Kolumne | Zum guten Schluss: Fokus auf individuelle Fähigkeiten statt Sonderbehandlung

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© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Fokus auf individuelle Fähigkeiten statt Sonderbehandlung

In ihrem aktuellen Kolumnen-Beitrag macht sich Jana Einser Gedanken darüber, ob eine Sonderbehandlung für Menschen mit Typ-1-Diabetes – bspw. mehr Zeit für Prüfungen – noch gerecht sind. Oder es nicht zeitgemäßer wäre, dass individuelle Fähigkeiten zählen und alle dementsprechend lernen können sollten.

Brauche ich als Mensch mit Typ-1-Diabetes, oder auch mit jedem anderen Typ, im Alltag eine besondere Behandlung? Das frage ich mich immer wieder, wenn ich lese, dass Kinder mit Diabetes mehr Zeit für Klassenarbeiten bekommen als Kinder ohne die chronische Krankheit. Auch von Prüfungen im Studium wird das immer wieder berichtet, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Als ich in der Schule war, wäre in meiner Familie und auch in den Schulen, in denen ich war, niemand auf solch eine Idee gekommen. Für meine Eltern und mich war klar, dass ich die Schule durchlaufe wie meine Klassenkameradinnen und -kameraden – ohne Sonderbehandlung. Warum? Zugegeben, ich bin relativ gescheit auf die Welt gekommen, wie mir immer wieder gesagt wird.

Das hat mir in der Schule auf jeden Fall die Sache erleichtert. Aber falls ich in einer Klassenarbeit mal eine Unterzuckerung gehabt haben sollte, wäre das eben so gewesen. Auch manchem Mitschüler oder mancher Mitschülerin ging es sicher während einer Klassenarbeit aus anderen Gründen hin und wieder nicht gut. Hinzu kommt, dass ich damals meine Blut- oder Gewebezuckerwerte gar nicht messen konnte und so auch keine Unterzuckerung hätte belegen können. Aber es war eben auch nie ein Thema.

Wieso darf nicht jeder nach den eigenen Fähigkeiten lernen?

Wenn der Diabetes manches Mal eine solche Sonderrolle zugesprochen bekommt, wenn es um Prüfungen geht, warum dürfen dann nicht auch Kinder, die vielleicht immer länger benötigen zum Lösen einer Aufgabe, mehr Zeit für die Klassenarbeiten bekommen? Das wäre dann doch nur gerecht, oder? Eine solche Diskussion wird es aber wohl in unserer an Leistung orientierten Gesellschaft nicht geben. Da versuchen sehr viele, immer das Beste für sich herauszuholen, egal, ob andere wegen möglicher Einschränkungen auf der Strecke bleiben.

Das finde ich schade! Denn wäre es nicht schön, wenn jedes Kind, jeder Jugendliche und jeder Erwachsene nur nach seinen Fähigkeiten lernen könnte – und dabei immer das im Blick haben, was man kann, nicht, was man nicht kann? Bewertungen im Sinne von Noten, die oft sowieso nichts über die Fähig- und Fertigkeiten aussagen, wären dann nicht mehr nötig und auch nicht mehr sinnvoll. Wie viel freier wäre das Leben für jeden Einzelnen – und wie zufriedener könnten wir alle leben!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (7) Seite 82

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    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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