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Erfahrungsbericht von Maximilian Budde: Portugal – ich komme!
4 Minuten

Gut vorbereitet in Hinblick auf seinen Typ-1-Diabetes, fliegt Maximilian Budde nach Portugal in den Urlaub. Dort wartet manche Herausforderung auf ihn und sein Hybrid-Closed-Loop-System, das seine Glukosewerte steuert. Hier gibt es seinen Erfahrungsbericht.
Nach Portugal sollte es dieses Mal in den Urlaub gehen. Um genügend Equipment für meinen Typ-1-Diabetes dabeizuhaben, hatte ich Folgendes im Gepäck: drei Sensoren fürs kontinuierliche Glukose-Monitoring (CGM), eine Packung mit Zubehör für meine Insulinpumpe, Keton-Teststreifen, Blutzucker-Teststreifen und ein Schreiben von meinem Diabetologen, was ich für meine Reise im Gepäck haben muss. Das Insulin war in zwei Kühltaschen im Handgepäck.
Steckbrief von Maximilian Budde
Alter: 28 Jahre
Beruf: Service Agent
Diabetes Typ 1 seit: 2018
Hobbys: Mountainbiken, Lesen, Reisen, Fotografieren von Flugzeugen
Lebensmotto: “Lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben”
Kontakt: maximilian.budde@gmx.de

Abtasten und Test auf Sprengstoff
Am Flughafen Frankfurt angekommen, eingecheckt und Koffer aufgegeben, ging es zur Sicherheitskontrolle. Dort durfte ich die neuen Kontroll-Geräte testen, bei denen man elektronische Geräte und Flüssigkeiten nicht herauszunehmen braucht. Wegen meiner Insulinpumpe inklusive Sensor am Arm wurde ich vom Sicherheitspersonal abgetastet und es wurde ein Test auf Sprengstoff durchgeführt. Da ich selbst am Flughafen im Betreuungsdienst arbeite, war das für mich nichts Neues.
Anderen noch beim Einsteigen geholfen
Nun ging ich zum Gate. Meine Glukosewerte waren die ganze Zeit im Zielbereich. Nach drei Stunden Wartezeit und zwei Flugsteig-Wechseln durfte ich noch zwei Passagieren beim Einsteigen behilflich sein aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit.
Entspannte Glukosewerte
Nun ging es los über Luxemburg, Paris, Nantes, den Golf von Biskaya und Nordspanien nach Porto. Während des Flugs blieben meine Glukosewerte entspannt und ich gönnte mir eine Laugenbrezel und ein Glas Wein. Der Flug war ein Traum. Am Flughafen in Porto angekommen, stellte ich alle Uhren und Geräte eine Stunde zurück wegen der Zeitverschiebung – alles kein Problem.
Am ersten Abend konnte ich auf der Ponte Dom Luís I einen großartigen Sonnenuntergang genießen. Im Anschluss ging es ins Hard Rock Café. Dort musste der Loop auf Höchstleistung arbeiten trotz Salat und Portwein. Morgens waren die Glukosewerte im Zielbereich. Zum Frühstück gab es im Hotel eine große Auswahl: Ich aß zwei Brötchen, Rührei mit Speck, Obstsalat und trank zwei Tassen Cappuccino.
Porto zu Fuß erkunden
Danach ging es raus, Porto erkunden. Porto ist eine schöne Stadt, wo man vieles zu Fuß erkunden kann. Aber man sollte genügend “Hypo-Snacks” mitnehmen und den Loop so einrichten, dass man nicht in Unterzucker gerät.
Lissabon mit Tuk-Tuk und Pastéis
Nach vier Tagen in Porto ging es nach Lissabon: vier Stunden mit dem Zug. Die Landschaft hat viel zu bieten: vom Strand bis zu Weinplantagen und kleinen Städten mit alter Bausubstanz.
In Lissabon machte ich auch eine vierstündige Tour mit der Autorikscha, genannt Tuk-Tuk. Mein Fahrer zeigte mir neben Historischem und Aussichtspunkten auf die tolle Stadt die Spezialität Pastéis de Belém. Dabei handelt es sich um ein kleines Törtchen aus Blätterteig mit Puddingfüllung, welches man mit Zimt und Puderzucker isst – was meinen Glukosewerten leichte Probleme bereitete. Aber diese bekam der Loop im Laufe des Tages wieder in den Griff.
Traumhaft: die Ponte 25 de Abril
Auch in Lissabon ging ich an vielen Abenden ins Hard Rock Café. Wie in Porto nahm man auch hier nach dem Abendessen ein T-Shirt mit als Andenken. An einem der Abende ging ich am Hafen in ein Fischrestaurant. Beim Betreten des Lokals bekam ich eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Ich wurde aber “entschädigt”: Der Blick auf die Ponte 25 de Abril war traumhaft. Sie sieht auf den ersten Blick aus wie die Golden Gate Bridge in San Francisco.
Lissabon ist eine schöne Stadt, wo man sehr günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann. Auch zu Fuß kann man im Zentrum viel erkunden. Aber natürlich habe ich in den fünf Tagen hier auch die Tram 28 benutzt. Auf der Strecke fahren historische Wagen und eine Fahrt mit ihnen gehört einfach zu einem Besuch in Lissabon.
Am 18. Oktober war mein Tag der Abreise. Am Flughafen angekommen, gab ich mein Gepäck auf und checkte ein. Dabei wurde mir die Bordkarte ausgehändigt – aber darauf stand kein Abflug-Gate. Das kannte ich als Flughafen-Mitarbeiter aus Frankfurt so nicht. Am Serviceschalter teilte man mir mit, dass man dies eine Stunde vor dem Boarding auf einer Anzeigetafel erfahre. Ich ging dann zur Sicherheitskontrolle. Dort ging alles glatt wie in Frankfurt, auch einen Test auf Sprengstoff musste ich wieder machen.

