Erfahrungsbericht von Maximilian Budde: Portugal – ich komme!

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© Maximilian Budde
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Erfahrungsbericht von Maximilian Budde: Portugal – ich komme!

Gut vorbereitet in Hinblick auf seinen Typ-1-Diabetes, fliegt Maximilian Budde nach Portugal in den Urlaub. Dort wartet manche Herausforderung auf ihn und sein Hybrid-Closed-Loop-System, das seine Glukosewerte steuert. Hier gibt es seinen Erfahrungsbericht.

Nach Portugal sollte es dieses Mal in den Urlaub gehen. Um genügend Equipment für meinen Typ-1-Diabetes dabeizuhaben, hatte ich Folgendes im Gepäck: drei Sensoren fürs kontinuierliche Glukose-Monitoring (CGM), eine Packung mit Zubehör für meine Insulinpumpe, Keton-Teststreifen, Blutzucker-Teststreifen und ein Schreiben von meinem Diabetologen, was ich für meine Reise im Gepäck haben muss. Das Insulin war in zwei Kühltaschen im Handgepäck.

Steckbrief von Maximilian Budde

Alter: 28 Jahre
Beruf: Service Agent
Diabetes Typ 1 seit: 2018
Hobbys: Mountainbiken, Lesen, Reisen, Fotografieren von Flugzeugen
Lebensmotto: “Lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben”
Kontakt: maximilian.budde@gmx.de

Maximilian Budde (Foto: privat)

Abtasten und Test auf Sprengstoff

Am Flughafen Frankfurt angekommen, eingecheckt und Koffer aufgegeben, ging es zur Sicherheitskontrolle. Dort durfte ich die neuen Kontroll-Geräte testen, bei denen man elektronische Geräte und Flüssigkeiten nicht herauszunehmen braucht. Wegen meiner Insulinpumpe inklusive Sensor am Arm wurde ich vom Sicherheitspersonal abgetastet und es wurde ein Test auf Sprengstoff durchgeführt. Da ich selbst am Flughafen im Betreuungsdienst arbeite, war das für mich nichts Neues.

Anderen noch beim Einsteigen geholfen

Nun ging ich zum Gate. Meine Glukosewerte waren die ganze Zeit im Zielbereich. Nach drei Stunden Wartezeit und zwei Flugsteig-Wechseln durfte ich noch zwei Passagieren beim Einsteigen behilflich sein aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit.

Entspannte Glukosewerte

Nun ging es los über Luxemburg, Paris, Nantes, den Golf von Biskaya und Nordspanien nach Porto. Während des Flugs blieben meine Glukosewerte entspannt und ich gönnte mir eine Laugenbrezel und ein Glas Wein. Der Flug war ein Traum. Am Flughafen in Porto angekommen, stellte ich alle Uhren und Geräte eine Stunde zurück wegen der Zeitverschiebung – alles kein Problem.

Am ersten Abend konnte ich auf der Ponte Dom Luís I einen großartigen Sonnenuntergang genießen. Im Anschluss ging es ins Hard Rock Café. Dort musste der Loop auf Höchstleistung arbeiten trotz Salat und Portwein. Morgens waren die Glukosewerte im Zielbereich. Zum Frühstück gab es im Hotel eine große Auswahl: Ich aß zwei Brötchen, Rührei mit Speck, Obstsalat und trank zwei Tassen Cappuccino.

Porto zu Fuß erkunden

Danach ging es raus, Porto erkunden. Porto ist eine schöne Stadt, wo man vieles zu Fuß erkunden kann. Aber man sollte genügend “Hypo-Snacks” mitnehmen und den Loop so einrichten, dass man nicht in Unterzucker gerät.

Lissabon mit Tuk-Tuk und Pastéis

Nach vier Tagen in Porto ging es nach Lissabon: vier Stunden mit dem Zug. Die Landschaft hat viel zu bieten: vom Strand bis zu Weinplantagen und kleinen Städten mit alter Bausubstanz.

In Lissabon machte ich auch eine vierstündige Tour mit der Autorikscha, genannt Tuk-Tuk. Mein Fahrer zeigte mir neben Historischem und Aussichtspunkten auf die tolle Stadt die Spezialität Pastéis de Belém. Dabei handelt es sich um ein kleines Törtchen aus Blätterteig mit Puddingfüllung, welches man mit Zimt und Puderzucker isst – was meinen Glukosewerten leichte Probleme bereitete. Aber diese bekam der Loop im Laufe des Tages wieder in den Griff.

