Kolumne | Zum Guten Schluss: Wir alle werden älter

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Kolumne | Zum Guten Schluss: Wir alle werden älter

In dieser Kolumne blickt Jana Einser persönlich auf das Älterwerden mit Typ-1-Diabetes und den Wunsch nach guter Pflege im Alter. Denn wir werden alle älter – und mit Diabetes stellt sich früher oder später die Frage, wie lange man seine Therapie noch allein bewältigen kann.

Ein neues Jahr hat begonnen, die Zeit schreitet stetig voran. Das merken wir nicht nur am Wechsel der Tage, Monate und Jahre – wir merken es auch an uns selbst, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Die Veränderungen, die wir an uns bemerken, können mal kaum wahrnehmbar sein, mal aber auch plötzlich und heftig. Wie weit sie uns in unserem täglichen Leben beeinflussen, ist sehr unterschiedlich – und selten vorhersehbar.

Das ist es, was mir ein bisschen Angst macht. Was werde ich in 10, in 20 oder gar 30 Jahren noch können? Werde ich körperlich noch ausreichend fit sein, um mir die Kanüle für meine Therapie mit der Insulinpumpe legen zu können? Kann ich mir selbstständig den Sensor fürs kontinuierliche Messen der Glukosewerte setzen? Reicht das, was mein Kopf dann noch leisten kann, um meine Therapie durchzuführen – sofern sie bis dahin nicht vielleicht doch vollautomatisch läuft?

Gerade wurde mir wieder durch Verwandte deutlich, wie es ist, alt und dadurch vergesslicher zu werden. Ein kleiner unaufmerksamer Moment reicht, um nicht mehr zu wissen, wo man seine Brille oder sein Hörgerät hingelegt hat. Oder die Frage “Habe ich vor dem Essen mein Insulin gespritzt?” taucht immer häufiger auf.

Auch ich lege meine Insulinpumpe zum Beispiel zum Duschen ab. Was passiert, wenn ich sie danach nicht mehr finde? Ich habe mir schon jetzt hierfür eine Routine aufgebaut und lege meine Insulinpumpe immer nur an zwei bestimmten Stellen ab, je nach Situation. Dasselbe gilt für andere wichtige Gegenstände. Sonst wäre ich wahrscheinlich auch oft am Suchen.

Noch kann ich alles, was mit meinem Diabetes und meiner sonstigen Gesundheit zu tun hat, gut selbst managen. Aber da wir Menschen mit Typ-1-Diabetes in immer größerer Zahl richtig alt werden können, wird es auch mir so gehen, dass ich Fähigkeiten verlieren werde. Dann wünsche ich mir, dass es Menschen gibt, die mich unterstützen können. Das werden vor allem Menschen aus dem Pflegebereich sein. Genau hier müssen wir verstärkt ansetzen: viel mehr Menschen ausbilden, auch im Bereich Diabetes, sie angemessen bezahlen und ihnen die Wertschätzung entgegenbringen, die sie verdienen!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (1) Seite 82

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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