Einmal durch den halben Flughafen
Da ich vier Stunden Aufenthalt am Flughafen hatte, schaute ich, wo ich einen Cappuccino trinken könnte in der Nähe meiner Gates. Auch wenn der Cappuccino, den ich bekam, nicht zu empfehlen war, war es die Aussicht auf das Vorfeld und die Start- und Landebahn. Die Glukosewerte passten, auch nach dem Trubel am Morgen. So gönnte ich mir dort noch zwei Sandwiches. Als das Gate mitgeteilt wurde, musste ich durch den halben Flughafen dorthin laufen.
Blick ins Cockpit nach der Landung
Im Flieger angekommen, fragte ich den Flugbegleiter, ob ich nach der Landung in Frankfurt ins Cockpit schauen könnte. Dies wurde erlaubt. Der Flug war sehr schön und meine Glukosewerte waren wieder sehr entspannt. Der Sonnenuntergang, den ich beobachten konnte, war herrlich. In Frankfurt angekommen, durfte ich also beim Aussteigen ins Cockpit schauen. Da ich an diesem Tag Geburtstag hatte, gratulierte mir der Flugkapitän noch persönlich. Bei der Ankunft in Frankfurt standen zwei Kollegen und gratulierten mir ebenfalls zum Geburtstag, worüber ich mich sehr freute.

Am Gepäckband wurde meine Geduld getestet: Mein Koffer wurde, wie mir mitgeteilt wurde, falsch verladen in einen Transit-Container. Aber nach weiteren 25 Minuten kam mein Koffer am selben Gepäckband doch noch an. Mein Fazit zum Flughafen in Lissabon: Dort läuft nach meinem Eindruck vieles chaotischer und weniger professionell ab als in Frankfurt. Aber ich würde jederzeit wieder nach Portugal fliegen.
von Maximilian Budde
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (2) Seite 42-43
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
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Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
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