zu belehren? Wut steigt in mir hoch. Ich bin empört: “Sie wissen doch gar nicht, wovon Sie da sprechen. Sie haben doch gar keine Ahnung. Kümmern Sie sich doch um Ihre eigenen Probleme.”
Grantig drehe ich mich zu Melli und bemerke: “Komm, wir gehen. Das müssen wir uns doch nicht gefallen lassen! So eine Frechheit.”
Kommentar der Autorin:
Der Diabetes bringt uns manchmal in schwierige Situationen. Nina möchte mit Melli einfach nur den sonnigen Tag in einem Café genießen, doch plötzlich bekommt sie die Aufmerksamkeit des Nebentisches – und das nur, weil sie sich spritzt. Das ist sehr unangenehm für Nina, und sie wird immer nervöser. Als schließlich eine Frau Nina Ratschläge geben will, rastet sie aus und möchte nur noch flüchten.
Von anderen bewertet zu werden, ohne dass sie Kenntnisse über einen selbst und über die Krankheit haben, ist lästig. Viele geben einem das Gefühl, dass sie es besser wissen. Am Ende ist jedoch wichtig, wie ich mit dem Diabetes umgehe – und nicht, wie andere wollen, dass ich damit umgehe. Entscheidend ist, wie es mir mit der Krankheit geht, und nicht, wie andere Menschen darüber denken. Von Bedeutung für mich ist: Wie sehe ich mich? Was erwarte ich von mir? Und was möchte ich bei dem und mit dem Diabetes erreichen?
➤ weitere Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli
von Lena Schuster
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (8) Seite 36-37
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 15 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 5 Tagen, 14 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 5 Tagen, 12 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 4 Tagen, 9 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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