Laubers Kolumne: Insulin? Glukagon-Test!

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Laubers Kolumne: Insulin? Glukagon-Test!

Spritzen oder nicht spritzen? Ein Glukagon-Test kann die Entscheidung für den Einsatz von Insulin erleichtern, weiß Hans Lauber in seiner Kolumne zu berichten.

Bei Typ-1-Diabetes ist die Sache klar: Weil die Bauchspeicheldrüse praktisch kein Insulin mehr produziert, muss das Hormon regelmäßig gespritzt werden, um zu überleben. Die Entwicklung des künstlichen Insulins durch die Mediziner Grant Banting und Charles Best im Jahr 1921 war somit eine der größten pharmakologischen Leistungen. Diese hat seitdem Millionen Menschenleben gerettet.

C-Peptid erlaubt Rückschlüsse über die Insulinproduktion

Beim Typ-2-Diabetes ist die Sache differenzierter: Denn da verringert sich oft langsam die Leistung der Bauchspeicheldrüse. Das habe ich neulich bei mir erlebt. Ende November 2021 explodierten meine Blutzuckerwerte plötzlich, weil wohl eine Entzündung im Körper wütete, welche die Hormonproduktion beeinträchtigte. Da musste ich Insulin spritzen, worüber ich auch ausführlich geschrieben habe: Plötzlich braucht´s Insulin.

Das war offensichtlich aber nur temporär, denn in den folgenden Wochen besserten sich meine Werte, weshalb ich immer weniger spritzen musste. Um aber nun herauszufinden, wie stark denn meine eigene Hormonproduktion noch ist, machte ich Mitte Februar in der Diabetes-Schwerpunktpraxis von Dr. Meinolf Behrens in Minden einen Glukagon-Test, für den ich nüchtern sein musste, und es wird zuerst der Blutzucker bestimmt.

Dann wird eine „Venenverweilkanüle“ im Unterarm angelegt, über die eine erste Blutprobe entnommen wird. Anschließend wird über den venösen Zugang das Glukagon (1 mg in 10 ml physiologischer NaCl-Lösung) langsam appliziert. Das Hormon ist der Gegenspieler zum blutzuckersenkenden Insulin, und es bewirkt ein Ansteigen des Blutzuckers. Nach sechs Minuten wird über den Zugang die zweite Blutprobe entnommen. Die Verweilkanüle kann dann wieder entfernt werden, sodass der ganze Test rund 15 Minuten dauert.

In einem Labor werden dann die beiden Proben ausgewertet – und es wird das C-Peptid bestimmt, ein Nebenprodukt der Insulinbildung. Dieses Peptid erlaubt Rückschlüsse über die eigentliche Insulinproduktion. Wichtig ist nun der Anstieg des C-Peptids nach der Stimulation. Und der fiel bei mir erfreulich aus: Der Wert kletterte von 1,25 µg/l nach sechs Minuten um 1,5 µg/l auf 2,75 µg/l, was etwas weniger als die Norm ist, aber signalisiert, dass ich immer noch über einige funktionsfähige Betazellen verfüge.

Was bedeutet das nun für mein Handeln?

Ich habe noch eigenes Insulin, aber es ist so rar, dass ich sorgfältig damit umgehen muss. Das heißt, ich vermeide weitgehend schnelle Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. Also Weißbrot, durchgekochte Nudeln, Reis und vor allem gesüßte Getränke. Regelmäßig verzehre auch den eingeweichten Samen der blutzuckerbalancierenden Heilpflanze Bockshornklee, die auch in meinem Diabetes Garten im Frankfurter Krankenhaus Sachsenhausen wächst. Auch bewege ich mich regelmäßig, denn straffes Gehen von mindestens einer Stunde wirkt fast so gut wie Insulin, auf das ich aber nicht ganz verzichten will.

Insulin-Impulse nenne ich das gezielte Spritzen von schnell wirkendem Insulin, bei mir Lispro von Sanofi. Es sind in der Regel zwei, drei oder vier Einheiten, je nachdem wie hoch mein Blutzucker ist – und wie sich der Trend gestaltet. Den „Trend“ zeigt ziemlich zuverlässig ein Pfeil auf dem Messgerät „FreestyleLibre3“ an, mit dem ich seit Wochen meinen Blutzucker kontrolliere (etwa „gleichbleibend“ auf dem Foto). In der Regel spritze ich einmal am Tag das Hormon. Vor allem morgens und am späten Nachmittag vor dem Abendessen, wenn steile Anstiege drohen.

Derzeit brauche ich kein basales Insulin

Verschwindend geringe Mengen sind das im Vergleich zu einer herkömmlichen Insulin-Therapie. Aber auch so schone ich offensichtlich meine Bauchspeicheldrüse, was Dr. Behrens als „Betazell-Protektion“ bezeichnet. Erfreulich: Durch das regelmäßige taffe Gehen vor dem Schlafengehen gelingt es mir, die nächtliche Blutzuckerkurve in schickliche Bahnen zu lenken. Somit kann ich derzeit auf das Spritzen von basalem Insulin verzichten. Lohn der Kombinationstherapie aus klugem Essen, flottem Laufen und gezieltem Spritzen: Der Langzeitwert HbA1c lag am 6. Februar 2022 bei beruhigenden 6,5 Prozent. So tief wie seit Jahren nicht mehr.

So muss sie sein: Perfekte nächtliche Blutzuckerkurve.

Überschaubare Kosten fallen für den Glukagon-Test an, was bei entsprechender Indikation von den Kassen übernommen wird. Zur Verwunderung von Dr. Behrens ist dieser Test aber ein wenig aus der Mode gekommen, wird kaum mehr angewandt. Weshalb das Procedere auch nicht hundertprozentig genormt ist.

Dr. med. Meinolf Behrens ist jedenfalls überzeugt, dass der Glukagon-Test ein wichtiger Baustein ist, um die bei Diabetes so essentielle Frage zu entscheiden: Insulin spritzen oder nicht. Seine Forderung: „Der Test sollte häufiger eingesetzt werden“.


von Hans Lauber

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      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?