Traumhaft: die Ponte 25 de Abril

Auch in Lissabon ging ich an vielen Abenden ins Hard Rock Café. Wie in Porto nahm man auch hier nach dem Abendessen ein T-Shirt mit als Andenken. An einem der Abende ging ich am Hafen in ein Fischrestaurant. Beim Betreten des Lokals bekam ich eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Ich wurde aber “entschädigt”: Der Blick auf die Ponte 25 de Abril war traumhaft. Sie sieht auf den ersten Blick aus wie die Golden Gate Bridge in San Francisco.

Lissabon ist eine schöne Stadt, wo man sehr günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann. Auch zu Fuß kann man im Zentrum viel erkunden. Aber natürlich habe ich in den fünf Tagen hier auch die Tram 28 benutzt. Auf der Strecke fahren historische Wagen und eine Fahrt mit ihnen gehört einfach zu einem Besuch in Lissabon.

In Porto war es wunderschön. | Foto: privat

Am 18. Oktober war mein Tag der Abreise. Am Flughafen angekommen, gab ich mein Gepäck auf und checkte ein. Dabei wurde mir die Bordkarte ausgehändigt – aber darauf stand kein Abflug-Gate. Das kannte ich als Flughafen-Mitarbeiter aus Frankfurt so nicht. Am Serviceschalter teilte man mir mit, dass man dies eine Stunde vor dem Boarding auf einer Anzeigetafel erfahre. Ich ging dann zur Sicherheitskontrolle. Dort ging alles glatt wie in Frankfurt, auch einen Test auf Sprengstoff musste ich wieder machen.

Die Bordkarte ohne Gate-Angabe war ungewöhnlich. | Foto: privat
Die Bordkarte ohne Gate-Angabe war ungewöhnlich. | Foto: privat

Einmal durch den halben Flughafen

Da ich vier Stunden Aufenthalt am Flughafen hatte, schaute ich, wo ich einen Cappuccino trinken könnte in der Nähe meiner Gates. Auch wenn der Cappuccino, den ich bekam, nicht zu empfehlen war, war es die Aussicht auf das Vorfeld und die Start- und Landebahn. Die Glukosewerte passten, auch nach dem Trubel am Morgen. So gönnte ich mir dort noch zwei Sandwiches. Als das Gate mitgeteilt wurde, musste ich durch den halben Flughafen dorthin laufen.

Blick ins Cockpit nach der Landung

Im Flieger angekommen, fragte ich den Flugbegleiter, ob ich nach der Landung in Frankfurt ins Cockpit schauen könnte. Dies wurde erlaubt. Der Flug war sehr schön und meine Glukosewerte waren wieder sehr entspannt. Der Sonnenuntergang, den ich beobachten konnte, war herrlich. In Frankfurt angekommen, durfte ich also beim Aussteigen ins Cockpit schauen. Da ich an diesem Tag Geburtstag hatte, gratulierte mir der Flugkapitän noch persönlich. Bei der Ankunft in Frankfurt standen zwei Kollegen und gratulierten mir ebenfalls zum Geburtstag, worüber ich mich sehr freute.

Nach der Landung durfte ich einen Blick ins Cockpit werfen. | Foto: privat

Am Gepäckband wurde meine Geduld getestet: Mein Koffer wurde, wie mir mitgeteilt wurde, falsch verladen in einen Transit-Container. Aber nach weiteren 25 Minuten kam mein Koffer am selben Gepäckband doch noch an. Mein Fazit zum Flughafen in Lissabon: Dort läuft nach meinem Eindruck vieles chaotischer und weniger professionell ab als in Frankfurt. Aber ich würde jederzeit wieder nach Portugal fliegen.


von Maximilian Budde

Maximilian Budde ist Jahrgang 1996 und lebt seit 2018 mit Typ-1-Diabetes. Er ist Landesbeauftragter für Baden-Württemberg beim Deutschen Diabetiker Bund (DDB). Für den Diabetes-Anker hat er einen Reisebericht über einen Trip nach Portugal verfasst.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (2) Seite 42-43

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  • stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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