- Leben mit Diabetes
Kolumne | Zum guten Schluss: Mein Glas ist meist halb voll
2 Minuten
Typ-1-Diabetes, Glukose-Turbulenzen und dann auch noch Kortison: Jana Einser erzählt, warum ihr „Glas meist halb voll“ bleibt. Ein AID-System bringt Ruhe in die Werte, Teamgeist im Job schafft Luft – und auf dem Balkon füllen Meisen und Eichhörnchen den Optimismus nach.
Welcher Typ sind Sie: der mit dem halb leeren Glas oder der mit dem halb vollen Glas? Ich liebe ganz klar das halb volle Glas. Sonst könnte ich mich längst im Bett verkriechen, die Decke über beide Ohren ziehen und nichts und niemanden an mich ranlassen!
Es ist ja nicht nur der Typ-1-Diabetes, der einen wiederholt am Tag beschäftigt und oft genug auch in der Nacht – obwohl ich durch mein Sytem zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System) deutlich mehr Ruhe habe vor den Glukose-Turbulenzen. Es sind ja auch weitere körperliche Beschwerden, die uns so gern begleiten und dann weitere Therapien nötig machen. Bei mir ist es gerade Kortison, das meine Werte ein bisschen durcheinanderbringt – aber hey, das AID-System macht auch hier einen erstaunlich guten Job! Deshalb ist auch hierbei mein Glas halb voll, denn da habe ich früher ganz anderes erlebt …
Wichtig: Dinge, die guttun, zu schätzen
Neben der eigenen Gesundheit tut sich aber noch viel mehr, zum Beispiel beruflich. Es ist wie meist sehr viel zu tun. Oft stellt sich mir die Frage, wie ich das alles schaffen soll. Ich richte dann den Blick aufs Ganze, sehe das Kollegium, das ganz toll zusammenarbeitet und immer dort unterstützt und einspringt, wo gerade richtig Not am Mann ist. Oft helfen auch die Gespräche in der Küche des Unternehmens, um wieder den Blick freizubekommen und zu sehen, dass und wie es weitergehen kann. Die Küche verlasse ich deshalb auch nur dann mit einem leeren Glas, wenn ich es am Abend vor dem Nachhausegehen abgewaschen habe …
Und wissen Sie, wo ich mir das Glas auch immer halb füllen kann? Beim Blick auf meinen Balkon. Es ist nicht so, dass hier viele Blumen blühen oder üppiges Grün wächst. Nein, hier lege ich immer verschiedene Nüsse in die Balkonkästen und stelle eine Schale mit Wasser hin.
Die Tiere in meiner Umgebung wissen das schon und sind dann ganz schnell da. Da holt sich eine Meise eine Nuss, hält sie mit ihren kleinen Krallen fest und pickt Stück für Stück ab. Ein Eichelhäher nimmt sich gleich eine ganze Nuss für sich und eine weitere für den Nachwuchs und fliegt davon. Und die Eichhörnchen knabbern genüsslich eine Nuss nach der anderen und nippen zwischendurch am Wasser. Das zu beobachten, erdet mich komplett und macht mein Glas dann noch mal richtig halb voll.

von Jana Einser
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 71 (7) Seite 82
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 22 Stunden, 35 Minuten
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 21 Stunden, 46 Minuten
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 19 Stunden, 47 Minuten
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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