Kolumne | Zum guten Schluss: Mein Glas ist meist halb voll

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Kolumne | Zum guten Schluss: Mein Glas ist meist halb voll

Typ-1-Diabetes, Glukose-Turbulenzen und dann auch noch Kortison: Jana Einser erzählt, warum ihr „Glas meist halb voll“ bleibt. Ein AID-System bringt Ruhe in die Werte, Teamgeist im Job schafft Luft – und auf dem Balkon füllen Meisen und Eichhörnchen den Optimismus nach.

Welcher Typ sind Sie: der mit dem halb leeren Glas oder der mit dem halb vollen Glas? Ich liebe ganz klar das halb volle Glas. Sonst könnte ich mich längst im Bett verkriechen, die Decke über beide Ohren ziehen und nichts und niemanden an mich ranlassen!

Es ist ja nicht nur der Typ-1-Diabetes, der einen wiederholt am Tag beschäftigt und oft genug auch in der Nacht – obwohl ich durch mein Sytem zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System) deutlich mehr Ruhe habe vor den Glukose-Turbulenzen. Es sind ja auch weitere körperliche Beschwerden, die uns so gern begleiten und dann weitere Therapien nötig machen. Bei mir ist es gerade Kortison, das meine Werte ein bisschen durcheinanderbringt – aber hey, das AID-System macht auch hier einen erstaunlich guten Job! Deshalb ist auch hierbei mein Glas halb voll, denn da habe ich früher ganz anderes erlebt …

Wichtig: Dinge, die guttun, zu schätzen

Neben der eigenen Gesundheit tut sich aber noch viel mehr, zum Beispiel beruflich. Es ist wie meist sehr viel zu tun. Oft stellt sich mir die Frage, wie ich das alles schaffen soll. Ich richte dann den Blick aufs Ganze, sehe das Kollegium, das ganz toll zusammenarbeitet und immer dort unterstützt und einspringt, wo gerade richtig Not am Mann ist. Oft helfen auch die Gespräche in der Küche des Unternehmens, um wieder den Blick freizubekommen und zu sehen, dass und wie es weitergehen kann. Die Küche verlasse ich deshalb auch nur dann mit einem leeren Glas, wenn ich es am Abend vor dem Nachhausegehen abgewaschen habe …

Und wissen Sie, wo ich mir das Glas auch immer halb füllen kann? Beim Blick auf meinen Balkon. Es ist nicht so, dass hier viele Blumen blühen oder üppiges Grün wächst. Nein, hier lege ich immer verschiedene Nüsse in die Balkonkästen und stelle eine Schale mit Wasser hin.

Die Tiere in meiner Umgebung wissen das schon und sind dann ganz schnell da. Da holt sich eine Meise eine Nuss, hält sie mit ihren kleinen Krallen fest und pickt Stück für Stück ab. Ein Eichelhäher nimmt sich gleich eine ganze Nuss für sich und eine weitere für den Nachwuchs und fliegt davon. Und die Eichhörnchen knabbern genüsslich eine Nuss nach der anderen und nippen zwischendurch am Wasser. Das zu beobachten, erdet mich komplett und macht mein Glas dann noch mal richtig halb voll.

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 71 (7) Seite 82

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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